Digitalisierung im Friseurhandwerk

Der digitale Auftritt wird zum Selbstverständnis

Im Interview berichtet Mandy Doherr, Digital-Managerin bei Henkel, wie die Corona-Pandemie die Digitalisierung im Friseurhandwerk vorangetrieben hat.

Digitalisierung im Friseurhandwerk

„Der digitale Auftritt ist die Visitenkarte und die Bühne für jeden Friseursalon“, betont Mandy Doherr, Digital-Managerin bei Henkel.

ITM: Frau Doherr, die Pandemie hat die Digitalisierung von Geschäftsprozessen in fast allen Branchen beschleunigt – auch im Friseurhandwerk. Was hat sich in der Branche konkret verändert?
Mandy Doherr:
Die wenigsten Friseure haben ihre Kundendaten heute noch auf handgeschriebenen Karteikarten, sie hinterlegen alle Information bereits digital. Auch die Kundenansprache läuft verstärkt digital über die Website oder über Social-Media-Kanäle. Schwarzkopf Professional unterstützt die Friseure dabei in vielen Bereichen, in denen die Digitalisierung Einzug gehalten hat – ob in der Weiterbildung, der Warenwirtschaft oder bei der Dienstleistung selbst. Wir bieten unseren Kunden z.B. über unseren E-Shop die Möglichkeit, Materialbestellungen zu tätigen, oder unterstützen sie bei Fragen oder besonderen Anforderungen individuell. Auch im Friseursalon hat die Digitalisierung Einzug gehalten. So ermöglicht z.B. der Salonlab Smart Analyzer von Schwarzkopf mittels Nah-Infrarot-Technologie, das Innere der Haarstruktur zu scannen, und ergänzt so die Expertise des Friseurs im Salon mit datengestützten digitalen Erkenntnissen.

ITM: Welche Lehren hat das Friseurhandwerk aus der Corona-Pandemie gezogen?
Doherr:
Neben allen Einschränkungen, die Corona unserer Gesellschaft gebracht hat, muss man auch festhalten, dass neue Sichtweisen und Chancen ebenso dazugehören. Mit den ersten Schließungen der Salons war sehr schnell klar: Ohne die Friseure geht es nicht. Der Friseurberuf gehört zur Grundversorgung der Menschen und die Wertschätzung von Friseuren wurde in ein ganz neues Licht gerückt.

ITM: Warum ist ein professioneller Internetauftritt für Friseurbetriebe nicht nur in Krisenzeiten überlebenswichtig?
Doherr:
Jeder von uns „googelt“ den nächsten Restaurantbesuch, den Urlaubstrip oder auch jedes Fremdwort, welches uns im Alltag über den Weg läuft. Genau so ist es auch im Friseurhandwerk. Der digitale Auftritt ist die Visitenkarte und die Bühne für jeden Salon. Terminbuchungen, Dienstleistungen, Preise, Salon-Events, die Mitarbeiter – all diese Punkte und noch mehr können sie mit ihrer Zielgruppe teilen. Je größer man strahlt, je mehr Informationen man teilt, desto mehr wird der Salon verbreitet und gewinnt Kunden. Unser digitaler „Cutting Edge Award“ unterstützt genau diesen digitalen Auftritt. Dabei können die Friseure einfach einen oder mehrere ihrer besten Salon-Looks mit Hashtags versehen, auf Instagram oder auf der Kontest-Website hochladen und werden zunächst von Endverbrauchern und später von einer hochkarätigen Jury bewertet. Daher ist unsere Partnerschaft mit Godaddy im Rahmen des  Wettbewerbs optimal, denn das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Unternehmer bei der Entwicklung und Umsetzung ihres eigenen Internetauftritts professionell zu unterstützen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Welche Chancen ergeben sich durch die Digitalisierung noch für die Branche?
Doherr:
Für das Friseurhandwerk wird die Digitalisierung aus dem Salonalltag, der Kundenansprache oder betriebswirtschaftlichen Themen nicht wegzudenken sein. Es wird in Zukunft immer mehr digitale Erlebnisse in der Branche geben. Ob freies Wlan im Salon, elektronische Terminbuchung oder digital unterstützte Beratung – all diese neuen Möglichkeiten und Angebote werden die Kunden künftig erwarten. Die Digitalisierung wird den Salonalltag, die Kundenakquise und vieles mehr spürbar erleichtern, aber der Friseurberuf ist und bleibt auch ein Handwerk, das mit Händen, Augen und Gespür für Formen und Farben ausgeübt wird. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Bildquelle: Henkel

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