Stefan Wawrzinek gründete das Unternehmen 2018 gemeinsam mit Alberto Zamora und Matthias Jungblut.
Das neue Lieferkettengesetz verlangt von Unternehmen, dass sie mithilfe einer Risikoanalyse ihre unmittelbaren (bei Beschwerden auch die mittelbaren) Lieferanten überwachen, bewerten, bei Verdacht auf Verstöße Gegenmaßnahmen ergreifen und ein Hinweisgeber- und Beschwerdemanagement einrichten. Zudem sind sie verpflichtet, ein Reporting aufzusetzen und der regulierenden Behörde, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), regelmäßig Bericht zu erstatten. Bei Verstößen drohen Bußgelder, der Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen und ein Reputationsverlust.
Doch der mit dem LkSG verbundene Arbeitsaufwand ist gerade für kleinere Unternehmen, die nicht über entsprechende Ressourcen verfügen, enorm. Denn zur Erfüllung des Pflichtenkatalogs heißt es, kontinuierlich, schnell und sicher eine ganze Bandbreite von Informationen und Daten entlang der eigenen Lieferketten zu sammeln und zu analysieren. Digitale Lösungen müssen also her. Ziel muss sein, Lieferketten ganzheitlich zu „screenen“ und dabei so viele Prozesse wie möglich zu automatisieren, um die Arbeitsbelastung und den Mehraufwand gering zu halten.
Und diese digitalen Lösungen sind auf dem Markt. Seit das Lieferkettengesetz im Juni 2021 vom Bundestag verabschiedet wurde, wurde vielerorts Software mit verschiedenen Lösungsansätzen entwickelt, um Unternehmen bei der digitalen Umsetzung des LkSG zu unterstützen.
Während aber für Global Player und Konzerne der Einsatz von Software und neuen Technologien, wie etwa Künstliche Intelligenz (KI), ein selbstverständlicher Teil des digitalen Entwicklungsprozesses ist, birgt die Einführung neuer digitaler Lösungen im Mittelstand auch Risiken – geht es eben nicht nur darum, neue Tools in bestehende IT-Landschaften zu integrieren, sondern zumeist auch darum, ganz neue Formen der betrieblichen Organisation und des Wirtschaftens zu etablieren. Mit Inkrafttreten des LkSG sind die Zeiten des Zögerns in Sachen Digitalisierung vorbei und der Mittelstand muss handeln.
Unbestritten ist das Lieferkettengesetz angesichts der damit verbundenen Pflichten für Mittelständler in der Beachtung und Umsetzung eine große Herausforderung – doch es bietet ihnen auch die Chance, die Digitalisierung im eigenen Unternehmen strukturiert voranzutreiben und mit dem Einsatz der passenden digitalen Lösungen neues Potenzial auszuschöpfen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Eine nicht unwesentliche Rolle spielen zudem Erwartungen von Kunden und Geschäftspartnern, die auch von kleinen und mittleren Unternehmen eine klare Haltung und verantwortliches unternehmerisches Handeln in der Lieferkette fordern. Nicht zuletzt sollten Mittelständler die Chance nutzen, an der Schaffung eines branchenübergreifenden einheitlichen Sorgfaltsstandards für einen transparenten und nachhaltigen Welthandel mitzuwirken, der die aktuell in zahlreichen Mitgliedsstaaten und auch in der EU bereits existierenden Gesetze zu einem einheitlichen Rechtsrahmen zusammenführt.
Bildquelle: Osapiens