Nachgefragt bei Wibke Sonderkamp, Cleanenergy Project

Finanzieller Aspekt an erster Stelle

Interview mit Wibke Sonderkamp, Cleanenergy Project by Globalcom PR Network

Wibke Sonderkamp, Cleanenergy Project

„Leider ist der gedankliche Weg vom Klimawandel zum IT-Nachhaltigkeitsgedanken sehr weit“, meint Wibke Sonderkamp, Cleanenergy Project by Globalcom PR Network.

ITM: Frau Sonderkamp, inwiefern beschäftigt sich der Mittelstand derzeit mit dem Thema „IT-Nachhaltigkeit“?
Wibke Sonderkamp:
Wir haben 2007 eine Umfrage unter 440 europäischen IT-Unternehmen durchgeführt, um herauszufinden, ob sie „grüne“ IT-Maßnahmen in ihrem Unternehmen planen und wann diese Pläne umgesetzt werden sollen. 36 Prozent der Befragten hatten damals bereits Pläne für ein grüneres Rechenzentrum, 29 Prozent waren dabei eine Strategie zu diskutieren und 29 Prozent hatten dieses Thema noch nicht diskutiert. Wenn sich der Trend der Studie entsprechend fortgesetzt hat, sollte das Thema mittlerweile definitiv in mittelständischen Unternehmen angekommen sein.

ITM: Welcher Aspekt steht hierbei im Fokus und warum: der ökologische, ökonomische oder soziale Aspekt?
Sonderkamp:
Laut der erwähnten Studie steht der finanzielle Aspekt deutlich an erster Stelle. Das hat sich in persönlichen Erfahrungen mit Unternehmen bestätigt. Viele Unternehmen müssen zudem ihren Shareholdern Rechenschaft ablegen, bei denen die finanzielle Entwicklung an erster Stelle steht. Gefragt sind daher meiner Meinung nach Referenzmodelle von Unternehmen, die trotz oder gerade mit nachhaltigen Initiativen und Umstellungen Erfolge erzielt haben, die sich auch im Gewinn widerspiegeln. Es gibt ja glücklicherweise gerade im Mittelstand auch erfolgreiche Unternehmen, die aus Engagement und Überzeugung umweltfreundlich agieren. Wenn dies auch zu einer positiven Außenwirkung und einem guten Image beiträgt, umso besser.

ITM: Welchen Einfluss nimmt der Klimawandel auf den IT-Nachhaltigkeitsgedanken der Anwender?
Sonderkamp:
Leider ist der gedankliche Weg vom Klimawandel zum IT-Nachhaltigkeitsgedanken sehr weit. Die Verbindung zu hohen Energiekosten liegt da sehr viel näher.

ITM: Worauf sollten die Unternehmen beim Kauf neuer IT/Hardware für ihre Produktion achten?
Sonderkamp:
Der Aspekt des Energieverbrauchs bei der Auswahl der Komponenten hat sich in den letzten Jahren immer stärker etabliert. Unternehmen, die den Nachhaltigkeitsgedanken noch ein Stück weiter verfolgen, sollten auch auf die verwendeten Materialien achten und darauf, unter welchen Bedingungen die Hardware produziert wurde.

ITM: Inwiefern können sie sich hier auf entsprechende Gütesiegel und Umweltzertifizierungen der Produkte verlassen?
Sonderkamp:
Meiner Meinung nach gibt es zu wenige verlässliche Gütesiegel in diesem Bereich.

ITM: Welche Bedeutung schreiben Sie der Klimawandelproblematik in Ihrem Unternehmen zu? Wie tragen Sie konkret durch Ihre IT-Produkte, -Lösungen und -Dienstleistungen zur Bekämpfung des Klimawandels bei?
Sonderkamp:
Über unser Cleanenergy Project befassen wir uns täglich mit Themen rund um Umwelt, Nachhaltigkeit und technische Lösungsansätze. Wir wollen gerade jungen, engagierten Unternehmen damit eine Plattform bieten, konkrete Lösungen vorzustellen und sich auch untereinander zu vernetzen. Dass solche Informationen auf Interesse stoßen, zeigen die mittlerweile über 50.000 Mitglieder und Abonnenten des Newsletters.

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