Nachgefragt bei Andreas De Matteis, Macle

Enorme Einsparpotentiale

Interview mit Andreas De Matteis, Geschäftsführer der Macle GmbH

Andreas De Matteis, Macle

„Spezialisierte Remarketing-Unternehmen bieten faire Rückkaufwerte für die Althardware und eine bequeme Abwicklung“, betont Andreas De Matteis, Geschäftsführer der Macle GmbH.

ITM: Herr De Matteis, inwiefern ist das Thema „Remarketing“ für Mittelstandsunternehmen interessant?
Andreas De Matteis:
Für den Mittelstand ist das Thema „Remarketing“ aus drei Gesichtspunkten interessant:

  • Durch die Anschaffung preiswerter Remarketing-Hardware...
  • Durch den gewinnbringenden Verkauf ausrangierter Althardware...
  • Durch die umweltfreundliche Entsorgung und aus Datenschutzgesichtspunkten sichere Behandlung der ausrangierten Hardware...

...ergeben sich enorme Einsparpotentiale.

ITM: Welche Einsparpotentiale können grundsätzlich erzielt werden?
De Matteis:
Abhängig von der Anforderung können wir unseren Kunden komplette Konfigurationen oder Aufrüstungen bestehender Server anbieten, die je nach Umfang bis zu 90 Prozent günstiger als Neuware sind.

ITM: Wie gestaltet sich das derzeitige Interesse der kleinen und mittelständischen Unternehmen an der Nutzung von gebrauchter, aber wiederaufbereiteter Hardware – und was sind die Hintergründe?
De Matteis:
Die enorm leistungsfähigen Serversysteme der letzten Generation bieten in der Regel auch noch nach drei bis vier Jahren zeitgemäße Leistungspotentiale. Durch das Aufrüsten der vorhandenen Infrastruktur können Server oft zwölf bis 24 Monate länger betrieben werden als kalkuliert. Es gibt aber viele andere Szenarien, bei denen bewusst gebrauchte Systeme gekauft werden: Einige Kunden benötigen auch aufgrund von Software-Anforderungen ältere Systemgeneration oder IT-Administratoren möchten ein homogenes Rechenzentrum erweitern, aber nicht die Servertechnologie wechseln.

ITM: Welche Vorteile haben Mittelständler, wenn sie gebrauchte Hardware kaufen? Was sind wiederum die Nachteile?
De Matteis:
Die Vorteile liegen wie beschriebenen in der Kostenersparnis, weil vorhandenen Infrastruktur länger genutzt werden. In der Regel wird mit der Hardware-Erneuerung auch gleich die aktuellste Software installiert. Betrachtet man auch diese Kosten, den Installationsaufwand und die Gefahren möglicher Betriebsunterbrechungen, spricht vieles für den Kauf von Server-Upgrades, um Investitionen zu verschieben.

Ein Nachteil, den man zunächst vermuten könnte, wäre in diesem Zusammenhang die Qualität der Ware, die eben nicht der Qualität einer Neuware entspricht. Wir entkräften diesen Einwand jedoch mit einer Standardgarantie von zwölf Monaten und können mit unserem Servicepartner Grafenthal auch individuelle, mehrjährige Vorort-Service-Verträge für HP-, IBM- und Fujitsu-Serverkonfigurationen bieten – übrigens auch für Serversysteme von HP, IBM und Fujitsu, die nicht bei uns gekauft wurden: Der Kunde kann die vorhandenen Server mit Upgrades von Macle aufrüsten und durch den Kauf eines Grafenthal-Wartungsvertrags einen Vorortservice für dieses System erwerben.
So lässt sich bei Gebrauchthardware außerhalb der Herstellergarantie die gleiche 
Investitionssicherheit sicherstellen wie beim Kauf einer neuen Infrastruktur.

Die vorhandene Infrastruktur sollte erneuert werden, wenn sich z.B. aufgrund staubiger Umgebungsluft die Komponenten allgemein in einem sehr schlechten Zustand befinden und Störungsanfällig werden. In manchen seltenen Fällen rechtfertigen aber auch Energieeinsparpotentiale durch Servervirtualisierungen einen Austausch der Technologie. Tipp: Der Kunde sollte immer eine eigene Gegenrechnung erstellen, in der nicht nur die Stromkostenersparnisse einfließen. Sehr gerne werden Nebenkosten der Installation und Kosten für neue Softwarepakete in Beispielrechnungen unterschlagen.

ITM: Inwiefern nutzen Mittelstandsunternehmen die Option, ihre alte Hardware (Computer, Server, Notebooks, Tablets etc.), die sie einst selbst angeschafft haben, an IT-Remarketing-Firmen zu verkaufen, um daraus Gewinne zu erzielen?
De Matteis:
Mittelständische Unternehmen ziehen einen kaufmännischen Vorteil durch den Verkauf ungenutzter Hardware. Spezialisierte Remarketing-Unternehmen wie Macle bieten faire Rückkaufwerte für die Althardware und eine bequeme Abwicklung.

Aber es ist nicht nur die Gewinnoptimierung. Es geht dem Mittelstand vor allem um den Schutz der eigenen Daten. In unserem Remarketing-Center werden alle Datenträger mit zertifizierten Löschprogrammen aufwendig gelöscht. Auf Wunsch erhält der Verkäufer gegen einen geringen Aufpreis ein Löschzertifikat – ein KO-Argument für den Datenschutzbeauftragten des Unternehmens oder für die haftende Geschäftsführung.

Zum Verkauf der Hardware auf eigene Faust über Onlineportale oder über Personalkauf raten wir in der Regal ab. Der Aufwand einer Eigenvermarktung ist sehr hoch und birgt Haftungsrisiken. Auch besteht die Gefahr, dass Firmendaten durch unzureichende Datenlöschungen in Eigenregie in falsche Hände geraten.

ITM: Welche Gründe sprechen gegen den Verkauf von Althardware?
De Matteis:
Strenggenommen keine. In Ausnahmefällen werden Datenträger zur späteren Sichtung der Daten verwahrt, aber bei der Migration auf neue Systeme werden sensible Geschäftsdaten grundsätzlich gesichert und übernommen.

ITM: Wie lässt sich denn generell ein bestmöglicher Gewinn mit alten Geräten erzielen?
De Matteis:
Wir kennen durch die Remarketing-Kompetenz Käufer und Verkäufer gebrauchter Hardware. Für den Verkäufer und für den Käufer ergeben sich dadurch marktgerechte und fair kalkulierte Preise und hohe Gewinne. Und dies mit einem bestmöglichen Service. Es ist nicht ausreichend, die Hardware nur zu bevorraten und mit einem Preis zu versehen. Das Wichtigste ist, den Kunden zu kennen, um ihm das richtige Produkt zu einem marktgerechten Preis anbieten zu können.

ITM: Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung des IT-Remarketing-Bereichs ein?
De Matteis:
Die Erneuerungszyklen der Hardware werden sich auch in der nahen Zukunft nicht gravierend verändern. Entsprechend bietet der Markt auch in Zukunft Raum für ein Remarketing-Geschäftsmodell. Interessant, aber an für sich schlüssig ist, dass der Remarketing-Bereich sich stets antizyklisch zur allgemeinen Wirtschaftslage entwickelt.

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok