Kommentar

Eine Lösung im Kampf gegen den Fachkräftemangel?

Gleiche Jobchancen für alle: Das ist noch keine Realität, findet Senior Managing Director Timo Lehne von SThree. Seiner Meinung nach würde es die Zukunftsfähigkeit Deutschlands stärken, den Arbeitsmarkt für alle zugänglich zu machen.

Timo Lehne

SThree-Geschäftsführer Timo Lehne: „Wir müssen endlich Strukturen schaffen, in denen jeder – unabhängig seines Geschlechts, seiner Herkunft oder religiösen Überzeugung – die gleichen Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt hat.“

Die Auswirkungen des Fachkräftemangels in Deutschland sind für die MINT-Branche immens. Ein zentraler „Stellhebel“ im Kampf gegen die fehlende Expertise wäre es, den Arbeitsmarkt für alle gleichermaßen zugänglich zu machen. Stichwort: Chancengleichheit. Dass es damit hierzulande nicht weit her ist, zeigt ein Blick auf den Background der meisten studierten IT-Fachkräfte: Sie kommen in der Regel aus einem Akademikerhaushalt.

Auch unsere aktuellen „So arbeitet Deutschland“-Studienergebnisse zeigen, dass eben nicht jeder seines Jobglückes Schmied ist. Jeweils ein Viertel der rund 2.000 Befragten sagt, die Nationalität und die soziale Herkunft hemmen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 07-08/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Dabei ist der deutsche Stellenmarkt keinesfalls gesättigt und bietet viel Ein- und Aufstiegspotenzial, auch für Quereinsteiger – insbesondere bei dem vorherrschenden Fachkräftemangel in Deutschland. Wir müssen Strukturen schaffen, in denen jeder – unabhängig seines Geschlechts, seiner Herkunft oder religiösen Überzeugung – die gleichen Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt hat. Gefragt ist nicht nur die Politik, sondern auch Unternehmen, die den Mut haben, Teams nach Diversity-Kriterien aufzustellen.

Die Spezialisierung macht den Unterschied

Neben einem flächendeckenden Zugang zum Arbeitsmarkt, kommt es für eine zukunftsfähige IT-Branche auch auf die „richtige“ Spezialisierung an. Denn IT ist längst nicht mehr gleich IT. Wer Know-how in den zukunftsfähigen Bereichen hat, wird in vielen Jahren noch einen sicheren Job haben. Auch Chefs sind gefragt: Hinsichtlich Technologien wie Künstlicher Intelligenz müssen sie Wissenslücken und fehlende Skills ihres Teams erkennen und in Weiterbildung investieren. Der Blick muss dafür weit in die Zukunft gerichtet sein, denn wenn mit dem Upskilling erst begonnen wird, wenn sich neue Technologien nach und nach durchgesetzt haben, hinkt ein Unternehmen stets hinterher und verliert auf Dauer seine Marktposition.

Bildquelle: SThree

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