Hybrides Arbeiten

„Es wird kein Zurück mehr geben“

Im Interview verrät Italo Adami, COO von Placetel, das Rezept für ein erfolgreiches, hybrides Arbeiten.

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    „Nach dem Sprung ins kalte Wasser haben viele Unternehmen erkannt, dass verteiltes Arbeiten sogar besser sein kann als vor Ort“, berichtet Italo Adami. ((Bildquelle: Cisco))

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    „Heute hat fast jedes KMU eine UCC-Lösung oder eine Sammlung von Tools, die alles von Telefonie über Chat bis Online-Meetings abdeckt“, weiß Adami. ((Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus))

ITM: Herr Adami, die Bedeutung von Remote Work und der damit verbundenen Notwendigkeit flexibler Collaboration-Tools hat in den vergangenen zwei Jahren enorm zugenommen. Wie sah es denn noch vor rund zehn Jahren im Mittelstand aus?
Italo Adami: Vor zehn Jahren gab es de facto keine wirkliche Verbreitung von Collaboration-Tools im Mittelstand. Zu der Zeit waren natürlich bereits Start-ups und digital-affine Unternehmen mit Slack und Co. unterwegs und die großen Player haben Webex genutzt, um Standorte und Kunden weltweit zu verbinden. Im Mittelstand aber waren Telefon, Präsenzarbeit und physische Meetings noch lange Standard.

ITM: Inwieweit sind UCC-Lösungen mittlerweile in der Breite bei KMU angekommen?
Adami: Heute hat fast jedes KMU entweder eine UCC-Lösung oder (noch eher) eine Sammlung unterschiedlicher Tools, die aber alles von Telefonie über Chat bis Online-Meetings abdeckt. Das ist mittlerweile Pflicht, denn heute bekommt man als KMU nur dann die besten Mitarbeiter, wenn man die Möglichkeit für hybrides oder Remote-Arbeiten samt Collaboration-Tools anbietet. Andernfalls laufen einem gute Talente weg, weil sie woanders eine flexiblere Arbeitskultur vorfinden. 

ITM: Welche Fortschritte sind vor allem im Rahmen der Corona-Pandemie gelungen?
Adami: Die Pandemie hat dieses Thema extrem beschleunigt, dessen Vorteile Unternehmen und Mitarbeiter sonst wohl noch viele Jahre kaum erkannt hätten. Das haben wir seit Pandemiebeginn ganz deutlich in den Buchungen unserer UCC-Lösung gesehen. Denn auf einmal mussten auch die technikaversen Geschäftsführer in kaum digitalisierten Branchen ihre Beschäftigten ins Homeoffice schicken – und dort trotzdem produktiv arbeiten. Nach dem Sprung ins kalte Wasser haben viele Unternehmen erkannt, dass verteiltes Arbeiten sogar besser sein kann als vor Ort – und Mitarbeiter haben entdeckt, wie viel produktiver sie bei gleichzeitig besserer Work-Life-Balance arbeiten können. Allein deshalb wird es schon kein Zurück mehr geben. 

ITM: Welche Herausforderungen bestehen nach wie vor?
Adami: Viele Unternehmen müssen lernen, wie sie alle ihre Prozesse in der hybriden Arbeitswelt gut realisiert bekommen; also wie sie der Situation von wechselnder Präsenz- und Remote-Arbeit im Alltag begegnen. Stichwort (Großraum-)Büros: Noch lange nicht jeder ist heute darauf vorbereitet, dass bei jedem Meeting jemand von zu Hause oder unterwegs dabei ist. Zudem ist das Tool-Set bei zu vielen Unternehmen noch stark fragmentiert. Da nutzt man Slack für den Chat, Hangouts für Meetings, das private Handy für Telefonate und dann oft noch weitere Tools, die von Kunden vorgegeben werden. Mit mehr als zehn Tools sind viele Mitarbeiter dann natürlich überfordert. Hier müssen mehr All-in-One-Tools her, die Kosten sparen und den Anwendern das Leben einfacher machen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Wie sollten Mittelständler das Thema „UCC-Lösungen aus der Cloud“ anno 2022 angehen?
Adami: Mittelständler sollten bei der Wahl neuer Lösungen für ihre Unternehmenskommunikation darauf achten, dass diese für sie leicht zu buchen und aufzusetzen sind und sich verändernden Anforderungen fortan flexibel anpassen. Neben den klassischen UCC-Funktionen wird daher auch die Möglichkeit der Integration in vorhandene Software (wie Datev oder CRM-Systeme) immer wichtiger, aber auch die Möglichkeit, Top-Hardware für Homeoffice und Büro als Service mieten zu können, statt sie zu kaufen. Moderne Anbieter bieten dies alles aus einer Hand. Mitarbeiter sollten in der Lage sein, egal ob im Büro oder Homeoffice, im gewohnten Setup aus Telefonie, Messaging, Meetings und der passenden Hardware arbeiten zu können. Das ist das Rezept für erfolgreiches hybrides Arbeiten.

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