Eine Emotet-Attacke beginnt in der Regel mit einer Serien-E-Mail, die auf einer einzigen Social-Engineering-Nachricht basiert.
Emotet ist ein Malware-Delivery-System, das in jüngster Zeit immer öfter von sich reden macht, weil es wie ein Botnet arbeitet, das erfolgreich E-Mail-Adressen in großer Zahl als Angriffsziele nutzt. Dabei beginnt die Attacke in der Regel mit einer Serien-E-Mail, die auf einer einzigen Social-Engineering-Nachricht basiert. Diese beginnt mit einer ganz klassischen Anrede, wie beispielsweise „Sehr geehrter [Name]“, und beinhaltet einen Anhang oder Link zu einer Datei, in der Malware verborgen ist. Hochgeladen wird diese Vorlage mit den Anmeldedaten des Absenders aus einer Liste von kompromittierten E-Mail-Konten. Darin enthalten sind Benutzernamen und Kennwörter für Mail-Clients, die dazu gedacht sind, dass sich die Malware authentifiziert.
Ziel ist es, Spam so zu versenden, als stamme er von den Personen in der Liste. Darüber hinaus ist eine Zielliste mit Vor- und Nachnamen sowie den E-Mail-Adressen der Empfänger enthalten, an die die E-Mails gesendet werden sollen. Sobald die Schadsoftware ins System gelangt ist, kann sie beispielsweise Bankdaten, E-Mail-Kontoinformationen und E-Mail-Adressbücher sammeln, um sie an Server zu senden. Malware-Anhänge können ein Office-Dokument sein, in dem Makros versteckt sind, die ihrerseits Powershell-Befehle starten, oder getarnte ausführbare Dateien.
Zur Methode von Emotet gehört es, die Spam-Vorlage an jedes verfügbare Ziel zu senden und an den Server zurückzumelden, welche davon erfolgreich gesendet wurden. In der durchdachten Infrastruktur besteht auch das Erfolgsrezept dieses durchschlagkräftigen Angriffstyps: Der Code ist modularisiert und daher in der Lage, eine breite Palette von bösartigen Aktivitäten auf Befehl des Angreifers auszuführen. Hinzu kommt, dass der Entwickler der Malware den Code sorgfältig pflegt und kontinuierlich aktualisiert. Alle E-Mail-Adressen sind potenzielle Ziele – einschließlich privater, geschäftlicher und behördlicher. Über existierende Kontaktlisten können die Angreifer eine Vielzahl von Empfängern überlisten, sofern das Thema, der Absender und der Anhang einen konsistenten Gesamteindruck vermitteln.
Neben einer akribischen Schulung und Sensibilisierung des Personals sind der Verzicht auf Standardinstallationskonfigurationen, physische Netzwerksegmentierung, benutzerdefinierte Ports und Multi-Faktor- oder verifizierte identitätsbasierte Authentifizierung unverzichtbare Mittel, um der Schadsoftware Einhalt zu gebieten. Jede Sicherheitsstrategie muss dem Umstand Rechnung tragen, dass der Gegner die Ausgangsbasis menschlicher Kommunikation ausnutzt: Vertrauen. Daher empfiehlt es sich laut Blackberry, eine KI-basierte Sicherheitssoftware als zusätzliche Schutzebene einzusetzen. Allerdings ist auch ein derart umfassendes Maßnahmenbündel auf einen Notfall- und Sicherheitsplan angewiesen, der dann greifen muss, wenn Emotet doch ins System gelangt. Am Ende entscheiden allein gesunde Skepsis und akribische Vorbereitung darüber, ob ein Angriff erfolgreich verläuft oder sein Ziel verfehlt.
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