Applikationen aus der Cloud

Den Anwendernutzen im Fokus

Applikationen aus der Cloud bieten im Idealfall genau das, was man braucht – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Neben den rein finanziellen Überlegungen spielen in vielen Anforderungsszenarien vor allem Effizienzsteigerung und Nutzerorientierung eine wichtige Rolle.

Kern des Cloud-Ansatzes ist im Idealfall die stärkere Fokussierung auf den Nutzer und den Nutzwert. Selbstverständlich geht es dabei auch um die dahinterstehende Technik, die intuitive Steuerung, die Architektur der Cloud-Dienste, die Leistung und Vernetzung der Server sowie um Datensicherheit und Risikominimierung.

Aus der Cloud

Unternehmen wie die Uniserv GmbH bieten mittlerweile Data-Quality-Services als On-Demand-Lösung aus der Cloud an, entweder als Software as a Service oder als implementierter Webservice, der unauffällig im Hintergrund arbeitet. Damit sollen maßgeschneiderte Lösungen für die branchenspezifischen und individuellen Bedürfnisse von Unternehmen angeboten werden.

Folgendes Szenario ist denkbar: Ein Unternehmen übernimmt einen Mitbewerber, mehrere Tochterunternehmen fusionieren oder zwei vollkommen selbstständige Niederlassungen einer Firma werden im Zuge von Konsolidierungsmaßnahmen zusammengelegt. Solche M&A-Prozesse erfordern meist die Integration der Daten aller Beteiligten. Sollte es sich um Unternehmen handeln, die einen recht überschaubaren und stabilen Kunden- und Lieferantenstamm besitzen, kann man davon ausgehen, dass sie nicht über Lösungen für Datenqualität verfügen. Nach Änderung der Unternehmensstruktur wird man schnell feststellen, dass viele Kunden- und Lieferantendaten mehrfach im System vorkommen, vermutlich auch noch in unterschiedlichen Formaten und mit unterschiedlichen Werten. Spätestens jetzt besteht also ein Bedarf an Datenbereinigung und -konsolidierung. Das Unternehmen plant aber, aufgrund der Kunden- und Lieferantenstruktur, nach der einmaligen Optimierung keine weiteren Lösungen für Datenqualität einzusetzen. Die Lizenzierung und Installation einer Data-Quality-Lösung scheidet damit als zu kostspielig und aufwendig aus. Bis dato hat man dieses Problem meist folgendermaßen gelöst: Ein oder mehrere Mitarbeiter bringen die Daten manuell auf den neuesten Stand.

Eine Alternative sind Cloud-Technologien. Die entsprechenden Daten werden via Webbrowser auf das Portal eines Data-Quality-Dienstleisters geladen und von diesem im eigenen Rechenzentrum bereinigt und konsolidiert. Zudem lassen sich die Adressen der Kunden gegen aktuelle Umzugsdaten und Sterbefälle abgleichen oder um Telefonnummern und Geo-Daten ergänzen.

Auf Abruf

Neben dieser einmaligen Erfassung und Optimierung von Daten – vergleichbar der Stapelverarbeitung bei klassischen On-Premise-Lösungen – sind auch interaktive Ad-hoc-Bereinigungen von einzelnen Adressdaten mit Cloud-Services möglich und sinnvoll: etwa für Mailing-Aktion oder bei häufigeren Änderungen innerhalb der Kundenstammdaten und der Notwendigkeit, in Echtzeit auf korrekte Adressen zurückgreifen zu können. So lange die zu optimierenden Daten ein bestimmtes Volumen nicht überschreiten, sind lokale Data-Quality-Softwareinstallationen weniger sinnvoll: Die verwendeten Ressourcen stehen in keinerlei Verhältnis zum erzielten Nutzen. Hier bietet sich vielmehr die Integration von Data-Quality-Web-Services in die bestehenden Datenmanagement-Systeme an. So können Adressdaten direkt in der Anwendung – aber über die Cloud – nach Bedarf optimiert werden.

Hybrid-Modell

Die Integration von Webservices in Geschäftsanwendungen über Konnektoren (Schnittstellen) bietet dabei die Voraussetzung für ein weiteres Nutzungsmodell im Bereich Cloud Computing: das Hybrid-Modell. Die Kombination von installierter Software und Data-Quality-on-Demand schließt eine besondere Bedarfslücke. Volumenaufgaben übernimmt die installierte Software, bei besonderen Aufgabenstellungen oder Ad-hoc-Bereinigungen ist die Cloud-Lösung gefragt. Das ist etwa der Fall, wenn eine Lösung bereits für optimale Adressdaten bei einem Onlinehändler mit hauptsächlich deutschem Kundenstamm sorgt, dieser aber vermehrt Kunden aus den Nachbarländern gewinnt. Anstatt für lediglich einige hundert internationale Kundendaten die bestehende Lösung um die entsprechenden lizenzpflichtigen Referenzadressdatenbanken zu ergänzen, ist es wirtschaftlich meist sinnvoller, On-Demand-Funktionen – die die gleiche Aufgabe übernehmen, aber nur nach dem tastsächlichen Bedarf abgerechnet werden – zu nutzen. Je nach Bedarf des Kunden sollten sich dabei alle klassischen Installationslösungen mit beiden On-Demand-Ansätzen – Stapelverarbeitung und Echtzeitservices – kombinieren lassen.

Nutzerperspektive

Zwar sind Angebote für Datenqualität aus der Cloud meist nicht so umfänglich wie ihre traditionellen Pendants und auch deutlich standardisierter, aber der höhere Grad an Standardisierung hat gegenüber lokal installierten Softwareprodukten einen Vorteil: Sie gewährleisten meist eine einfache Bedienbarkeit und sind ohne Schulungsaufwand vom Anwender direkt nutzbar. Das beginnt bereits mit der Oberfläche der Browseranwendung, die den modernen Web-2.0-Anforderungen genügen muss und deren Funktionen sich intuitiv erschließen sollten. Wichtig ist hier, dass sich alle Einzelanwendungen aus der Browseranwendung heraus starten und managen lassen, dass zu allen Prozessen eine begleitende Anleitung zu finden ist und dass alle laufenden Prozesse sowie bisherige Kosten und eventuell gebuchte Kontingente sofort im Blick sind.

Sicherheit

Da bei DQ-Anwendungen aus der Cloud personenbezogene Daten verarbeitet werden, sind die Anforderungen an die Sicherheit naturgemäß sehr hoch. Dem muss die Architektur des Portals bzw. der Webservice-Schnittstellen durch eine SSL-verschlüsselte HTTPS-Verbindung Rechnung tragen. Darüber hinaus sind die Verarbeitungsdaten durch ein mehrstufiges Firewall-basiertes Sicherheitssystem gegen unberechtigten Zugriff zu schützen. Schließlich sollte auch das Rechenzentrum, in dem die Cloud-Services gehostet werden, selbst für bestimmte Sicherheitsstandards zertifiziert sein.

Bildquelle: © Klicker/pixelio.de

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