Stefan Bossert, nlyte

Dem realen Strombedarf auf der Spur

Interview mit Stefan Bossert, Sales Director DACH bei nlyte Software

Stefan Bossert, nlyte

Stefan Bossert, Sales Director DACH bei nlyte Software

ITM: Wie kann ein mittelständisches Unternehmen sein Rechenzentrum bzw. seinen Serverraum schnell und ohne große Kosten energieeffizienter machen?
Stefan Bossert:
Der einfachste Weg ist der Einsatz von stromsparenden Rechnerbaugruppen, Virtualisierung und die Identifizierung von brachliegenden Reserven. Letztlich hilft aber, wie auch bei großen Rechenzentren, ein Gesamtkonzept bei dem alle Komponenten ineinander greifen, und hier können Data-Center-Infrastructure-Management-Lösungen (DCIM) helfen.

ITM: Inwieweit lohnt sich der Einsatz von Tools für das Energiemanagement bereits für mittelständische Unternehmen mit kleineren Rechenzentren bzw. Serverräumen?
Bossert:
Erst Lösungen, die den realen Strombedarf, den zur Verfügung stehenden Raum für Server-Systeme und die Anforderungen an die Kühlsysteme messen, machen transparent, ob Engpässe bei der Stromversorgung und Kühlung drohen, etwa durch Einsatz zu vieler Systeme, und an welchen Stellen im Rechenzentrum sich weitere Server, Storage-Systeme und Netzwerkkomponenten platzieren lassen. Dadurch ist es möglich, den Energiebedarf zu senken, die Umwelt zu schonen und die Lebensdauer eines Rechenzentrums um etwa fünf Jahre zu verlängern.

ITM: Wie viel müssen die Kunden durchschnittlich für solche Tools bezahlen?
Bossert:
Das hängt von der Größe und Zahl der Rechenzentren ab, die mithilfe einer DCIM-Lösung verwaltet werden. Die Kosten bewegen sich zwischen etwa 30.000 bis 50.000 Euro und mehreren Millionen Euro. Laut einer Studie von Gartner (Jay Pulz, Gartner, Dezember 2010: “DCIM: New Tools to Monitor, Manage and Control Power”) wiegen die Einsparungen, die der Einsatz einer DCIM-Lösung (Data Center Infrastructure Management) mit sich bringt, die Kosten für die Anschaffung der Software bei weitem auf.

ITM: Wie kann man im RZ insbesondere in den Bereichen Kühlung und Klimatisierung für sinkende Energiekosten sorgen?
Bossert:
Erhält der Betreiber in Echtzeit eine exakte Aufstellung aller Komponenten, die in einem Rechenzentrum vorhanden sind, verhindert dies, dass bei der Kühlung und Stromversorgung Überkapazitäten aufgebaut werden. Der Energiebedarf und die Klimatisierung lassen sich mithilfe von Planungs-Tools exakt auf den tatsächlichen Bedarf anpassen, ohne die Systeme und die darauf befindlichen Daten einem Risiko auszusetzen.

ITM: Welche Technologien werden das Rechenzentrum der Zukunft maßgeblich energieeffizienter machen?
Bossert:
Eine Schlüsselrolle werden DCIM-Lösungen spielen, die energierelevante Daten von Servern, Netzwerksystemen und Speichergeräten sammeln, auswerten und in übersichtlicher Form präsentieren. Erst sie geben dem Data-Center-Spezialisten die Möglichkeit, ein Rechenzentrum zu optimieren, angefangen bei der Kapazitätsplanung bis hin zur Suche nach dem optimalen Standort von Racks und Schränken. Dadurch lässt sich eine optimale Auslastung des Rechenzentrums bei minimalen Aufwendungen für Energieversorgung und Kühlung erzielen.

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