Mithilfe von Cloud-Ressourcen können einzelne Anwendungen, Dienste, Server und ganze Netzwerksegmente konfiguriert und zur Verfügung gestellt werden.
IT-Systeme müssen einigen Anforderungen gerecht werden, welche sich mit den Mitteln der internen IT-Abteilungen oftmals nur schwer lösen lassen oder mit hohen Kosten verbunden sind. Dazu zählen:
Zugriffe auf IT-Services von außerhalb der Unternehmensnetzwerke:
Es müssen Ressourcen für externe Nutzer oder reisende Mitarbeiter bereitgestellt werden, ohne dass die internen Systeme zu leicht gehackt oder gestört werden können. Dies betrifft u.a. Datenbanken und Anwendungen, die nicht als Webservice dargestellt werden können. Die parallele Bereitstellung von extern und intern zugreifbaren IT-Systemen birgt teilweise hohe Sicherheitsrisiken, da es Hacking-Methoden gibt, um von betroffenen Gastsystemen auf den physischen Virtualisierungs-Host und von dort auf andere IT-Systeme zuzugreifen.
Ad-hoc-Bereitstellung von Testsystemen für einzelne Abteilungen:
Kurzfristig die Möglichkeit zu schaffen, um einzelne Programme auszuprobieren, wird häufig noch über lokale Virtualisierungslösungen realisiert. Für kleine Programme ist das ausreichend, aber wo testet man ein ressourcenhungriges Serversystem? Oft können lokale Systeme das nicht leisten.
Verfügbarkeit von zusätzlichen IT-Systemen für Spitzenlasten:
Serveranwendungen müssen nicht ständig die höchstmöglich vorstellbare Last an Anwenderanfragen bearbeiten. Häufig treten Spitzenlasten nur zu bestimmten, kurzfristigen Zeiträumen auf. Wenn dann aber zu diesem Zeitpunkt nicht ausreichend Ressourcen verfügbar sind, führt das schnell zu einem schlechten Ruf bei den Kunden. Also werden viele IT-Systeme für diese Spitzenlasten bereitgehalten, „langweilen“ sich aber zu 90 Prozent der restlichen Zeit. Wenn solche Spitzenlasten zudem auch noch unvorhergesehen und nicht periodisch auftreten, kann überdies nicht einmal adäquat reagiert werden. Serverressourcen bereitzustellen bedarf je nach Art des Dienstes einer Menge Vorlaufzeit.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, können Anwender separate IT-Systeme bereithalten, in einem anderen Rechenzentrum gehostete Server hinzubuchen oder versuchen, kurzfristig weniger wichtige Systeme einzuschränken und die Ressourcen umzuverteilen. Aber wirklich flexibel oder einfach ist das nicht. Und mit den technischen und personellen Aufwänden steigen die Kosten.
Mithilfe von Ressourcen in der Cloud sieht das anders aus. In Microsoft Azure können einzelne Anwendungen, Dienste, Server und ganze Netzwerksegmente konfiguriert und zur Verfügung gestellt werden. Dies kann auch vorab geplant und quasi schlafend bereitgestellt werden, um die Kosten zu minimieren.
Abgetrennte Ressourcen für externe Nutzer können unidirektional aus dem internen Rechenzentrum mit Daten versorgt werden und haben im Zweifelsfall gar keine feststehende Verbindung zum internen Netz. Für den Zugriff wird auf dem Administrationsrechner im eigenen Netz ein kleines Agentenprogramm installiert, welches die notwendigen Verbindungen zu Azure herstellen kann. Nützlich ist hierbei, dass Daten und Webanwendungen auf Dienstinstanzen in der Azure Cloud direkt installiert werden können. Man muss keine virtuellen Server bereitstellen, sondern nutzt vorhandene Azure-Server.
Testserver können skalierbar oder auch als Farm mit unterschiedlichen Aufgaben je Server aus Microsoft-Templates oder von eigenen Vorlagen erstellt werden. Dies ist nicht mehr nur auf Microsoft-Betriebssysteme beschränkt: Es gibt inzwischen auch Vorlagen für Linux-Distributionen. Die Erweiterung des eigenen Netzwerks kann termingerecht geplant werden und durch das rechtzeitige Aktivieren von zusätzlichen Servern in der Cloud können die benötigten Ressourcen für Spitzenlasten bereitgestellt werden.
Verbindung zwischen internen Active Directory und Cloud-Netzwerk
Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, muss eine ständige Verbindung zwischen dem internen Active Directory und dem Cloud-Netzwerk bestehen. Diese wird mit einem verschlüsselten VPN-Tunnel realisiert. Die Verwaltung und Konfiguration der virtuellen Server wird mit den Methoden und Werkzeugen durchgeführt, die auch für die lokalen Systeme benutzt werden. Dies spart Schulungskosten für die Administratoren. Auch können weder interne noch externe Benutzer in diesem Fall unterscheiden, welchen Server sie gerade nutzen.
Einführungsplanung
Um ein Gefühl für die technischen Möglichkeiten der Azure Cloud zu bekommen, können Anwender bei Microsoft einen Test-Account einrichten und mit einer virtuellen Maschine oder einem Dienst 90 Tage verschiedene Szenarien ausprobieren. Um einen Nutzen aus der Einführung zu ziehen, muss man sich aber vor der Einführung einige grundlegende Gedanken zur Verwendung machen.
Neben den technischen Aspekten ...
... müssen auch kaufmännische Hintergründe bedacht werden:
Quelle: Adesso