Digital X

Digitalisierung, Nachhaltigkeit und ein Hauch von Hollywood

Am 7. September war es soweit: Mit der Digital X ist eines der größten Digitalevents nach Köln zurückgekehrt. Stargast war Arnold Schwarzenegger – Terminator, Umweltschützer und Ex-Gouveneur von Kalifornien.

  • Digitalisierung, Nachhaltigkeit und ein Hauch von Hollywood

    Einer der kleinen Stars der Messe: der autonome mobile Roboter „Spot“ von Boston Dynamics. ((Bildquelle: sk))

  • Digitalisierung, Nachhaltigkeit und ein Hauch von Hollywood

    Einer der großen Stars der Digital X: Arnold Schwarzenegger, Terminator, Ex-Gouverneur, Umweltaktivist. ((Bildquelle: Deutsche Telekom))

  • Digitalisierung, Nachhaltigkeit und ein Hauch von Hollywood

    Große Emotionen, große Bilder: Telekom-Chef Tim Höttges fordert die EU eindringlich auf, die Digitalisierung aktiv mitzugestalten, statt sich selbst von den großen Playern aus den USA gestaltet zu lassen. ((Bildquelle: sk))

Im Vorfeld der Messe gab es einige Fragezeichen. Wie lassen sich die Corona-Regeln einhalten? Wie wird die Rückkehr zu Großevents vom Publikum angenommen? Werden die Inzidenzen der Messe gar komplett einen Strich durch die Rechnung machen?

Groß dürfte daher auch beim Veranstalter Deutsche Telekom die Erleichterung gewesen sein, als klar wurde, dass die Veranstaltung mitsamt ihrem Sicherheitskonzept stattfinden kann. Branchenvertreter, Digitalisierungsenthusiasten und Pressevertreter nahmen nach gut anderthalb Jahren Stillstand das Angebot, sich wieder Face-to-Face vernetzen zu können, dankend an.

Den Startschuss gaben Hagen Rickmann, Geschäftskundenleiter der Telekom, und Vorstandsvorsitzender Tim Höttges. Die Freude über die Rückkehr auf die Bühne war beiden anzumerken. Tim Höttges zeigte sich kämpferisch und machte schon zu Beginn deutlich, dass das Unternehmen in den vergangenen Monate der Pandemie nicht im Dornröschenschlaf verharrt ist. Dementsprechend große Visionen hat er für Europa und speziell für Deutschland als Digitalisierungsstandort. Die Vormachtstellung der USA bei diesem Thema gelte es zu überwinden, so seine Forderung. Aktuell, so der Manager, sei dies noch ein Kampf von David gegen Goliath . Sein Anspruch: EU-Telkos müssen so aufgestellt sein, dass sie US-Konzernen wie AT&T, Verizon und Co. auf Augenhöhe begegnen können. Insgesamt gelte es, die Dominanz der amerikanischen Digitalkonzerne aufzuweichen und sich mit europäischen Unternehmen selbstbewusst zu positionieren. Allerdings, gab sich der Telekom-Chef auch kritisch, hapere es in Europa an der digitalen Wettbewerbsfähigkeit – unter den Top Ten der Halbleiterproduzenten befinde sich keines aus der EU, bei der TK-Marktkapitalisierung verzeichnen die Amerikaner ein deutliches Wachstum, während bei den europäischen Unternehmen hier ein Abwärtstrend zu verzeichnen sei. Zudem, so führte Höttges weiter aus, lägen aktuell 92 Prozent aller Daten der westlichen Welt auf US-Plattformen und auch bei den so nötigen Innovationen schneidet die EU im Verhältnis nicht gut ab.

Europa müsse sich auch vor dem Hintergrund des erbitterten Digitalwettkampfs zwischen China und den USA stärker positionieren. Dramatisch spricht Höttges denn auch vom Kalten Krieg 4.0 und einem digitalen Eisernen Vorhang , der die beiden Technosphären – USA und China – trenne. Um dabei nicht unter die Räder zu geraten, müsse sich Europa die Frage stellen, ob es mitgestalten oder gestaltet werden wolle". Doch nicht nur die Anbieter sind hier gefragt; vielmehr müssen, so Höttges, eine Entbürokratisierung einsetzen und der rechtliche Rahmen geschaffen werden, damit Europa als Digitalstandort bestehen kann – gerade auch beim Thema 5G.

Nach dieser enthusiastischen Einstimmung waren die Besucher eingeladen, die verschiedenen Messestandorte und Aussteller zu besuchen. Vertreten waren dabei auch zahlreiche Start-ups, die Interessierten einen Einblick in ihre innovativen Produkte gaben. Nur ein Beispiel: der von Reply vorgestellte autonome mobile Roboter „Spot“, der laut Hersteller mit wenig Aufwand startklar für den Einsatz in Unternehmen ist. Mit Respekt – und zugegebenermaßen auch etwas Abstand – bestaunten die Besucher, wie der giftgrüne Roboter, der äußerlich wie ein Zwischending aus Grashüpfer und Schäferhund anmutet, eine kleine Treppe auf- und absteigt.

Das unstrittige Highlight der Messe war sicherlich das Panel mit Arnold Schwarzenegger, der zunächst in seinem Vortrag ausführlich über die Vorreiterrolle Kaliforniens beim Umsetzen von Klimaschutzmaßnahmen sprach, bevor er anschließend mit Box-Champion Wladimir Klitschko diskutierte. Klimaschutz ist seit Langem ein Herzensthema des Terminators – nicht verwunderlich also, dass er das Publikum zum Kauf regionaler Produkte aufrief, um etwa die CO2-Bilanz zu verbessern. Der Terminator, der sich stilecht mit den Worten Hasta la Vista Baby verabschiedete, gab sich bei aller Kritik auch optimistisch: Es ist nicht zu spät!

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