Future of Warehousing

Die Chemie muss Stimmen

Unternehmen, die ihr Lager fit für die Zukunft des Warehousing machen wollen, sind automatisch mit der Frage konfrontiert, welche Unterstützung sie sich für dieses Vorhaben ins Boot holen. Im Kommentar erläutert Matthias Kraus, Consulting Director SAP EWM bei Leogistics, was einen guten Berater ausmacht.

Mathias Kraus

Matthias Kraus verfügt über internationale Projekterfahrung im Bereich „SAP EWM“ seit der ersten Stunde – in verschiedenen Branchen, Funktionen, Projektmethoden und Deployment-Varianten.

Die Berater müssen als verlässliche und strategische Partner die zentralen Rollen über alle Projektphasen bis zum Go-live und auch über diesen hinweg übernehmen. Hierfür müssen sie das Projekt überblicken und ermessen können, welche Anforderungen es an die IT und an die Fachbereichsressourcen stellt. Gute Berater bringen hierfür schon in sehr frühen Phasen eines Projekts alle Stakeholder an einen Tisch, um neben den Anforderungen auch den strategischen Bebauungsplan, die individuelle Roadmap und eine grobe Aufwands- und Budgetplanung zu erstellen. Dabei zeichnen sie sich durch eine ergebnisoffene Herangehensweise aus, die Modul- und Prozessgrenzen überspannt. Pain Points aus der aktuellen Situation werden frühzeitig erkannt – und es wird ein gemeinsames Verständnis geschaffen, das nachhaltig Verbesserungen hervorbringt. Das sorgt für Vertrauen in die Lösung, für die Machbarkeit und für eine gemeinsame Vision.

Ebenso entscheidend für den Erfolg eines Projekts ist die Beziehung zwischen Beratern und Belegschaft. Ein gegenseitiges Vertrauen ist unabdingbar: Die Belegschaft muss sich darauf verlassen können, dass die Berater die Anforderungen verstanden haben und diese auch in der neuen Lösung abbilden, aber auch Alternativen aufzeigen und wissen, wie der Kunde denkt. Darüber hinaus müssen die Berater sich darauf verlassen können, dass die Belegschaft Fragen wahrheitsgemäß beantwortet und keine unpopulären Teilprozesse oder Informationen unter den Teppich kehrt. Auch die berühmte Chemie zwischen Beratern und Belegschaft ist wichtig. Gegenseitige Sympathie führt zu wesentlich effizienterer Projektarbeit und weniger Missverständnissen. Ein Projekt auf Augenhöhe partnerschaftlich durchzuführen, ohne dass dabei eine Partei zu wenig gehört wird, hat oberste Priorität. Denn der Weg zum Ziel kann nur gemeinsam gemeistert werden.

Den „Cultural Clash“ vermeidet

Damit es im Unternehmen während des Projekts nicht zu einem „Culture Clash“ zwischen der „alten“ und „neuen“ Welt kommt, ist es wichtig, Akzeptanz für die neue Lösung herzustellen. Das geschieht nicht zuletzt durch saubere Projektarbeit. Es sind von den Beratern aber auch Soft Skills, Ehrlichkeit und Empathie gefordert.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Unter dem Strich ist also in der Beratung mehr als nur Erfahrung und Know-how gefordert, um Projekte entlang der Supply Chain erfolgreich zu gestalten. Berater nehmen innerhalb eines Logistikprojekts eine zentrale Rolle ein – ob als Strategen, Implementierer, Trainer, Qualitätssicherer oder bisweilen sogar als „Psychologen“ – denn es geht um mehr als die bloße Einführung von neuer Software.

Bildquelle:Leogistics

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