Das besondere Fahrgefühl der Boote wird hervorgerufen durch die „dem Wasser weitgehend enthobene Trimmlage“ – oder wie der ehemalige Firmenchef Walter Boesch es nannte: „Horizon Gliding“.
Der Name Boesch Motorboote besitzt unter Bootseignern und Wassersportlern einen exzellenten Ruf. Das traditionsreiche, 1920 gegründete Schweizer Unternehmen gehört zu den renommiertesten Konstrukteuren und Baumeistern von Holzsportbooten und küstentauglichen Cruisern. Bislang setzten die Schweizer zwei parallel laufende Software-Produkte mit unterschiedlichen Schwerpunkten ein. Zum einen handelte es sich um eine Software für die Finanzbuchhaltung, die Arbeitszeiterfassung und die allgemeine Projektverwaltung, zum anderen um eine in die Jahre gekommene PPS-Software, die im Laufe der Zeit stark an die Abläufe bei Boesch angepasst worden war.
Vor allem Letztere konnte den auf allen Ebenen wachsenden Ansprüchen seitens der Kunden und Lieferanten immer weniger gerecht werden. „Mit unserer alten Systemlandschaft war die Realisierung der heute geforderten kürzeren Liefer- und Projektlaufzeiten nicht mehr vollumfänglich möglich, vor allem nicht vor dem Hintergrund der zunehmender kundenspezifischer Produktanforderungen“, beschreibt ERP-Projektleiter Marcel Stricker die Ausgangslage, die zur Suche nach einem ERP-System führte. Schnell war klar, dass künftig nur noch mit einem integrierten Gesamtsystem anstelle des bisherigen „Doppelpacks“ gearbeitet werden sollte.
Ein Berater brachte den Anbieter ins Spiel. Die Entscheidungsträger im Unternehmen folgten seiner Einschätzung, dass die Software für den umrissenen Anwendungsbereich am besten geeignet war: „Bei den Präsentationen und im Rahmen eines Vorprojekts vermochte uns das System schnell zu überzeugen“, bestätigt Stricker. Die Fokussierung des gewählten ERP-Systems auf die Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung spielte dabei die entscheidende Rolle, denn es sollte die enorme Fertigungstiefe, die zahlreichen kundenbezogenen Spezialitäten und die vielen Boesch-spezifischen Artikel flexibel abbilden können. In diesem Zusammenhang bezeichnet Stricker die Möglichkeit, alle Warenbestände und Liefertermine stets tagesaktuell und in Echtzeit einsehen zu können, als eines der wichtigsten funktionalen K.-o.-Kriterien, denn Kontrollgänge durch das Lager, die aufgrund der Arbeit mit veralteten Daten bislang notwendig waren, entfallen künftig.
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Auf prozesstechnischer und betriebswirtschaftlicher Ebene versprechen sich die Schweizer Bootsbauer vor allem immense Einsparungen bei den Materialrüstzeiten infolge des Wegfalls der Lagerbestandskontrollen unter dem Jahr. Außerdem soll die Aufnahme der Inventurbestände massiv optimiert werden können, sodass den Mitarbeitern im Bereich der Material- und Lagerbewirtschaftung durch die Entlastung mehr Zeit für wertschöpfende Aufgaben bleibt.
Branche: Holzsportboote und küstentaugliche Cruiser
Gründungsjahr: 1920
Hauptsitz: Kilchberg bei Zürich (Schweiz)
Mitarbeiterzahl: 35 (Stand 2020)
Bildquelle: Boesch Motorboote