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Die IT der Zukunft hat ein „O“ für IOT in der Mitte

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen der großen IT-Anbieter. Diesmal: Björn Dunkel, Geschäftsführer der GIB mbH.

Björn Dunkel

Für Björn Dunkel ist der Kampf um die richtigen Ressourcen ein typisches Problem des Mittelstands.

Um den Begriff „Mittelstand“ zu beschreiben, …

… muss ich ein wenig detaillieren. Wenn ich mit meinen Eltern über „Mittelstand“ spreche, dann sind das die Handwerker, die kleinen regionalen Dienstleister oder der Baustoffhändler um die Ecke. Wenn wir bei GIB über Mittelstand reden, sind das die inhabergeführten sehr gesunden Unternehmen mit Jahresumsätzen bis zu
1 Mrd. Euro. Aber egal, wie groß der Umsatz ist, eines verbindet die beiden Bilder miteinander – der Unternehmergeist. Es ist die Freude am „Erschaffen“ und am „Leisten“ und nicht nur das Denken ans schnelle Geld, die hier Werte für zukünftige Generationen erschaffen. Mittelstand ist für mich insofern Begeisterung, Leidenschaft und das Streben nach stetem Fortschritt.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass …

… Werte sich nicht nur in Zahlen, Daten und Fakten ausdrücken. Werte sind hier auch Kultur, die Definition des respektvollen Umgangs mit den Mitarbeitern, den Kunden und Lieferanten und auch den Ressourcen. Der Mittelstand hat ein Gewissen, hier übernimmt der Chef/die Chefin persönlich die Verantwortung, stellt sich hinter die Mitarbeiter, steht für das Gesagte und Versprochene ein und hält am Ende für die getroffenen Entscheidungen den Kopf hin. Konzerne hingegen haben viele Köpfe, die sich erstaunlich schnell wegducken, wenn es brenzlig wird.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...

… der Nähe zum Kunden! Mehr zuhören statt lospoltern ist die Devise. Wir leben das Motto „close to you“. Also nicht nur im Moment des Verkaufserfolgs nah am Kunden zu sein. Wer als IT-Spezialist im Mittelstand nachhaltigen Erfolg haben möchte, sollte Leistungen anbieten, die beim Kunden Probleme lösen, bevor es für ihn schmerzhaft oder gar irreparabel wird. Die Basis, um das realisieren zu können, besteht im aktiven Zuhören, im aktiven Nachfragen, in der Kommunikation auf Augenhöhe und vor allem darin, den Weg gemeinsam zu gehen. Ziel ist es, die Ursachen zu bekämpfen und nicht an den Symptomen „herumzudoktern“ – und das immer wieder aufs Neue.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...

… eine große bunte Tüte Konfekt. Sie wissen nie, was drin ist, bevor Sie nicht probiert haben. Die Bandbreite erstreckt sich vom absoluten IT-Experten bis hin zu reinen Systemverwaltern ohne jegliche Innovationskraft. Doch die Tage der reinen Systemverwalter sind gezählt, denn zur bewährten und bekannten IT gesellt sich neuerdings die OT hinzu, die sogenannte Operation Technology. Wir reden also über Industrie 4.0, über IoT und IIoT. Nun brauchen wir in der IT wieder die Pioniere, die es in jeder industriellen Revolution gegeben hat. Wer als ITler vorn mitspielen möchte, der muss vom Erfüllungsgehilfen laufender Systeme zum Kolumbus werden, zum Entdecker neuer Business-Modelle.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus …

… allem, was in Zukunft eine IP-Adresse hat, also sprechen kann und ansprechbar ist. Wer das nicht erkennt, der wird vom Markt gefegt werden. Wir können heute nicht mehr nur in IT denken. IT ist heute so viel mehr als noch vor wenigen Jahren. Die IT der Zukunft hat ein „O“ für IoT in der Mitte.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass …

… die Bereitschaft zur Metamorphose besteht. Der Mittelstand besitzt heute den Willen und die Fähigkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und umzusetzen. Das beinhaltet einen krassen Wandel, denn noch vor 15 Jahren ging es ausschließlich um die Abschreibungsdauer der angeschafften Hardware…

Das typische Problem des Mittelstands ist …

… der Kampf um die richtigen Ressourcen. Wir haben 150.000 offene Stellen im IT-Bereich. Der Mittelstand muss sich auf vernetztes Arbeiten, Homeoffice, mobiles Arbeiten und Führen auf Distanz einlassen. Spezialisten sprechen nicht zwangsläufig alle Deutsch. Hier hat zumindest in vielen mir bekannten mittelständischen Unternehmen, auch „dank“ Corona, die Erkenntnis Einzug gehalten, dass gute Mitarbeiter nicht zwangsläufig ein Büro am Standort brauchen, um produktiv zu sein.

Der Umsatz im letzten Geschäftsjahr in Deutschland belief sich auf …

… 15 Mio. Euro.

Der Anteil des Mittelstandsgeschäfts daran …

… betrug 95 Prozent.

Was Vertrieb und Marketing angeht, bevorzuge ich ...

… klare Botschaften.

Persönliches

Björn Dunkel
Alter: 47 Jahre
Familienstand: Ehemann und Vater

Karriere

Ausbildung: Kfz-Mechaniker, IT-Systemkaufmann
Beruflicher Werdegang: Ausbildung zum Kfz-Mechaniker in einem mittelständischen Familienunternehmen, Zeitsoldat u.a. im Versorgungstrupp, wo es die ersten Berührungen mit IT und Logistik gab, anschließend Ausbildung zum IT-Systemkaufmann, Vertriebsleiter und Geschäftsführer bei GIB
Derzeitige Position: Angestellter Geschäftsführer bei der Ifm Electronic GmbH und verantwortlich für das ERP-basierte Software-Geschäft bei GIB

Bildquelle: GIB mbH

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