Die Schwierigkeiten bei der Gestaltung von IT-Infrastrukturen lassen sich mit den richtigen Dienstleistern ein Stück weit abstellen.
Viele Unternehmen schätzen inzwischen die Vorteile einer hybriden IT-Lösung. Denn dabei können sie selbst genau entscheiden, welche Systeme sie in die Public Cloud verlagern und welche sie in klassischen Rechenzentren (RZ) belassen. Dank eines solchen Modells lässt sich ein flexibles System bauen, um Kapazitäten besser zu managen und gleichzeitig den Anforderungen an Datenschutz und Vertraulichkeit gerecht zu werden. Das klingt einfach, ist es in der Praxis aber nicht. Hybride Modelle sind mit hoher Komplexität verknüpft, denn sie bedeuten, dass reibungslose Koordination und Datenaustausch zwischen Rechenzentrum und den Public-Cloud-Hyperscalern gegeben sein muss. Diese Komplexität betrifft zahlreiche Elemente, die nicht immer direkt ersichtlich sind, von grundlegenden Sicherheitsaspekten über abgestimmte Backup-Regelungen, einheitliche Prozesse und Access-Management-Regeln über Systemgrenzen hinweg bis hin zu Namenskonventionen, Logging und Monitoring.
Um diese Komplexität zu managen, braucht es IT-Dienstleister, die den Überblick behalten, Fehlerquellen finden sowie passende Schnittstellen zur Verfügung stellen. Ebenso ist die Änderung des Mindsets der Beteiligten unabdingbar. Sowohl bei RZ-Betreibern als auch bei Unternehmen muss die Bereitschaft bestehen, gewachsene Strukturen anzubrechen, an die neuen Möglichkeiten anzupassen und von Anfang an mit den Herausforderungen der Hybrid Cloud im Blick zu planen.
Es reicht dabei eben nicht, einzelne Systeme 1:1 in die Public Cloud zu übertragen und davon auszugehen, dass alles funktioniert. So wird in der Public Cloud beispielsweise häufig nach Verbrauch abgerechnet. Die Folge: Ein nicht angepasstes System kann so viele Logfiles produzieren, dass das Budget des Unternehmens innerhalb kürzester Zeit überschritten ist. Um in dieser hybriden Welt erfolgreich zu sein, müssen IT-Dienstleister entsprechend mehr denn je tun, als nur Kapazitäten im eigenen Rechenzentrum zur Verfügung zu stellen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 04/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Stattdessen sollten sie die Vor- und Nachteile sowie Herausforderungen hybrider Modelle genau kennen und den Kunden aufzeigen, welche Plattform – ob Rechenzentrum oder Hyperscaler – zu den Zielen des Unternehmens passt. Ist z.B. Datenvertraulichkeit, geringe Latenz oder größtmögliche Flexibilität essenziell, ist das System im eigenen Rechenzentrum bzw. in der Private Cloud besser aufgehoben. Geht es eher darum, kurzfristige, standardisierte Leistungen oder z.B. saisonale Lastspitzen abzufangen, ist die Public Cloud eine gute Option.
Hat man so die passende Plattform gefunden, geht es darum, die Schnittstellen zu orchestrieren und die notwendigen Prozesse und Managementsysteme zu definieren und aufzubauen, um übergreifend die Kontrolle über Systemzustand, Security, Capacity und andere betriebs- und unternehmensrelevante Parameter zu behalten und nicht zwei verschiedene Silos zu generieren.
Dabei muss stets nachjustiert werden, gerade wenn man auf Basis veränderter Ziele oder Bedürfnisse Ressourcen von einer Plattform in die andere und wieder zurück verlagert. Hier sind IT-Dienstleister gefragt, diese Strukturen zu schaffen, um für die Kunden diese Komplexität zu verwalten. Unternehmen erwarten deren Erfahrung mit hybriden Modellen. In Zukunft geht es für RZ-Betreiber bzw. IT-Dienstleister, die diese Aufgaben für ihre Kunden übernehmen, darum, diese Komplexität im Blick zu behalten und die alten Prozesse entsprechend anzupassen, weiterzuentwickeln oder möglichst über Bord zu werfen. Mit übergreifenden Service-Management-Prozessen, einem Bewusstsein für die Herausforderungen und Schnittstellen sowie Erfahrung mit dem Managen dieser Modelle können sie Unternehmen Systeme bieten, die passgenau auf deren Ziele und Bedürfnisse angepasst sind.
Bildquelle: Getty Images / iStock