Deutschlands Problemfall

Digitale Ungleichheit

Die Covid-19-Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub geführt, der noch nicht gleichmäßig in der Gesellschaft angekommen ist. Gleichzeitig hat der aktuelle WEF Weltrisikobericht „digitale Ungleichheit“ erstmals als eines der fünf größten Risiken genannt. Cisco hat darum untersucht, wie es um die digitale Chancengleichheit in Deutschland bestellt ist.

Digitale Ungleichheit

Digitalisierung muss gleiche Chancen für alle schaffen.

Digitale Lösungen haben es ermöglicht, den Alltag während der Pandemie aufrecht zu erhalten. Viele Unternehmen, Schulen, Krankenhäuser und Behörden konnten so weiter ihre Aufgaben erfüllen. Doch der digitale Fortschritt kommt noch nicht bei allen gleichermaßen an. Das ist durchaus ein Risiko für die Gesellschaft. Auch der aktuelle Weltrisikobericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) führt 2021 erstmals „digitale Ungleichheit“ in den Top 5 der größten kurzfristigen Risiken auf. 

Civey hat darum im Auftrag von Cisco untersucht, wie es um die digitale Chancengleichheit in Deutschland bestellt ist. Das Ergebnis der repräsentativen Umfrage: Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) sagen, dass die neuen digitalen Möglichkeiten mit Home Office und Home Schooling in den letzten Monaten zu ungleichen Chancen geführt haben. Von mehr Gleichheit sprechen nur 13 Prozent. 

Digitalisierung muss allen helfen

„Technologie kann helfen, gerechtere Chancen für alle in unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Im letzten Jahr haben wir zwar einen enormen Digitalisierungsschub erlebt, aber noch können nicht alle gleichermaßen daran teilhaben.“, sagt Cisco Deutschland-Chef Uwe Peter. „Digitalisierung darf aber kein Elitenprojekt sein – sie muss gleiche Chancen für alle schaffen. Gerade im Bildungsbereich droht eine Mehr-Klassen-Gesellschaft.“

Solch eine Spaltung zeichnet sich bereits ab: So fühlen sich 6 von 10 Befragten beim Zugang zu digitalen Angeboten nicht auf dem neuesten Stand. Besonders in den Bereichen Behörden und Verwaltung (38 Prozent), Bildung (35 Prozent) und Gesundheitswesen (23 Prozent) hätten sich die Deutschen in den letzten Monaten konkret bessere Angebote gewünscht.

Größtes Potenzial: Bildung und Infrastruktur

Vor allem im Bereich Bildung kann Technologie viel zur Chancengleichheit beitragen, sagen 52 Prozent der Befragten. Dahinter folgen Behörden und Verwaltung (24 Prozent), die Arbeitswelt (23 Prozent) und das Gesundheitswesen (20 Prozent). Uwe Peter dazu: „Bildung ist aktuell der Lackmustest für den Erfolg unserer Digitalisierungs-Anstrengungen. Hier zeigt sich exemplarisch, dass Digitalisierung nur erfolgreich ist, wenn viele Bereiche und Akteure konstruktiv zusammenwirken.“

Die wichtigste Grundlage dafür ist jedoch eine gute technologische Infrastruktur. Das sehen auch die Deutschen so: Jeder zweite (51 Prozent) nennt Breitband und Glasfaser als entscheidende Voraussetzung für mehr Chancengleichheit. Auf den Plätzen dahinter folgen Videokonferenztools wie Webex (18 Prozent) sowie 5G und Wifi (17 Prozent). Damit sehen zwei Drittel der Befragten Netzwerkanbindung als Grundlage für gleiche Chancen auf Partizipation.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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