Dr. Friedrich Neumeyer, CEO von Proalpha, glaubt nicht daran, dass Standard-Apps komplexe Prozesse abbilden können.
Woran liegt das? Die Antwort ist klar: Ein System, das viele oder gar alle Unternehmensabläufe unterstützen muss, wird über die Prozesse definiert. Auch wenn zuweilen anderes behauptet wird – kein ERP-System der Welt ist in der Lage, standardmäßig alle relevanten Prozesse verschiedener Unternehmen abzubilden. Zu unterschiedlich sind die innerbetrieblichen Arbeitsabläufe. Sie zu bewerten und laufend zu optimieren, ist zentraler Bestandteil der Einführung und des Betriebs eines ERP-Systems.
Wer die Konkurrenz überflügeln will, muss seine Prozesse besser im Griff haben und effizienter damit arbeiten. Das gilt gerade im Mittelstand, wo sich sichtbare und Hidden Champions jeden Tag neu erfinden müssen, um erfolgreich zu bleiben. Denn die Maschinen- und Betriebsmittelausstattung allein bringt keinen signifikanten Wettbewerbsvorteil. Kurzum: Individuell optimierte Prozesse haben entscheidenden Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Und maßgeschneiderte Prozesse lassen sich eben nicht in einer Standard-App oder einem ERP-Portal abbilden, schon gar nicht, wenn eine hochintegrierte Lösung aus einem Guss gefordert ist.
Dennoch ist die Verknüpfung von ERP und mobilen Endgeräten sinnvoll. Sicher werden bestimmte Aufgaben in Unternehmen auch in Zukunft klassische Arbeitsplätze mit Monitor und Tastatur erfordern – etwa in der Produktionsplanung oder in der Konstruktion. Trotzdem werden auch mittelständische Unternehmen nicht umhin kommen, Prozesse in der Produktion, der Logistik bis hin zum Rechnungswesen zu mobilisieren. Denn Geschwindigkeit bringt Wettbewerbsvorteile.