„In Summe ist der Mittelstand der größte Arbeitgeber in Deutschland und hierzulande sehr viel stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. Er ist somit nicht nur Herz, sondern auch Motor der hiesigen Wirtschaft“, sagt Ralf Koenzen.
Unter Mittelstand verstehe ich ...
… mittelgroße Unternehmen mit ca. 100 bis 500 Beschäftigten und einem Umsatz von bis zu 500 Mio. Euro. Im Mittelstand schlägt das Herz der deutschen Wirtschaft. Unternehmen sind oft familien- oder inhabergeführt – d.h., ihre Eigentümer haften persönlich, wenn etwas schiefgeht. Nicht selten herrscht ein sehr enges, familiäres Verhältnis zur Mitarbeiterschaft. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Diesen Monat ist es genau 20 Jahre her, dass ich die Lancom gegründet habe, mit einem damals 25-köpfigen Team. Heute zählen wir mehr als 400 Mitarbeiter an vier Standorten, und die Zeiten, in denen man alle mit Vornamen kannte, sind leider vorbei. Aber der familiäre Geist ist nach wie vor spürbar.
Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
… Unternehmen langfristig planen und in der Regel nicht quartalsgetrieben entscheiden, da sie nicht börsennotiert, sondern oft in Familienhand sind. Das macht sie zugleich reaktionsschnell: Während die Entscheidungswege in Großkonzernen meist komplex sind, können Mittelständler schneller agieren und Chancen flexibel nutzen. Zudem sind sie oft auf Nischen spezialisiert. Diese Fokussierung gepaart mit entsprechender Expertise macht viele von ihnen zu „Hidden Champions“. In Summe ist der Mittelstand der größte Arbeitgeber in Deutschland und hierzulande sehr viel stärker ausgeprägt als in anderen Ländern. Er ist somit nicht nur Herz, sondern auch Motor der hiesigen Wirtschaft.
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Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
… der Nähe zu den Kunden. Nur im steten Dialog lassen sich die individuellen Herausforderungen mittelständischer Unternehmen verstehen und passgenaue Lösungen finden. Ein „One size fits all“ gibt es im Mittelstand nicht. Bei uns verfügen wir über mehr als 7.000 Partner, Reseller und Systemintegratoren, die uns dabei unterstützen, so nah wie möglich an unseren Kunden und den Themen, die sie umtreiben, dran zu sein. Dieses Ökosystem ist für uns unbezahlbar.
Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
… teilweise innovativ mit kreativen und modernen Lösungen, vielfach aber auch eher konservativ aufgestellt. Zum Beispiel werden statt Cloud- oft klassische On-Premises-Lösungen bevorzugt. Unsere Aufgabe als Hersteller ist es, zusammen mit unseren Partnern die Kunden dort abzuholen, wo sie stehen, aber auch neue Wege und Perspektiven aufzuzeigen. Wir bieten ihnen deshalb beispielsweise die Flexibilität, unsere Lösungen sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch als Private- oder Public-Cloud-Instanz zu betreiben.
Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
… Office IT, Systemen für Buchhaltung, HR, Beschaffung, Logistik, Fertigung und branchenspezifischen Anwendungen sowie im Idealfall einer leistungsstarken Netzwerkinfrastruktur für WAN, LAN, WLAN und Security als Basis des Ganzen.
Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass ...
… es sich meist um abgeschlossene, überschaubare Projektentscheidungen handelt. Allerdings sind diese oft strategisch geplant und bauen aufeinander auf, sodass sich insgesamt eine stetige Modernisierung der IT-Infrastruktur ergibt, auch wenn die Einzelinvestitionen in sich begrenzt sind.
Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
… in vielerlei Hinsicht dieselben, mit denen auch größere Unternehmen zu kämpfen haben. Allen voran die wachsende Kluft zwischen einer immer komplexeren IT-Landschaft und den fehlenden Ressourcen, um diese zu betreuen. Themen wie Homeoffice und die zunehmende Auslagerung von Geschäftsanwendungen in die Cloud haben den Komplexitätszuwachs zusätzlich befeuert. Außerdem erleben wir nicht selten ein mangelndes Problembewusstsein mit Blick auf die IT-Sicherheit. Neben der Schulung des Personals sind regelmäßige Investitionen zur Aktualisierung der IT-Infrastruktur entscheidend, um das Risiko von Cyberattacken zu minimieren.
Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich ...
… die enge Zusammenarbeit mittelständischer Unternehmen mit zu ihnen passenden (lokalen) Systemhäusern. Ein Outsourcing bestimmter Anwendungen und Lösungen an Systemhäuser und deren Spezialisten kann die Verfügbarkeit und Sicherheit der gesamten IT-Umgebung deutlich erhöhen. Außerdem können Ressourcen freigesetzt und für das Kerngeschäft zurückgewonnen werden. Damit einher geht auch der Einsatz von Cloud-Lösungen. So lässt sich mithilfe der Cloud beispielsweise die gesamte Netzwerkinfrastruktur eines Unternehmens per Fernzugriff warten. Updates und Patches werden automatisiert aufgespielt, damit Sicherheitslücken erst gar nicht entstehen.
Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
… ganz allgemein im Bereich der (Cyber-)Sicherheit. Auch der Mittelstand ist auf eine resiliente IT-Infrastruktur angewiesen. Kein Unternehmen kann heute ohne eine funktionierende IT am Markt agieren. Fällt die IT für längere Zeit ganz oder teilweise aus, werden kritische Daten und Know-how entwendet oder durch einen Ransomware-Angriff verschlüsselt, steht schnell die Produktion oder gar der komplette Geschäftsbetrieb still. Das kann für Unternehmen schnell existenzbedrohend werden.
Ralf Koenzen
Alter: 57 Jahre
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Größtes Hobby: Luftfahrt (Privatpilot)
Karriere
Beruflicher Werdegang: Seit dem Abitur 1984 selbstständig, ab 1991 Bereichsleiter für ISDN- und Netzwerkprodukte bei der Elsa GmbH in Aachen, ab 2002 Gründer und Geschäftsführer der Lancom Systems GmbH, seit 2021 zusätzlich Mitglied der Geschäftsleitung der Rohde & Schwarz GmbH & Co KG in München
Derzeitige Position: Geschäftsführer
Bildquelle: Lancom Systems GmbH