Schatten-IT

Fluch oder Segen?

Der Trend zu mobiler Arbeit verstärkt ein bereits bekanntes Problem: Beschäftigte verwenden inoffizielle Hard- und Software, sogenannte Schatten-IT. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, gilt es gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die Risiken von Schatten-IT zu minimieren und Potenziale gezielt zu nutzen.

Schatten-IT

Die größten Probleme einer Schatten-IT sind die häufig mangelnde Qualität und Sicherheit, durch die gravierende Schwachstellen für die Datensicherheit entstehen können.

Im deutschsprachigen Raum war bereits jedes zweite produzierende KMU ein Opfer von Wirtschaftsspionage oder Konkurrenzausspähung. Das besagt eine Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht. Während Spamfilter oder Virenscanner weit verbreitet sind, fehlen Datensicherungskonzepte und effektive Präventionsstrategien vor allem in KMU. Die Nutzung privater Geräte für Unternehmenszwecke ist selten reguliert. So bleibt das Kopieren großer Datenmengen unbeobachtet und Anomalien in der IT-Infrastruktur werden nicht entdeckt. Diese Versäumnisse öffnen das Tor für Schatten-IT – also Soft- und Hardware, die eigenmächtig innerhalb einzelner Fachbereiche eines Unternehmens eingesetzt oder entwickelt wird.

Licht und Schatten

Die Risiken, die durch Schatten-IT entstehen, werden von Unternehmen häufig unterschätzt. Schatten-IT erhöht die Komplexität der Schnittstellen und schafft teils redundante Systeme sowie zusätzliche Kosten. Wesentlich heikler sind die häufig mangelnde Qualität und Sicherheit solcher IT-Anwendungen, wodurch ein Abfluss sensibler Daten riskiert wird. Schatten-IT hat aber auch Vorteile, weshalb ein striktes Verbieten wenig zielführend ist. Sie kann mitunter eine Innovation darstellen und zu erhöhter Produktivität führen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, gilt es gerade für KMU, solche Potenziale auszuschöpfen. Ein kontrollierter Umgang mit Schatten-IT ist deshalb entscheidend.

Kontrolle ist besser

Gerade für KMU erleichtert eine praktikable Entscheidungslogik den kontrollierten Umgang mit Schatten-IT, um Potenziale gezielt zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu minimieren. Im vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) geförderten Forschungsprojekt „Legitimise IT“ wurde hierfür vom International Performance Research Institute (IPRI) und vom FIR an der RWTH Aachen ein kostenfreies Webtool entwickelt. Das Webtool richtet sich an Entscheider aus der zentralen IT, unterstützt diese bei der Identifikation von Schatten-IT und stellt ein Self-Assessment zur Risiko- und Nutzenanalyse bereit. Auf Basis der Analyse werden dann passende Lösungsansätze bereitgestellt.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Förderhinweis

Das IGF-Vorhaben 21191 N „Legitimise IT – Gestaltung eines Ansatzes zur Nutzung von Schatten-IT für produzierende kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)“ der Forschungsvereinigung FIR e. V. an der RWTH Aachen wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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