Mit einem MES-Audit

Den Prozess zur Smart Factory optimal umsetzen

Im Zeitalter der Digitalisierung hängt die datenbasierte Wertschöpfung von globalen Datenräumen ab, die Datenhoheit, -sicherheit und -integrität gewährleisten.

Mit einem MES-Audit

Ein erster Fahrplan sollte alle wichtigen Schritte hin zu einer perfekt organisierten qualitativen Datenhaltung und -verarbeitung enthalten.

Die Initiative „Manufacturing-X“ sorgt demnach für ein sicheres, offenes und skalierbares Datennetzwerk, auf das alle produzierenden Unternehmen in Deutschland zugreifen können. So sollen Wertschöpfungsketten optimiert, digitale Innovationen vorangetrieben sowie neue Geschäftsmodelle und eine maximale Effizienzsteigerung realisiert werden. Hierfür ist eine hohe Datenqualität unabdingbar. Doch wie kann geprüft und gewährleistet werden, dass Unternehmen nur noch qualitativ hochwertige Daten produzieren und auf diese zugreifen können? Eine Reifegradanalyse des im Einsatz befindlichen Manufacturing Execution System (MES) kann Klarheit schaffen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Hierbei stellt sich die Frage, ob das eigene MES in Kombination mit einer Enterprise-Resource-Planning-Lösung (ERP) überhaupt den Reifegrad aufweist, der für die Digitalisierung notwendig ist. Generell ermöglicht das MES als Verbindungsebene zwischen Top- und Shopfloor – angereichert mit logistischen Daten aus dem ERP-System – die Optimierung von Fertigungsprozessen, das proaktive Erkennen von Problemen, die Erstellung aussagekräftiger Analysen sowie fertigungsrelevanter Schlüsselkennzahlen. Der Austausch von Daten zwischen ERP und dem MES erfolgt über bidirektionale Interfaces. Eine Entscheidung, wie und in welchem Umfang sich deren Kommunikation und Austausch gestalten soll, lässt sich aber ohne eine Analyse der Ist-Situation kaum treffen.

Technologische Synergien von MES und ERP nutzen

Durch die Expertise von MES und ERP können im Rahmen einer Reifegradanalyse Potenziale identifiziert, ausgearbeitet und passende Lösungsszenarien entwickelt werden. Dies ermöglicht die Erstellung eines ersten Fahrplans, um eine höhere Effizienz und Wirtschaftlichkeit innerhalb der Fertigung sowie auf dem Weg zur Smart Factory zu etablieren. Sie sollte alle wichtigen Schritte hin zu einer perfekt organisierten qualitativen Datenhaltung und -verarbeitung umfassen:

Zieldefinition: Zwischen Geschäftsleitung, den Fachbereichen und der IT-Abteilung muss ein ständiger, transparenter und konstruktiver Austausch stattfinden. Nur dann kann ein gemeinsames Bewusstsein entwickelt werden, darauf aufbauend können realistische Ziele definiert und umgesetzt werden.

IST-Analyse: Die Bewertung des aktuellen MES-Reifegrads erfolgt mittels Lean-Manufacturing-Methoden zur Reduzierung sinnlosen Verbrauchs im Herstellungsprozess. Insbesondere der Material-, Prozess- und Informationsfluss am Shopfloor, die IT-Infrastruktur und das Datenmanagement müssen evaluiert werden. Hierbei gilt es, unnötige Transporte und Bewegungen von Personal, Geräten oder Maschinen, überschüssige Lagerbestände sowie inaktive Mitarbeiter, ungenutzte Anlagen und Ausrüstung oder eine Überproduktion zu identifizieren.

Ausarbeiten von Anwendungsfällen: Im nächsten Schritt geht es um die Deskription und Finalisierung der wichtigsten drei bis fünf MES-Use-Cases für das Unternehmen. Beginnend mit der Problembeschreibung erstreckt sich dieser Teilprozess über die MES-Funktionen hin zum Nutzerziel und leitet zum anschließenden Rollout über.

Potenzialanalyse und Priorisierung: Es folgen Aufnahme, Bewertung und Priorisierung aller Potenziale, die sich aus dem MES-Einsatz in der Produktion ergeben. Die Ergebnisse werden anhand einer Entscheidungsmatrix, die u.a. den Return on Investment (ROI), die Balanced Scorecard und das Portfolio miteinbezieht, subsummiert.

Roadmap-Erstellung: Auf Basis der Ergebnisse aus Ist- und Potenzialanalyse lässt sich eine Roadmap ableiten, die den genauen Phasenablauf mit MES-Funktionen und Reifegradumsetzung definiert.

Projektinitialisierung: Durch den Einsatz von Projektmanagementmethoden sowie der bisherigen Audit-Ergebnisse kann die Projektinitialisierung für einen Rollout vorbereitet werden. Gleichzeitig wird die weitere Vorgehensweise definiert.

Der Fahrplan steht

Das MES-Audit stellt einen wichtigen Schritt zur Umsetzung einer Smart Factory dar. Um eine hohe Datenqualität zu gewährleisten und die Effizienz zu steigern, ist eine Reifegradanalyse unerlässlich. Dabei werden Potenziale und Synergien zwischen dem MES und einer ERP-Lösung wie z.B. von Proalpha genutzt, um geeignete Lösungsszenarien zu entwickeln. Der Fahrplan zur Datenhaltung und -verarbeitung umfasst mehrere Schritte, die Unternehmen befolgen sollten. Durch diesen strukturierten Ansatz können sie ihre Fertigungsprozesse optimieren, Probleme proaktiv erkennen und aussagekräftige Analysen sowie Schlüsselkennzahlen generieren.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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