IT-MITTELSTAND befragt

Erfolg mit Kommunikation auf Augenhöhe

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen der großen IT-Anbieter. In dieser Ausgabe: Wilko Frenzel und Sascha Häckel – sie sind beide Firmengründer der Aagon GmbH und seit 1996 Geschäftsführer.

Die Befragten

Wilko Frenzel und Sascha Häckel.

ITM: Unter Mittelstand verstehe ich ...
Wilko Frenzel:
… Unternehmergeist, Innovationskraft und kundennahe Entwicklungen; zudem wertorientiertes Handeln, geprägt von Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit gegenüber Mitarbeitern und Kunden.

ITM: Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
Sascha Häckel:
… Entscheidungen nicht auf die lange Bank geschoben werden. Zudem können in mittelständischen Unternehmen die IT-Spezialisten durch ihr bestehendes Fachwissen ihre Investition für einen IT-Dienstleister oder bestimmte Produkte solide begründen und werden in der Regel im Entscheidungsprozess von der Geschäftsführung miteinbezogen. Die Aufgaben im Mittelstand sind vielfältiger und jeder Mitarbeiter kann etwas bewegen.

ITM: Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
Frenzel:
… Kommunikation auf Augenhöhe: z.B. durch regelmäßige Anwendertreffen oder Kunden-Events, auf denen Produktneuheiten und -entwicklungen vorgestellt werden. In einem solchen Rahmen können sich Kunden untereinander austauschen, mit dem Veranstalter Lösungen und Umsetzungskonzepte besprechen und Synergien nutzen; insgesamt kann eine Atmosphäre gegenseitiger Inspiration entstehen. Wichtig und interessant ist zudem der Blick von außen – die Beurteilung durch Anwender und potenzielle Kunden sowie der Analysten.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 05/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
Häckel:
… in einer angespannten Situation. Die Digitalisierung steht auf der Prioritätenliste der Unternehmensleitungen gerade im Mittelstand nach wie vor ganz oben und ist ohne externe Unterstützung nicht zu stemmen. Neben der Steigerung der Effizienz werden auch neue IT-Services und Produkte entwickelt, die das Geschäft beeinflussen; dafür braucht es verlässliche IT-Lösungen. Viele Mittelständler aber arbeiten nach wie vor mit Insellösungen, die speziell für einzelne Abteilungen geschaffen worden sind. Diese müssen immer gesondert von der IT betreut werden, was den Aufwand und den Koordinationsbedarf unnötig erhöht.

ITM: Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass ...
Häckel:
… die Kosten-Nutzen-Analyse eine ganz zentrale Rolle einnimmt. Die Anwender investieren in Lösungen, die skalierbar sind. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf den Anschaffungskosten, sondern es werden auch Kriterien wie Kosten im Betrieb und Wartung herangezogen. Weiterhin spielt der After Sales Service eine entscheidende Rolle: Ein kompetenter, deutschsprachiger Support mit einer guten telefonischen Erreichbarkeit ist beispielsweise unerlässlich.

ITM: Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
Frenzel:
… vielschichtig: Das Arbeiten im Homeoffice ist mit der Corona-Pandemie zum Alltag geworden – und diese Entwicklung ist unserer Meinung nach irreversibel; sie wird sich auch nach dem Ende der Pandemie weiter verfestigen und langfristig etablieren. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Für IT-Admins bedeutet das Home Working der Mitarbeitenden zusätzlichen Zeit- und Personalaufwand. Sie müssen die Rechner nun auch aus der Ferne verwalten, Patches und Updates remote verteilen und kritische Einstellungen überwachen. Viele IT-Teams befinden sich damit in einem Dilemma: Zwar sind das Patchen und Aktualisieren von Software in den letzten Jahren zu relativ stressfreien Routineprozessen geworden, im Zuge der Corona-Krise aber mussten viele IT-Abteilungen jedoch feststellen, dass ihre Lösungen der Remote-Arbeit nicht mehr gewachsen sind. Für sie wird es höchste Zeit, über langfristige Patch-Lösungen nachzudenken.

ITM: Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
Häckel:
... beim Thema „Eigenentwicklung“ in den Unternehmen, beispielsweise im Bereich IT-Servicemanagement. Ihr Anteil ist generell immer noch sehr – oder treffender gesagt – zu hoch. Die Bedeutung von IT im Unternehmen steigt stetig, und ihre Komplexität nimmt ständig zu. Es ist dringend notwendig, dass die Bereitschaft, mit qualifizierten Dienstleistern bzw. Herstellern zusammenzuarbeiten, steigt, um die notwendige Kompetenz und die entsprechenden Ressourcen zu bekommen, die für die Transformation der IT benötigt werden – von der Integration passender Client-Management-Systeme bis hin zu Security Services, die der gestiegenen Bedrohungslage angemessen sind.

ITM: Der Umsatz im letzten Geschäftsjahr in Deutschland belief sich auf ...
Frenzel:
… knapp 12 Mio. Euro, was eine Steigerung von etwas über 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Wir sind seit Jahren auf Wachstumskurs und haben uns gesund und stabil entwickelt.

ITM: Was Vertrieb und Marketing angeht, bevorzuge ich ...
Frenzel:
… den ehrlichen Umgang mit unseren Kunden. Wir versprechen nichts, was wir nicht halten können, und hören zu, wenn unsere Kunden mit uns sprechen! 
Uns ist es wichtig, dass Kunden nach dem Kauf mit der Produktentscheidung glücklich sind. In den vergangenen Jahren ist es uns überdurchschnittlich gut gelungen, aus unseren Kunden zugleich Fans zu machen. Und diese Fans empfehlen uns stetig weiter. Auch in Zukunft ist es uns wichtig, diese Fans nicht zu enttäuschen.

Sascha Häckel

Alter: 51 Jahre
Beruflicher Werdegang: 
startete seine Karriere bei einer Consulting-Firma
Derzeitige Position: 
Geschäftsführer der Aagon GmbH

Wilko Frenzel

Alter: 51 Jahre
Beruflicher Werdegang: begann seine berufliche Karriere bei den Software-Häusern Cheyenne Software und Symantec
Derzeitige Position: 
Geschäftsführer der Aagon GmbH

Bildquelle: Aaron GmbH

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