Es kann jeden treffen. Und am Mittwoch traf es das Lukas-Krankenhaus in Neuss. Über den Anhang einer E-Mail hat sich ein Schadprogramm in die IT-Systeme eingeschlichen. Es war offensichtlich so neu, dass es von den Antiviren-Systemen nicht erkannt wurde. Die „Ransomware“ verschlüsselt Dateien auf dem Rechner und fordert die Nutzer auf, „Lösegeld“ zu zahlen, um die Verschlüsselung aufzuheben.
Schadsoftware dieser Art kann enormen Schaden anrichten. Im Falle des Neusser Krankenhauses gab es glücklicherweise ein Backup sämtlicher Patientendaten vom selben Tag, wodurch sich die Datenverluste gering waren. Außerdem werden die Patientendaten verschlüsselt gespeichert, sodass sie für die Kriminellen nutzlos sind.
Doch trotzdem ist ein erheblicher Schaden entstanden: Das Krankenhaus konnte bis zum Wochenende seine IT-Systeme nicht nutzen und musste deshalb auf Notbetrieb umschwenken. Einige Operationen wurden verschoben, Herzinfarkt- und Reanimationspatienten sowie Schwerverletzte zu anderen Krankenhäusern geleitet.
Der Ransomware-Angriff in Neuss ist weder besonders ungewöhnlich noch selten. Es gibt allerdings eine Besonderheit: Er ist von den Krankenhausbetreibern sofort den Medien bekannt gemacht worden und hat zu einer ausführlichen Berichterstattung geführt. Betroffene Unternehmen bemühen sich oft, Angriffe von Cyberkriminellen zu verschweigen.
Da Cyberattacken inzwischen sehr häufig sind, ist dieses Vorgehen falsch und schädigt das Unternehmen oft noch zusätzlich. Das Management des Neusser Lukas-Krankenhauses dagegen agierte vorbildlich: Durch maximale Transparenz wird die Öffentlichkeit umfassend informiert. Sie wäre ohnehin nach kurzer Zeit auf die Probleme aufmerksam geworden.
Das Management kann aber nun die Kommunikation einigermaßen gut steuern und muss nicht gegen verzerrte Gerüchte und falsche Informationen ankämpfen. Außerdem nutzt die Transparenz der Vorgänge den Unternehmen, die mit ähnlichen Schwierigkeiten kämpfen, da sie sich nun untereinander offen austauschen können.
Zudem bewirkt die Transparenz eine erhöhte Aufmerksamkeit für IT-Sicherheit. Denn die weithin übliche Geheimnistuerei hat eine unangenehme Folge: Vor allem kleinere und mittelgroße Unternehmen unterschätzen die Gefahren durch Cyber-Kriminalität, sie sehen sich nicht als Ziel solcher Angriffe.
Das ist leider falsch, denn laut einer Untersuchung des Security-Herstellers Symantec zielten im Januar 2015 bereits mehr als ein Drittel aller Angriffe auf Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher.
Den Betroffenen drohen oft enorme Aufwände und Kosten. Diese können ein Unternehmen für mehrere Monate handlungsunfähig machen und sogar existenzbedrohend werden. Darüber hinaus sind auch die geschäftlichen Folgeschäden nicht zu unterschätzen.
Doch auf welche Weise können sich mittelständische Unternehmen besser schützen? Rein technische Maßnahmen sind nicht ausreichend, wie das Beispiel des angegriffenen Krankenhauses zeigt. In den bisher bekannten Reaktionen des Managements zeigen sich fünf wichtige Elemente einer Sicherheitsstrategie:
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