Mithilfe von Sensorik und einem Roboter werden in der Eifel Holzpaletten autonom befüllt.
Künstliche Intelligenz (KI) in Form von Algorithmen, maschinellem Lernen und komplexer Datenanalytik steht zunehmend auf der strategischen Agenda des Mittelstands. Jedoch lässt die erfolgreiche Umsetzung noch zu oft auf sich warten, auch wenn es zahlreiche erfolgreiche Beispiele gibt. Was durch KI bei der Effizienzsteigerung möglich ist, zeigt Hensel Recycling aus Aschaffenburg. Das Unternehmen fokussiert die Aufbereitung und Wiederverwendung von Metallen und Elektronikschrott und nutzt KI in seinem Recycling-Zyklus, um die Wiederverwertung von Katalysatoren aus Fahrzeugen zu optimieren. Eine 3D-Analyse von Altgeräten und die daraus resultierende Klassifikation durch neuronale Netze ermöglichen eine verbesserte Zustandsanalyse.
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Wie KI zur Umsatzsteigerung genutzt werden kann, indem Kundensegmente erweitert werden, verdeutlicht die Firma Eifelbrennholz aus Monschau. Das Unternehmen belieferte in der Vergangenheit Privatkunden, verfolgte jedoch das Ziel, Brennholz auch an Großkunden zu verkaufen. Für den Vertrieb an diese ist eine Palettierung des Holzes notwendig, was mit hohen Kosten verbunden ist. Durch Sensorik und einen Roboter wurde es möglich, Paletten autonom zu befüllen. Die KI analysiert das Holz und ermöglicht eine optimale Stapelung. Damit hat das Unternehmen seinen Absatz gesteigert sowie den Transport und die Personalplanung vereinfacht.
Im Gegensatz zu diesen praktischen Anwendungsszenarien fehlt vielen mittelständischen Unternehmen ein strategischer Ansatz, der die Möglichkeiten von KI für die jeweilige Situation berücksichtigt. Laut dem Institut für Entrepreneurship der ISM Köln können neue Chancen erst durch „Integrierte Intelligenz“ genutzt werden, d.h. durch die Kombination von KI mit menschlicher Expertise. Dabei hat sich das folgende schrittweise Vorgehen bewährt:
In Schritt 1 werden aus dem Megatrend KI die Aspekte herausgefiltert, die für die eigenen Geschäftsfelder relevant sind. Schritt 2 konzentriert sich auf die Analyse möglicher Veränderungen der Wertschöpfungskette z.B. durch Datenanalytik. In Schritt 3 erfolgt eine Stakeholder-Analyse, die aufzeigt, welche Akteure in einem intelligenzbasierten Wettbewerbsumfeld Bedeutung gewinnen. Auf dieser Grundlage leitet Schritt 4 systematisch die Schlüsselfelder im strategischen Raum ab, der sich durch die KI-Nutzung ergibt. Schritt 5 fasst die sich ergebenden Kernpunkte zu strategischen Konzepten zusammen, die dann zu abgestimmten Implementierungsprojekten entwickelt werden können.
So können mittelständische Firmen sicherstellen, dass sie in Zukunft auf ihre menschliche Expertise, Kompetenz und Intelligenz aufbauen können. Im Zusammenspiel mit KI entstehen neue Wettbewerbsvorteile durch „Integrierte Intelligenz“. Bei einer reinen Nutzung standardisierter KI-Lösungen bestünden im globalen Wettbewerb oft nur geringe Chancen und häufig starke Abhängigkeit von IT-Dienstleistern. Gerade die Expertise des Mittelstands kann ideal um ausgewählte KI-Lösungen ergänzt werden. Bisherige Kernkompetenzen lassen sich damit strategisch erweitern.
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