Die Backup- und Recovery-Strategie eines Unternehmens muss dafür sorgen, dass sich auch das Active Directory nach einem gelungenen Angriff schnell wiederherstellen lässt.
Das kann sich als teurer Fehler erweisen, denn moderne Ransomware macht vor dem AD keinesfalls Halt. Dieser Umstand betrifft nicht nur Großunternehmen, auch der Mittelstand ist auf ein funktionierendes AD im IT-Betrieb angewiesen. Um Ransomware abzuwehren bzw. ihre Auswirkungen auf das AD und den gesamten IT-Betrieb einzuschränken, sind vor allem zwei Aspekte zu beachten: Schutzmaßnahmen, die eine Kompromittierung des AD verhindern sollen, und Backup-Maßnahmen, die sicherstellen, dass im schlimmsten Fall nicht nur die Daten, sondern auch das AD wiederhergestellt werden können.
Das AD ist ein zentrales Element der IT-Infrastruktur und wird nur selten direkt angegriffen. Hacker kompromittieren es meistens, indem sie sich lateral Zugang verschaffen: Sie durchbrechen die Schutzmaßnahmen der Organisation am Netzwerkrand und arbeiten sich dann weiter vor. Um dieses Vorgehen zu verhindern, muss sich der Schutz des AD deshalb auf die Zugangsberechtigungen und deren Ausweitung konzentrieren.
Zu diesem Zweck richten viele IT-Verantwortliche ihren Fokus auf privilegierte Konten. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass auch einfache Endnutzer häufig über Zugangsrechte verfügen, die Hackern ausreichen, einmal erworbene Privilegien lateral auszubauen. Dazu nutzen sie u.a. Verbindungen durch „eingebaute“ Admin-Gruppen und verschachtelte Gruppen. Erstere werden vom AD bei der Installation automatisch erstellt. Sie sind eine wichtige Arbeitserleichterung, aber auch ein beliebtes Einfallstor für Cyberkriminelle und finden sich auf vielen AD-Ebenen. Die Komplexität wird zusätzlich dadurch gesteigert, dass das AD Gruppen erlaubt, Mitglieder anderer Gruppen zu sein. Gruppen mehrerer Ebenen können miteinander verschachtelt sein. Die so entstehende Komplexität lässt sich nicht manuell in den Griff bekommen. Idealerweise nutzen IT-Verantwortliche deshalb ein zentrales Tool wie das von Quest Software, das die Berechtigungen, Gruppen und deren Verschachtelung untereinander permanent kontrolliert.
Auch mit den besten Sicherheitsmaßnahmen lässt sich die Kompromittierung des AD durch Hacker nicht vollständig ausschließen. Darum muss die Backup- und Recovery-Strategie eines Unternehmens dafür sorgen, dass sich auch das Active Directory nach einem gelungenen Angriff schnell wiederherstellen lässt. Es gilt, den entsprechenden Notfallwiederherstellungsplan ausführlich und detailliert zu testen. Hierzu ist eine virtuelle Testumgebung die beste Option. Diese muss ein genaues Abbild der tatsächlichen Active-Directory-Struktur darstellen. Aufgrund der beschriebenen Komplexität der AD-Struktur ist auch für den Bau einer Testumgebung der Einsatz eines automatisierten Tools angeraten. Idealerweise kann dieses verschiedene Sicherungen untereinander vergleichen und entsprechende Berichte erstellen. Es unterstützt zudem die Wiederherstellung hybrider Umgebungen aus AD und Azure Active Directory.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Ein guter Recovery-Plan bezieht die Möglichkeit mit ein, dass es Cyberkriminellen gelingt, selbst die Betriebssysteme der Domain Controller zu kompromittieren. In einem solchen Fall bleibt nur eins: Bare Metal Recovery. Die Backup- und Recovery-Lösung muss folglich diese Funktion bieten. Hierfür sichert sie alle für den Start der Wiederherstellung notwendigen Bestandteile auf einem Boot-fähigen Datenträger. Im Katastrophenfall werden dann auch das Betriebssystem und sämtliche zugehörigen Komponenten wiederhergestellt. Häufig macht ein erfolgreicher Ransomware-Angriff den kompletten Neuaufbau der Systeme notwendig, bei anderen reicht die Wiederherstellung der Daten. In letzterem Fall ist auch die Wiederherstellungstaktik hybrid. Das ist in der Praxis komplexer und nur mit einem automatisierten Tool sinnvoll realisierbar, spart sodann aber Zeit und Ressourcen.
Nur wenn eine IT-Sicherheitsstrategie auch das AD als zentrale Komponente zu schützen weiß, wird sie aktuellen Bedrohungen wie Ransomware die Stirn bieten können. Es gilt, mit automatisierten Tools einerseits das Sicherheitsniveau zu heben und anderseits für den schlimmsten Fall gewappnet zu sein.
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