Offene Lernkultur

Förderung der eigenen Innovationsfähigkeit

Wie lässt sich eine offene Lernkultur im Unternehmen verankern und langfristig mit Leben füllen? Diese spannende Frage beantwortet Jan Meyer, Head of SAP Learning Systems bei SAP, im Kommentar.

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    „Mitarbeiter sollten befähigt sein, sich im Einklang mit der Unternehmensstrategie weiterentwickeln zu können, und auch genügend Raum für ihre individuelle Entfaltung erhalten“, so Jan Meyer. ((Bildquelle: SAP))

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    „Lernen und Arbeiten lassen sich kaum noch trennen“, betont Jan Meyer. ((Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus))

Mittelständische Unternehmen sehen sich zunehmend gefordert, ihre bestehenden Prozesse zu überdenken, um innovations- und damit zukunftsfähig zu bleiben. Sie müssen nicht nur bei der Digitalisierung von Technik und Prozessen Schritt halten, sondern maßgeblich auch bei der Weiterbildung ihrer Belegschaft. Dies gilt insbesondere, da eine Vielzahl von Mittelständlern besonders vom akuten Fachkräftemangel betroffen ist.

Digitale Lernangebote erlauben Flexibilität

Eine zentrale Rolle bei der Erhaltung und Förderung der eigenen Innovationsfähigkeit spielt eine offene Lernkultur. Sie ermöglicht es Unternehmen, sich für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu rüsten und Innovationen von innen heraus zu fördern. Mit ihr erbringen sie im Durchschnitt bessere Leistungen, haben agilere Teams und passen sich schneller an Veränderungen an. Wie also lässt sich eine offene Lernkultur im Unternehmen verankern und langfristig mit Leben füllen?

Klar ist: Die reine Wissensaneignung und der Erwerb fachlicher Kompetenzen über klassisch organisierte Lernangebote in Form von Aus- und Weiterbildung sind nicht länger ausreichend. Unternehmen müssen sich vielmehr als lernende Organisationen verstehen und Strukturen, Angebote und Zeit im Arbeitsalltag schaffen, durch die Mitarbeiter zum kontinuierlichen Lernen befähigt werden. 

Dies führt dazu, dass digitale Lernangebote im Rahmen einer offenen Lernkultur immer attraktiver werden. Alte Trainingskonzepte, gerade das Präsenztraining, passen spätestens seit der Pandemie nicht mehr in die Zeit und müssen auf digitale Formen umgestellt werden. Digitale Lernformen wie E-Learning oder Game-basiertes Lernen haben sich bewährt. Mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets sollten hierfür stets verfügbar und ins Firmennetz eingebunden sein. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Praktisch umsetzbare Angebote zur beruflichen Weiterentwicklung sind gerade im Mittelstand essenziell. Das digitale Lernen hat den Vorteil, dass es den Arbeitsbedingungen angepasst werden kann. Nicht nur die Mitarbeiter, auch die Unternehmen profitieren sowohl von der Flexibilität beim Lernen als auch von den innovativen Lerninhalten. 

Lernen als Teil der Unternehmenskultur

Lernen und Arbeiten lassen sich kaum noch trennen und können nicht mehr isoliert betrachtet werden. Digitales Lernen als Teil einer agilen und offenen Lernkultur wächst zusammen mit Informations- und Wissensmanagement und gestaltet sich immer mehr zu einem team- und abteilungsübergreifenden Anspruch – sei es bei Geschäftsprozessen, in der IT, dem Personalwesen und in vielen anderen Bereichen. Dafür muss die Lernkultur als Teil der Unternehmensstrategie begriffen und von der Führungsetage getragen werden. Damit investieren Führungskräfte nicht nur in die bestehende Belegschaft, sondern steigern auch die Attraktivität ihres Unternehmens für neue Mitarbeiter. 

Darüber hinaus beinhaltet eine erfolgreiche, offene Lernkultur sowohl gezielte Förderung als auch gelebte Eigeninitiative: Mitarbeiter sollten befähigt sein, sich im Einklang mit der Unternehmensstrategie weiterentwickeln zu können und darüber hinaus auch genug Raum für ihre individuelle Entfaltung erhalten. Bei der Gestaltung ihrer Lernkultur sollten Unternehmen daher eine Kombination aus verschiedenen Lernformen ermöglichen – von dezentral über arbeitsintegriert bis hin zu selbstorganisiert. Wichtig dabei ist, auch Fehler und Risikobereitschaft zuzulassen – so können die Mitarbeiter ihre eigene Weiterentwicklung selbst steuern.

Von einer agilen, offenen Lernkultur profitieren Belegschaft und Unternehmen gleichermaßen. Am erfolgreichsten sind jene Unternehmen, die der Qualifizierung ihrer Beschäftigten den gleichen Stellenwert einräumen wie den Investitionen in intelligente, neue Technologien. Eine agile und offene Lernkultur unterstützt den Mittelstand, sich zukunftsorientiert aufzustellen, und eine erfolgreiche Digitalisierung geht Hand in Hand mit Angeboten zur Qualifizierung.

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