Hin zur Digitalen Transformation

Die richtige Leasing-Strategie

Nach der Corona-Krise gut aus den Startlöchern zu kommen, hat auch für mittelständische Unternehmen Priorität. Bereits angestoßene Schritte auf dem Weg hin zur Digitalen Transformation müssen weitergegangen werden – nur viel schneller und mit einem adäquaten Plan für die Investitionen in die Digitalisierung.

  • Die richtige Leasing-Strategie

    Wer nach Homeoffice-Zeiten im Büro auf leasingfähige Hard- und Software setzen möchte, sollte Vertragsinhalte kennen und die passende Strategie verfolgen. (Bildquelle: Thinkstock/iStock)

  • Die richtige Leasing-Strategie

    Ralf Marquardt, Gründer und Geschäftsführer der FML Finanzierungs- und Mobilien Leasing GmbH & Co. KG aus Hamburg, rät mittelständischen Unternehmen, auf größtmögliche Flexibilität bei Investitionsfinanzierungen zu achten. (Bildquelle: FML GmbH & Co. KG)

Der Wandel von analogen Prozessen in digitale Formate betrifft Unternehmen quer durch alle Branchen und Bereiche. Ob Planungsphase, Strategieentwicklung oder Implementierung: Vor Corona befanden sich Unternehmen in verschiedenen Phasen der Digitalen Transformation. Die Geschwindigkeit des Wandlungsprozesses lag in der Hand der Betriebe. Mit der Pandemie entstand ein nicht vorhersehbarer Digitalisierungsdruck, denn kaum ein Unternehmen kam in der ersten Welle ohne digitalisierte Prozesse, Services, Apps oder Datenverarbeitung aus. Selbst jene Unternehmen, die Investitionen in die Digitalisierung bislang aufgeschoben hatten, spürten akuten Bedarf: ob zum schnellen Aufsetzen eines Onlineshops, um den Einbußen im stationären Handel entgegenzuwirken, zur Implementierung von ERP-Systemen oder zum Investment in Laptops plus moderner Software, damit alle Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten können. Spätestens mit dem zweiten und härteren Lockdown ist klar: Reibungslose Abläufe, schnelle Umsetzung und vor allem die richtige Finanzierungsstrategie waren und sind nicht länger aufzuschieben.

Eine erst im November 2020 veröffentlichte Umfrage des Bundesverbands Informationswissenschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) bestätigt, dass Corona die Digitalisierung in Unternehmen vorantreibt, aber – so die Erkenntnis – nicht alle Unternehmen können mithalten. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen gab an, dass sie ihre Investitionen in die Digitalisierung seit Beginn der Corona-Pandemie zurückfahren mussten. Einer der Hauptgründe dafür seien laut Umfrage fehlende finanzielle Mittel durch die Folgen der Pandemie (66 Prozent).

Investment plus Finanzierungsstrategie

Viele Unternehmer scheuen sich also aktuell, in die Digitale Transformation zu investieren, da die Liquiditätssicherung das Gebot der Stunde ist. Auf den ersten Blick scheint dies verständlich. Wenn Aufträge wegbrechen, gilt es aber zu überlegen, wie Geschäftsprozesse mittels technischer oder digitaler Lösungen am Leben erhalten werden können oder wie sich das Geschäftsmodell umstellen lässt. Mit Leasing können Investitionen in die Digitalisierung liquiditätsschonend realisiert werden. Was aber genau ist leasingfähig?

Diese digitalen Investitionen sind Leasingfähig:

  • Hardware vom Smartphone über Tablets, Desktop-Rechner und Peripherie bis hin zu Server-Systemen und deren Vernetzung
  • Standard-Anwendungs-Software (MS-Office, Adobe, Antivirusprogramme etc.)
  • ERP-Systeme, also betriebswirtschaftliche Software-Lösungen zur Steuerung von Geschäftsprozessen
  • Online-Plattformen, z.B. E-Commerce, Online-Shopping, B2B/B2C
  • Loyalty-Plattformen/Kundenbindungssysteme
  • Online-/E-Payment-Systeme
  • Warenwirtschafts-/ Logistiksysteme
  • Connectivity und Device-Integrationen

Anschaffungs-
kosten sparen und Flexibilität erhalten

Leasing hat eine Vielzahl von Vorteilen: Ein wesentlicher Nutzen für den Leasing-nehmer ist, dass die hohen Anschaffungskosten entfallen. Dadurch wird das Eigenkapital geschont, der Kreditrahmen bleibt unberührt und mit der vorhandenen Liquidität können weitere Erträge erwirtschaftet werden. Des Weiteren wird die finanzielle Belastung auf monatliche Leasingraten reduziert, sodass sie sich über die gesamte Laufzeit verteilt. So erhält ein Unternehmen größere wirtschaftliche Flexibilität und mehr Unabhängigkeit in Bezug auf andere Investitionsentscheidungen.

Geeignete Leasingmodelle 
für den Mittelstand

Es gibt zwei wesentliche Vertragsarten: Die Leasingform des Teilamortisationsvertrags empfiehlt sich, wenn das Leasingobjekt besonders wertbeständig oder im Restwert genau vorher bestimmbar ist. Die Anschaffungs- und Herstellungskosten werden während der Grundlaufzeit nur zu einem vorher festgelegten Prozentsatz amortisiert. Am Ende verbleibt ein Restwert, weshalb man auch vom „Restwert-leasing“ spricht. Den Restwert garantieren in der Regel der Leasingnehmer oder der Lieferant. Darum ist es wichtig, den Restwert möglichst marktgerecht und realistisch zu kalkulieren.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Im Gegensatz zur Teilamortisation ermöglicht die Vollamortisation dem Leasing-nehmer vor allem eine schnelle Tilgung der Kosten über einen kurzen Zeitraum und bietet sich damit für weniger wertbeständige Investitionen, z.B. im IT-Bereich an. Für die Leasingdauer ist hierbei die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer gemäß der amtlichen Abschreibungstabelle (Afa) für allgemein verwendbare Anlagegüter ausschlaggebend. Sie darf nicht kürzer als 40 Prozent und nicht länger als 90 Prozent der Afa-Zeit betragen. Ist die Leasingdauer beendet, hat der Leasingnehmer die Möglichkeit, das Objekt zurück zu geben, zu kaufen oder den Mietvertrag zu verlängern.

Wissenswertes 
beim Abschluss eines Leasingvertrags

Da ein Leasingvertrag in der Regel unkündbar ist, muss die Laufzeit mit Bedacht und nah an der tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer gewählt werden. Die Länge der Laufzeit beeinflusst die Höhe der monatlichen Raten. Diese wiederum sollten sich möglichst an dem erwarteten Ertrag orientieren, also weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt werden. Auch sollte sich der Restwert möglichst mit dem zu erwartenden Marktwert decken. Darüber hinaus sind die Kündigungsfristen zu beachten. Zum Ende der Vertragslaufzeit sind Kündigungsfristen einzuhalten. Hier gilt es, rechtzeitig zusammen mit dem Leasinggeber darüber zu entscheiden, wie es nach Ablauf der „Grundlaufzeit“ weitergehen soll.

Sorgfalt bei der Wahl des richtigen Leasingpartners

Hersteller-Leasing-Gesellschaften bieten oft günstige Konditionen, jedoch sind sie meist unbeweglich, wenn es um Vertragsverlängerungen geht, und eher an „Monokulturen“ aus ihrem eigenen Angebotsspektrum interessiert, was nicht immer die beste Lösung ist. Banken-Leasing-Gesellschaften bieten zwar gute Zinskonditionen, dafür wird aber die Verbindlichkeit dem Gesamtfinanzierungsrahmen zugeschlagen, sodass es hier zu Engpässen und Abhängigkeiten kommen kann.

Die größte Flexibilität bieten daher banken- und herstellerunabhängige Leasing-gesellschaften: Sie beraten ihre Kunden umfassender und bieten eine Vielzahl von Leasing- und Verlängerungsoptionen. 

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