IT-Resilienz stärken
Cybersicherheit, Generative KI und digitale Souveränität – das sind drei zentrale Themen, mit denen sich die IT-Welt im Frühjahr 2025 auseinandersetzt. SHD System-Haus-Dresden begleitet und berät seit nunmehr 35 Jahren öffentliche Institutionen und privatwirtschaftliche Unternehmen und ist heute in ganz Deutschland ein viel gefragter Partner. Bei ihrer IT-Convention am 13. März 2025 in Dresden kamen die SHD-Geschäftsführer Marco Graef und Toralf Lips sowie zahlreiche Beschäftigte des IT-Dienstleisters mit ihren Kunden sowie ihren Software- und Hardwarepartnern zusammen. SHD benannte einerseits klar die drängenden Problemstellungen und andererseits stellten die Partner aktuelle smarte Lösungen vor: Gemeinsam werden daraus die aktuellen Erfolgsfaktoren für resiliente IT-Infrastrukturen.
Der Cybersicherheitsexperte Mark Semmler gab den 230 Teilnehmenden zudem Einblicke in seine Arbeit bei Notfall-Einsätzen zur Rettung der IT-Infrastruktur von Institutionen der Kritischen Infrastruktur, deren IT von außen gezielt angegriffen wurde. Gordon Schultz, IT-Leiter des Universitätsklinikums Gustav Carus aus Dresden, berichtete praxisnah von dem Spagat zwischen der Funktionalität und der Sicherheit von IT-Anwendungen in den verschiedenen Klinikbereichen, den er im Alltag zu bewältigen hat.
„Business wird mit Menschen gemacht,“ erklärte SHD-Geschäftsführer Marco Graef den Sinn der ganztägigen Fachtagung: „Es geht um Vertrauen und Emotionen und das ist der Grund, warum wir solche Veranstaltungen brauchen.“ Sein Kollege Toralf Lips ergänzte: „Wir bekommen auch von unseren Kunden das Feedback, dass ihnen der persönliche Austausch sehr wichtig ist. Das haben wir auch im vergangenen Jahr bei unserer SHD-Roadshow gemerkt. Wenn man persönlich Lösungen vorstellt und Fragen beantwortet, ist das nach meiner Überzeugung effizienter als virtuelle Treffen.“
SHD gehört zu den Gründungspartnern des „Deutschen Incident Response Teams“ (DIRT), das sich im vergangenen November erstmals auf der Fachmesse it-sa in Nürnberg der Öffentlichkeit vorstellte. In den vergangenen Jahren hat das Thema Cybersicherheit in der Beratungstätigkeit von SHD eine immer größere Bedeutung gewonnen. SHD-Experte Mike Beckert informierte gemeinsam mit Marcel Sievers (pco) über die aktuellen Methoden zur Detektion und Abwehr von Cyberangriffen und die Bedeutung eines Security Operation Centers als Wächter der Unternehmenssicherheit. Der SHD-Partner Check Point stellte seine Harmony Suite zur Sicherung von Endgeräten vor und die Kollegen von Fortinet erläuterten, dass der gehypte „Zero Trust“-Gedanke bei ihren Softwareprodukten nicht nur ein schmückender Marketingbegriff ist, sondern konsequent umgesetzt wird. „Zero Trust“ bedeutet: Vertrauen niemanden und überprüfe alles. Das ist ein Unterschied zu traditionellen Authentifizierungsansätzen und erlaubt situationsbezogene Zugangsprüfungen.
Mark Semmler berichtete von eklatanten Sicherheitsmängeln, die heute noch bei vielen Institutionen offen zu Tage treten und es den Cyberkriminellen oft leicht machen. Seine Einschätzung lautet: Eine gute IT-Leitung macht nur zum kleinen Teil das technische Know-How des Stelleninhabers aus. Viel wichtiger sei der Umgang mit dem Management und den Beschäftigten. Ohne konkrete Vorgaben und die Unterstützung der Geschäftsführung könne man keine Sicherheitsziele erreichen. Er appellierte beispielsweise an IT-Leiter, die Dateisicherungssysteme konsequent vom Produktivnetz zu trennen, keine veraltete Software im Internet zu exponieren und Administratorenrechte restriktiv zu handhaben. Als Beispiel für inkonsequentes Handeln nannte er, wenn die Zugangsberechtigungen ehemaliger Beschäftigter nicht sofort mit ihrem Ausscheiden aus einem Unternehmen gelöscht werden.
Mit dem Markteintritt von ChatGPT ist der Informationsbedarf bei öffentlichen Institutionen und privatwirtschaftlichen Unternehmen zum Thema Generative Künstliche Intelligenz gestiegen. Aktuell werden Anwendungsbeispiele getestet, etwa im Bereich Predictive Maintenance oder beim Einsatz von Chatbots. Für Eugen Schmitt, Director Data Center Channel PreSales bei Dell Technologies, stellt die GenAI einen Gamechanger dar, wie er in einem Audiopodcast erläutert: „Extrem interessant für den deutschen Markt ist beispielsweise eine GenAI-Lösung, die überprüft, ob ein Unternehmen noch alle Richtlinien einhält. Es analysiert, ob die vorhandenen Dokumentationsverfahren gut genug sind, um dem neuen Standard der NIS-2-Richtlinie zu entsprechen und gibt Empfehlungen, wie denn die internen Prozesse angepasst werden sollten.“ Solche ressourcenaufwändigen Überprüfungen lassen sich mithilfe von GenAI-Lösungen nun sehr viel effizienter gestalten. Im Beratungsgeschäft zum GenAI-Einsatz beim Kunden tritt SHD als Partner auf, mit denen DELL als Plattform-Builder zusammenarbeitet. Dabei binden beide auch die Expertise von StartUps ein, die ganz spezifische GenAI-Lösungen entwickelt haben, zum Beispiel im Umfeld von Krankenhäusern. „Unsere Aufgabe ist es, die Partner zusammenzubringen, damit sie sich für die Umsetzung bestmöglich verständigen können.“
Im Bereich der Virtualisierung von Daten werden bei sehr vielen Unternehmen und Institutionen Lösungen vom Marktführer VMware eingesetzt. Nach der Übernahme dieses Anbieters durch Broadcom wurden im Jahr 2024 einschneidende Änderungen der Lizenz- und Preispolitik bekanntgegeben, die massive Kostensteigerungen hervorrufen. Bei vielen Kunden laufen die alten Bestandsverträge in Kürze aus, sodass ein großer Beratungsbedarf besteht. Kunden wollen ganz oder teilweise von VMware auf alternative Lösungen umsteigen. SHD-Experte Björn Maerker verglich bei der SHD IT-Convention 2025 die Vor- und Nachteile der VMware-Alternativen HyperV, Xenserver, Azure Stack HCI und Nutanix anschaulich miteinander und skizzierte mögliche technische Wege zur Migration. Andreas Engel, Senior Consulting Solutions Architect Virtualization von NetApp, schätzt die Marktlage in einem Audiopodcast so ein: „Es kristallisiert sich heraus, dass bei vielen Unternehmen ein kompletter Umstieg weg von VMware gar nicht möglich sein wird. Bei den Alternativen gibt es zum Beispiel noch Lücken was das Thema Hochverfügbarkeit angeht. Die Datensicherheit und die Backupsoftware können noch nicht alle Anforderungen erfüllen. Wir werden ein Teil der hoch kritischen Daten weiter bei VMware sehen und weniger sensible Daten bei einer KVM-Alternative.“
Das Alleinstellungsmerkmal von NetApp ONTAP zum Datenmanagement ist seine hohe Datensicherheit, erläuterte Andreas Engel. Man kann beispielsweise einstellen, dass bestimmte Backups für einen festgelegten Zeitraum unlöschbar sind und auf der Ebene der Administratoren kann man ein 4- oder-6-Augen-Prinzip einführen, um Dateibestände zu löschen. Dadurch wird der Manipulation durch eine einzige Person vorgebeugt, deren Identität möglicherweise von Cyberkriminellen übernommen wurde.
Auch andere SHD-Partner stellten auf der IT-Convention von SHD innovative Lösungen für mehr Cybersicherheit vor. So erläuterten Torben Hansen und Muhammed Güleryüz von Hornetsecurity, wie man Zugriffsrechte beim Betriebssystem Microsoft 365 mit dem Permission Manager übersichtlich und sicher vergibt und auch wieder entzieht.
Die neun Vorträge in den Fachforen und die sechs Breakout-Sessions der SHD IT-Convention 2025 thematisierten auf IT-technischer Ebene das ganze Spektrum aktueller Herausforderungen für die IT-Branche. Doch auf der IT-Convention 2025 wurden auch einige übergreifende Aspekte benannt, die derzeit die Rahmenbedingungen beeinflussen. Dazu gehört das Agieren der Trump-Administration in den USA. Dies führt bei vielen Marktteilnehmern zum Nachdenken. SHD-Geschäftsführer Toralf Lips: „Wir bemerken, dass der Run der vergangenen Jahre Richtung Hyperscaler wie Microsoft Azure und AWS etwas ausgebremst ist. Viele Unternehmen überdenken aktuell ihre "Cloud First"-Strategie."
Marco Graef ergänzt: „Einige große Konzerne wenden sich bereits von dieser Strategie ab. Große SAP-Anwendungen werden von AWS oder Google zurückgezogen in lokale Rechenzentren. Das wird gemacht, weil diese Hyperscaler durchaus Risiken und technologische Herausforderungen mit sich bringen. Das lässt sich in lokalen Rechenzentren besser steuern.“ Auch die SHD-Partner bemerken bei ihren Beratungsgesprächen eine veränderte Stimmungslage: „Spätestens nach 15 Minuten werden wir in jedem Kundengespräch gefragt, wo wir denn die Daten speichern“, erklärt beispielsweise Torben Hansen von Hornetsecurity. Die „digitale Souveränität“ gewinnt an Bedeutung. Wer seine Daten ausschließlich in Deutschland oder in der EU speichert, hat derzeit einen Wettbewerbsvorteil.
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