Dank flexibler Speicherformate eignet sich verteiltes SQL zur Unterstützung und Beschleunigung vieler digitaler Geschäftsmodelle im Mittelstand.
E-Commerce, Internet-of-Things-Plattformen (IoT) oder Self-Service-Systeme sind ohne leistungsfähige Datenbanken undenkbar. Sie sind rund um die Uhr im Einsatz, oft mit häufigen Leistungsspitzen. Herkömmliche Datenbanken kommen hier an ihre Grenzen. Der Lastausgleich über Replikation der Datenbankdatei reicht nicht aus. Große Datenmengen und die verfügbaren Bandbreiten einer Internetanbindung erlauben oft keine schnellen Kopiervorgänge. Vor allem im E-Commerce gibt es viele gleichzeitige Datenbankzugriffe, womit die Wartezeiten für die Benutzer stark ansteigen.
Eine zukunftssichere Lösung sind laut MariaDB verteilte SQL-Datenbanken. Dahinter verbirgt sich eine Datenbankarchitektur mit mehreren Instanzen („Knoten“) der Datenbank. Sie arbeiten gleichzeitig und unabhängig voneinander in einem sogenannten Cluster – auf mehreren Servern, in der Cloud und sogar in regional getrennten Rechenzentren. Das System sichert neue und geänderte Daten automatisch auf allen Instanzen und synchronisiert sie untereinander. Ein Lastausgleich sorgt dafür, dass Zugriffe gleichmäßig verteilt werden. Dadurch wird ein einzelner Knoten nicht zum Engpass, die Systeme sind hochverfügbar und zugleich leistungsfähig. Bei Bedarf können beliebig viele Knoten hinzugefügt oder entfernt werden.
Dabei arbeiten die Instanzen unabhängig voneinander in einer „Shared-Nothing-Architektur“. Das bedeutet: Der Ausfall eines Datenbankservers hat keine Auswirkung auf die anderen. Sobald der Knoten wieder verfügbar ist, synchronisieren sich die einzelnen Systeme erneut. Aus Nutzersicht steht die Datenbank also immer zur Verfügung.
Der SQL-Standard sorgt dafür, dass die Cluster eine herkömmliche Datenbank problemlos ersetzen. Verteiltes SQL wirkt unabhängig von Anzahl und Ort der Knoten wie eine einzige logische SQL-Datenbank und wird auch so bedient. Damit passen sich Unternehmen leichter an ein rasch wachsendes Geschäft oder an die hohe Volatilität von Rechenlasten an. Online-Händler können die Zahl der Knoten in der Vorweihnachtszeit oder für einzelne Ereignisse wie dem Black Friday erhöhen und somit den Benutzeransturm bewältigen. Anschließend sinkt die Zahl der Zugriffe erfahrungsgemäß wieder. Kein Problem für verteiltes SQL: Es kann die Anzahl der Knoten verringern und somit Kosten sparen.
Industrieunternehmen oder Maschinenbauer mit weltweiten Niederlassungen können ihr Support- und Ticketing-System in allen Märkten ausrollen und dabei lokale Datenbankserver nutzen. Durch verteiltes SQL erhält der Hersteller ein zentrales System, das Anfragen von allen Niederlassungen bündelt. Ähnliches gilt auch für Anwendungen im industriellen Internet der Dinge. Die Zustandsüberwachung von Maschinen erzeugt große Datenmengen, so dass lokale Datenspeicherung in einem regional verteilten Cluster deutlich effektiver ist. Dank flexibler Speicherformate eignet sich verteiltes SQL zur Unterstützung vieler digitaler Geschäftsmodelle im Mittelstand.
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