Mobile Bezahlverfahren

„Die Sicherheit ist ein entscheidender Faktor“

Durch die Integration mobiler Bezahlverfahren können Mittelständler ihren Kunden eine benutzerfreundliche Zahlungsmethode anbieten. Dies führt zu einer verbesserten Kundenerfahrung, erklärt Maria Signore, Expertin für „Payments & Cards“ bei der LBBW, im Interview.

Maria Signore

Maria Signore ist Produktreferentin der Gruppe „Produktmanagement Payments & Cards“ der Landesbank Baden-Württemberg

ITM: Frau Signore, welche Vorteile bieten mobile Bezahlverfahren im E-Commerce neben der Benutzerfreundlichkeit?
Signore:
Mobile Payment eröffnet die Möglichkeit, Kunden zu erreichen, die bevorzugt mobil einkaufen. Kundenkreise können so erweitert und neue Zielgruppen erschlossen werden. Mobile Bezahlverfahren beschleunigen zudem die Abwicklung von Transaktionen. Dies reduziert Wartezeiten und erhöht die Effizienz im Bestellprozess – was wiederum zu höheren Konversionsraten führen und den Umsatz steigern kann. Neben der schnellen Abwicklung können Zahlungen überall und zu jeder Zeit empfangen werden. Produkte und Dienstleistungen können so über verschiedene Kanäle angeboten werden – sei es in Online-Shops oder über Social Media. So erhalten Verkäufer Zugriff auf Daten über das Kaufverhalten ihrer Kunden – eine Voraussetzung für personalisierte Empfehlungen, die die Kundenzufriedenheit steigern. Mobile Bezahlverfahren bieten darüber hinaus zusätzliche Sicherheitsfunktionen wie biometrische Authentifizierung. Dadurch werden Betrugsrisiken minimiert.

ITM: Bei all diesen Vorteilen stellt sich die Frage: Gibt es auch Risiken und Herausforderungen für mittelständische Händler, die moderne Bezahlverfahren wie z.B. Pay by Mobile oder Instant Payment anbieten wollen?
Signore:
Eines ist klar: Obwohl zusätzliche Sicherheitsfunktionen Betrugsrisiken minimieren, besteht die Möglichkeit von Datenlecks oder Hacking-Angriffen. Mittelständische Händler müssen also sicherstellen, dass sie Sicherheitsmaßnahmen implementieren, um Zahlungsinformationen zu schützen. Dies erfordert Investitionen in sichere Zahlungs-Gateways, Verschlüsselungstechnologien und regelmäßige Sicherheits-Audits. Die Einführung moderner Bezahlverfahren bedeutet daher auch, dass Unternehmen von Technologie und Infrastruktur abhängig sind. Es ist daher wichtig, einen zuverlässigen technischen Support zu haben und Backup-Lösungen zu implementieren. Und obwohl mobile Bezahlverfahren und Instant Payment immer beliebter werden, bevorzugen einige Kunden traditionelle Zahlungsmethoden wie Banküberweisungen. Die Akzeptanz neuer Bezahlverfahren kann je nach Zielgruppe, Branche und geografischem Standort variieren.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Worauf ist zu achten, wenn die mobilen Bezahlverfahren über eine einzige Schnittstelle für alle Zahlungssysteme (Kreditkarte, Banksysteme, Prepaid, etc.) abgewickelt werden sollen?
Signore:
Unternehmen sollten zunächst sicherstellen, dass die gewählte Schnittstelle mit den Zahlungssystemen, die sie anbieten möchten, kompatibel ist. Sie sollte daher alle erforderlichen Zahlungsprotokolle und -standards unterstützen. Da sensible Zahlungsinformationen verarbeitet werden, ist darüber hinaus die Sicherheit ein entscheidender Faktor. Die Schnittstelle sollte also sowohl über alle erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen verfügen, wie z.B. Konformität zum „Payment Card Industry – Data Security Standard (PCI-DSS)“, als auch die erforderlichen Vorschriften und Compliance-Standards einhalten, wie beispielsweise die DSGVO. Neben der Implementierung adäquater Sicherheits- und Datenschutzmaßnahmen sollten Unternehmen prüfen, wie skalierbar und flexibel die Schnittstelle ist. Je nach Wachstum eines Unternehmens und der Anzahl der Transaktionen müssen möglicherweise die Kapazität erweitert oder neue Zahlungssysteme integriert werden. Zudem ist eine benutzerfreundliche Schnittstelle entscheidend, um Kunden eine reibungslose Zahlungserfahrung zu bieten. Allgemein ist es wichtig, einen zuverlässigen und kompetenten Ansprechpartner zu haben, der bei technischen Problemen zur Verfügung steht und sicherstellt, dass die Schnittstelle auf dem neuesten Stand bleibt.

Bildquelle: LBBW

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