In kleinen und mittelständischen Unternehmen stehen IT-Verantwortliche und Geschäftsführer bei der Datensicherung oft vor einer Herausforderung. Einerseits benötigen sie flexible, skalierbare Lösungen, die bei Bedarf problemlos an das Datenwachstum angepasst werden können. Im Unterschied zu Großkonzernen verfügen sie aber andererseits häufig nicht über die Voraussetzungen, mit denen sich der Aufbau einer dedizierten Inhouse-Backup-Struktur realisieren lässt. Denn dazu gehört z.B. ein baulich vollständig von den täglich genutzten Produktivdaten getrennter Speicherort für das Backup. Das kann etwa ein ausfallsicheres Rechenzentrum sein.
Als sinnvolle Alternative erweist sich hier ein Online-Backup. Vor Ort ist keine Erweiterung der IT notwendig; die Daten befinden sich außer Haus, was einen Sicherheitsfaktor darstellt, und zusätzlicher Speicher kann bei Bedarf hinzugebucht werden. Dies alles gilt aber nur unter der Voraussetzung, dass bei der Auswahl des Anbieters wichtige Kriterien hinsichtlich Backup-Prozess, Datensicherheit und Wiederherstellung berücksichtigt werden. Denn bei weitem nicht jede Online-Speicher-Lösung ist für die Sicherung wichtiger Unternehmensdaten geeignet.
Datensicherheit im Vordergrund
Eine verschlüsselte Datenhaltung auf dem Onlinespeicher ist mittlerweile natürlich Standard. Oft kommen gängige Verfahren wie AES zum Einsatz, die bei entsprechender Schlüssellänge – nach heutigem Maßstab etwa 128 Bit und mehr – als ausreichend sicher gelten. Ganz entscheidend ist jedoch, wann verschlüsselt bzw. entschlüsselt wird. Um maximale Sicherheit zu erreichen, müssen die Daten bereits auf den Systemen des Anwenders verschlüsselt werden. Erfolgt dann auch der eigentliche Datentransfer in den Cloud-Speicher verschlüsselt, typischerweise etwa über bewährte SSL-Verfahren, ist ein Zugriff durch Dritte oder auch den Anbieter der Online-Speicher-Lösung nicht möglich.
Für Aufsehen haben in letzter Zeit Meldungen gesorgt, nach denen US-amerikanische Cloud-Anbieter von Gerichten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch dann zur Herausgabe von Kundendaten gezwungen werden können, wenn sich diese Daten auf Servern in europäischen Niederlassungen befinden. Eine solche Auslegung steht im Widerspruch zur gängigen europäischen Rechtsprechung, die sich am Land des Serverstandorts orientiert. Was bedeutet dies nun für potentielle Kunden? Ungeachtet aller Beteuerungen vieler großer internationaler Hersteller scheint die Rechtslage jedenfalls weiterhin sehr undurchsichtig zu sein. Der sicherere Weg für Unternehmen ist in dieser Hinsicht derzeit deshalb die Wahl eines Anbieters, dessen Firmensitz und Rechenzentren sich in Deutschland befinden.
Ist die elementare Frage der Sicherheit geklärt, stehen die eigentlichen Backup-Prozesse auf dem Prüfstand. Hier muss der Spagat bewältigt werden, einerseits alle relevanten Daten regelmäßig zu sichern, andererseits aber die IT-Ressourcen nicht über Gebühr zu belasten. Backup-Vorgänge, die das Netzwerk spürbar verlangsamen und somit die Arbeit der Mitarbeiter beeinträchtigen, werden auf wenig Akzeptanz stoßen und können sich produktivitätsmindernd auswirken. Hier sollte Augenmerk auf die Art und Weise gelegt werden, welche Daten wie abgespeichert werden. Nach einem anfänglichen vollständigen Backup ist es durchaus vertretbar, bei weiteren Speicherungen lediglich die Daten neu in das Onlinerechenzentrum zu übertragen, die sich seit dem letzten Backup verändert haben oder die gänzlich neu hinzugekommen sind. Clevere Lösungen übertragen nur die veränderten Datenblöcke, was die Datenmenge gegenüber einer vollständigen Sicherung reduziert. In Kombination mit intelligenten Komprimierungstechnologien lässt sich der tatsächliche Zeitaufwand bei einem regelmäßigen Backup damit in vielen Unternehmen meist auf ein niedriges Niveau senken.
Wie gut eine Online-Speicher-Lösung wirklich ist, zeigt sich dann, wenn Daten tatsächlich wiederhergestellt werden müssen: Lassen sich gezielt die benötigten Dateien übertragen oder stehen langwierige Restore-Vorgänge mit großen Datenmengen bevor? Die Bedeutung des Faktors „Zeit“ wird hierbei oft unterschätzt. Denn erfahrungsgemäß führt der Verlust von kritischen Daten selbst dann zu erheblichem Schaden, wenn er nur vorrübergehend ist. Eine interessante Ergänzung können deshalb hybride Sicherungen sein. Airbackup beispielsweise geht diesen Weg mit einer Funktion namens Localspeedkick. Die Daten werden dabei parallel zum Online-Backup auf einem beliebigen lokalen Medium gespeichert und vollständig synchronisiert. Dies stellt nicht nur eine zusätzliche Sicherheitsebene dar, sondern kann bei einer Systemwiederherstellung den Vorgang beschleunigen.
Auswahlkriterien für Online-Backup
Quelle: Teamviewer
Bildquelle: © Kjetil Kolbjornsrud/Shutterstock