Mithilfe der Datenbrillentechnologie als Remote-Maintenance-Anwendung können Mitarbeiter im Homeoffice Störungen auf Distanz bearbeiten.
Der Einsatz von Unified Communications and Collaboration (UCC) – insbesondere von Collaboration-Tools – steigt bei KMU stetig an und reiht sich in den Kontext von „Future Work“ ein. Gerade im letzten Jahr haben Unternehmen und Mitarbeiter zahlreiche Erfahrungen mit Remote Work gesammelt. Die Umstrukturierung von Büroräumlichkeiten, das Zusammenlegen von Teams und vor allem das Homeoffice konnten die Unternehmen mit Collaboration-Lösungen begleiten und oft erst dank ihnen ermöglichen. Co-Sharing-Offices und damit verbundenes hybrides Arbeiten sind heute keine Seltenheit mehr und prägen bereits das Arbeitsleben; die Entwicklung der Future Work beginnt also schon jetzt.
Zu Unified Communcations and Collaboration gehören eine Vielzahl einzelner Elemente. Eines haben sie gemeinsam: Der effiziente und kundenorientierte Einsatz von Experten in der Kommunikation steht im Vordergrund. Unternehmen sichern sich damit Wettbewerbsvorteile und verbessern die Kundenzufriedenheit. Doch welche Einsatzmöglichkeiten von Collaboration-Tools bei KMU gibt es genau? Drei Beispiele verdeutlichen die Chancen, die sich für Unternehmen und Dienstleister ergeben.
Dienstleistungsunternehmen können ihr Angebot per Video in einer Videokabine in Echtzeit präsentieren. Damit bietet sich für Krankenkassen, Versicherer, Banken oder Reisedienstleister eine interessante, kundenorientierte digitale Kontaktmöglichkeit. Einige Banken setzen die barrierefreien Videolösungen bereits deutschlandweit ohne künstlichen Sprachassistenten ein. Betritt der Kunde die Videokabine, wird er zunächst im Live-Videochat begrüßt. Das Bild aus der Kabine zum Mitarbeiter übertragt eine zum Kunden hin ausgerichtete Kamera. Dank einer zweiten, für das Screen-Sharing genutzten Kamera sieht der Mitarbeiter die vom Kunden mitgebrachten Dokumente ein und kann schnell und gezielt mögliche Fragen beantworten. Sind die Kabinen zusätzlich mit einem Unterschriften-Pad ausgestattet, lassen sich Aufträge und Verträge gleich rechtssicher online abschließen.
Bereits vor der Corona-Krise war der lokale Einzelhandel stark gebeutelt – seit März 2020 hat sich dies noch verstärkt. Doch mithilfe digitaler Beratungsmöglichkeiten und Dienstleistungen können Händler schnell neue Absatzmärkte generieren und die Innenstädte und Einkaufszentren dadurch wieder attraktiver und „erlebbar“ machen. Ein Beispiel: Die Software-Plattform „ePOS“ (electronic Point of Sale) verknüpft stationäre Handelsflächen mit E-Commerce-Kanälen und mobilem Shopping. Produkt- und Kundendaten, die für ein integriertes Shopping-Erlebnis nötig sind, werden auf der standardisierten Omnichannel-Plattform zusammengeführt. Auf diese Weise entstehen intelligente Verkaufsräume, die die reale und die virtuelle Welt miteinander verzahnen. Einer durchgängigen und kanalübergreifenden Customer Journey steht somit nichts mehr im Weg; die Grenzen zwischen physischem und virtuellem Point of Sale verschwimmen.
Collaboration-Lösungen lassen sich vielfältig in Produktionen einsetzen: von um Voice-Funktionen erweiterten mobilen Datenerfassungsgeräten, über den sicheren Austausch von Produktionsdaten dank virtuellem Desktop bis hin zur Dashboard-Ansicht auf den Maschinenpark. Ein Blick in die Praxis: Verwendet ein Betrieb eine Datenbrillentechnologie als Remote-Maintenance-Anwendung, können Mitarbeiter im Homeoffice Störungen oder Fragen auf Distanz bearbeiten bzw. lösen. Die Datenbrille verbindet sich über Wlan mit dem Unternehmensnetzwerk und überträgt den Blickwinkel des Mitarbeiters vor Ort 1:1 auf den Screen des Kollegen, der im Homeoffice ist. Durch diesen realitätstreuen Blick auf die Situation vor Ort kann er schnell und flexibel aus der Ferne unterstützen.
Über UCC lässt sich im Produktionsbereich auch eine effiziente Mensch-Maschine-Kommunikation erreichen: Mit einer an Cisco Webex angekoppelten API-Schnittstelle sind Maschinen beispielsweise in der Lage, mit Mitarbeitern zu kommunizieren und eine Störung in einem Webex-Teams-Raum automatisiert per Fehleranalyse zu melden. Störungen lassen sich damit schneller beheben.
Dass weder Dienstleister noch Kunde tiefergehendes technisches Fachwissen benötigen, ist bei der Einführung und dem Betrieb von Collaboration-Tools entscheidend. Je selbsterklärender und intuitiver die Lösungen arbeiten, desto größer ist die Akzeptanz und Nutzungsintensität. Sinnvoll ist es deshalb, bei Verwendung verschiedener Tools diese phasenweise nach und nach einzuführen. Bei der Implementierung und Nutzung müssen Verantwortliche auch die IT-Sicherheit fest im Blick haben. Denn mit Zunahme der virtuellen Zusammenarbeit hat sich auch das Risiko für Cyberangriffe erhöht. Die Tools müssen daher so konfiguriert sein, dass beispielsweise durch Zugriffsberechtigungen Rollen klar verteilt sind und sie zugleich die Compliance-Anforderungen des Unternehmens erfüllen.
Tools für die virtuelle Zusammenarbeit sorgen für eine effiziente Teamkommunikation, ohne die Notwendigkeit, vor Ort präsent zu sein. Damit bieten sie einerseits eine Chance für Unternehmen und ihre Mitarbeiter, andererseits einen weiteren Service von Dienstleistern für Kunden. Anbieter von solchen Digitalisierungslösungen ist beispielsweise der Kompetenzverbund Innovation Alliance. Dieser berät unter der Federführung von Cisco Kommunen und Verwaltungen sowie mittelständische Unternehmen bei Digitalisierungsvorhaben.
Bildquelle: Pm-tech GmbH