Alarmierendes Ergebnis des neuen Sicherheits-Index, den der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) vorgestellt hat. Demnach geht die Schere zwischen Wissen und tatsächlichem Verhalten weiter auseinander.
Der Index differenziert vier verschiedene Typen von Internet-Nutzern: die Außenstehenden, Fatalistischen, Gutgläubigen und die Souveränen. Die jeweiligen Nutzergruppen müssten gezielt angesprochen werden.
Der Sicherheitsindex sank im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Punkte auf einen Wert von 61,1 Indexpunkten. Das Schutzniveau der Verbraucher sei allerdings stabil geblieben, betonte der Verein. Erheblich gestiegen sei die Bedrohungslage.
Einen besonderen Fokus setzte die Untersuchung in diesem Jahr auf digitale Gesundheits- und Vital-Dienste sowie auf Haus- und Heimvernetzung, Online-Shopping, -Banking und den vernetzten Verkehrsraum. Für die repräsentativen Ergebnisse befragte das Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS rund 2000 Verbraucher über 16 Jahren.
Cyberattacken von Kriminellen hätten massiv zugenommen, sagte Thomas Kremer, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Dabei würden die Attacken selbst immer professioneller. Zudem schreite die Digitalisierung immer weiter voran. «Damit wird auch die Oberfläche für Angriffe größer.»
Die Förderung digitaler Kompetenz als übergreifende Schlüsselqualifikation entwickle sich zur Kernaufgabe digitaler Aufklärung, sagte Kremer. Die Aufklärung müsse aber professionell unternommen werden. «Und das kostet auch Geld.»
Der DsiN kündigte zudem eine Aufklärungsinitiative für Schulen an. Speziell bei Schülern im Alter von 10 und 15 Jahren solle dabei die digitale Kompetenz in allen Unterrichtsfächern vermittelt werden. Zielgruppe seien Lehrer der Stufen fünf bis acht. Der Startschuss für die Initiative «DigiBitS» werde im Schuljahr 2017/2018 zunächst in Schulen in Berlin und Brandenburg fallen.
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dpa/rs