Datenhoheit

Datensouveränität = Digitale Souveränität

Selten war souverän und selbständig zu agieren für Unternehmen so wichtig wie heute. Denn nicht nur der verschärfte globale Wettbewerb um die Marktführerschaft bei wichtigen Schlüsseltechnologien setzt den Mittelstand unter Druck.

Datenhoheit

Ein effizienter und sicherer Datentransfer wird im stark regulierten Unternehmensumfeld zunehmend zur Herausforderung.

Die wachsende Unsicherheit in Politik und Wirtschaft verlangt von Unternehmen eine zunehmende Kontrolle über ihre Ressourcen. In der digitalen und vernetzten Wirtschaft von heute bilden vor allem Informationen einen entscheidenden Rohstoff, der auch den Erfolg eines Unternehmens beeinflusst. Digitale Souveränität ist deswegen ein entscheidender Faktor, um die Handlungs-, Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zukünftig sicherzustellen.

Datensouveränität bildet in einer informationsgetriebenen und vernetzten Weltwirtschaft die Grundlage für digitale Souveränität und damit für die unternehmerische Unabhängigkeit. Neben technologischem Fachwissen sind dafür vor allem Ressourcen in den Bereichen „Digitale Transformation“, „IT“ und „Cybersicherheit“ notwendig. Doch genau daran fehlt es oft in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), die einen entscheidenden Motor der deutschen Wirtschaft ausmachen. Was aber können gerade weniger große Unternehmen tun, um Souveränität zu erlangen und sich im globalen Wettbewerb erfolgreich zu verteidigen?

Information ist auch Unternehmenseigentum

Um die für sich selbst erhobenen, gehobenen oder rechtmäßig erworbenen Datenschätze gewinnbringend und souverän verarbeiten, analysieren und einsetzen zu können, benötigen Unternehmen neben Produkten, Prozessen und geeigneten Applikationen vor allem geeignete Sicherheitsmaßnahmen. Zu groß sind die Cybergefahren, die durch falsch oder unzureichend gesicherte digitale Abläufe entstehen können. Die Risiken reichen von Desinformation und Identitätsdiebstahl bis hin zu hochprofessionell organisierten Cyberangriffen auf Unternehmen oder kritische Infrastrukturen.

Neben Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit sollten Mittelständler bei der Wahl von Partnern und Technologieanbietern ihr Augenmerk außerdem darauflegen, dass sie ihre digitalen Daten, Prozesse und Systeme selbstbestimmt nutzen und gestalten können. Das gilt vor allem für jene Daten, die eine Grundlage für aktuelle und neu zu entwickelnde Geschäftsprozesse bilden.

Digitale Unabhängigkeitserklärung für den Mittelstand

Damit eine leistungsfähige digitale Souveränität in mittelständischen Unternehmen entstehen kann, sind folgende drei Punkte besonders wichtig: 

1. Made-in-Europe-Partner, die Datensouveränität achten

KMU verfügen häufig nicht über das technische Know-how, um eigene Lösungen zum Informationsaustausch zu entwickeln oder umzusetzen. Sie arbeiten deswegen oft mit etablierten globalen Playern. Viele dieser Partner nehmen es jedoch mit der Datenhoheit nicht so genau und gestatten u.a. Behörden Zugriff auf gespeicherte Daten. So etwa laut Cloud-Act an US-Behörden: Hier müssen IT-Dienstleister und Internet-Firmen den US-Behörden Zugriff auf außerhalb der USA gespeicherte Daten US-amerikanischer IT-Firmen und Cloud-Provider geben, ohne Einverständnis des eigentlichen Nutzers.

Um digitale Souveränität aufrechtzuerhalten, sollten Unternehmen in Deutschland daher Systeme einsetzen, die eine sichere Alternative zu den globalen Playern darstellen und die Datensicherheit ihrer Kommunikationssysteme gewährleisten. Hier bieten sich Anbieter aus der EU an, wie z.B. FTAPI, deren Dienste sich einfach integrieren lassen, um etwa Anhänge oder den gesamten E-Mail-Verkehr zu verschlüsseln. Damit sind die Informationen nicht nur Ende-zu-Ende vor Cyberattacken geschützt. Ein unerwünschter, meistens unbemerkter Datenabfluss lässt sich ebenso verhindern. Die Werkzeuge sollten einfach zu implementieren sein und sich intuitiv bedienen lassen, damit sie sich nahtlos in den beruflichen Alltag der Mitarbeiter integrieren. 

2. Zertifikate als Hilfe bei der Auswahl der Partner

Bei der Wahl geeigneter Systeme, Anwendungen und Services bieten vor allem ISO-Zertifikate wie ISO/IEC 27001 oder ISO 9001 oder andere Qualitätsstandards Unternehmen wichtige Anhaltspunkte für eine geprüfte Sicherheit. Qualitätssiegel wie “Made in Germany” und “Software Hosted in Germany” sollten für alle Unternehmen, Behörden und Organisationen als Standard verbindlich gelten. Zertifikate wie „Made in Europe“ sind die Grundlage, damit Unternehmen, Organisationen oder die Mitbürger und Kunden Vertrauen in die Seriösität und Sicherheit europäischer Digitaldienste entwickeln und den Wert digitaler Souveränität verstehen. Dafür müssen Unternehmen jedoch erkennen können, wann ein Anbieter vertrauenswürdig ist, und wissen, auf welche Label sie sich verlassen können. Sie sollten darüber informiert sein, wie und wohin ihre Daten übertragen und wo sie gespeichert werden, sowie wer darauf zugreifen darf. In Zeiten akuten IT-Fachkräftemangels auf fremde Hilfe angewiesen, müssen gerade Mittelständler die Spreu vom Weizen trennen und einen seriösen und kompetenten Partner erkennen können, der sie auf dem Weg zu mehr digitaler Souveränität und Sicherheit zuverlässig unterstützt.

3. Sichere Datenräume als Basis für Informationssicherheit

Digitale Souveränität erfordert neben der Sicherheit auch die Integrität der Informationen über den gesamten Ablauf hinweg. Neben einem sicheren, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Datenverkehr bieten vor allem digitale Datenräume eine Alternative mit hoher Schutzfunktion. Unternehmen können damit z.B. ihre Daten in einem gemeinsamen und vertrauenswürdigen digitalen Raum mit ihren Kunden und Partnern teilen. Hier entsprechen vor allem Dienste, die in Deutschland oder in der EU entwickelt und gehostet werden, den regional gültigen Sicherheitsstandards und Richtlinien wie der EU-DSGVO. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Informationen über Unternehmensgrenzen hinweg sicher teilen und für ein gemeinsames Verarbeiten der Daten nutzen. Zudem müssen sie nicht befürchten, dass ihre Daten unbemerkt abfließen und z.B. für Produktplagiate die Vorlage liefern.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Unternehmenserfolg und Unabhängigkeit

Durch den sicheren Austausch und das gemeinsame Nutzen von integren und manipulationssicheren Daten können mittelständische Unternehmen ihr Innovationspotential ungestört entwickeln und die digitale Kompetenz des Wirtschaftsstandorts Deutschland langfristig auf eine neue Stufe heben. Mit der Zeit schafft eine neue, kollaborative Arbeits- und Entwicklungskultur, welche die Synergieeffekte einer digitalen Wertschöpfung sicher zu nutzen weiß, die Grundlagen, um in Zukunft digital und unabhängig zu arbeiten und um „souverän“ zu bleiben.

Bildquelle: Shutterstock

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