Vertrauenswürdige IT

Forschungsprogramm für hohe IT-Sicherheit

Die Cyberagentur des Bundes startet das Forschungsprogramm "Ökosystem vertrauenswürdige IT". Ziel ist der formale Nachweis, dass keine Sicherheitslücken auftreten, die bestimmte Sicherheitseigenschaften verletzen.

IT-Sicherheit ist auch ein Thema der Wissenschaft

IT-Systeme werden immer komplexer und dadurch anfälliger für sicherheitskritische Fehler. Mit der so genannten formalen Verifikation können Unternehmen gegenhalten. Das sind mathematisch-logische Methoden, mit denen sich beweisen lässt, dass ein IT-System vollständig frei von Sicherheitslücken ist, die zuvor definierte Sicherheitseigenschaften verletzen würden. Dafür werden die gewünschten Sicherheitseigenschaften formal festgehalten und Hardware und Software durchgängig so erstellt, dass die Eigenschaften mathematisch beweisbar erfüllt sind.

Aktuell werden formale Methoden getrennt für Hardware und Software durchgeführt und oft nur für einzelne Aspekte. Derzeit existiert kein ganzheitliches Verfahren, das eine korrekte Implementierung eines gesamten IT-Ökosystems nachweisen kann. Deshalb hat die Cyberagentur des Bundes ein neues Forschungsprogramm aufgelegt und dafür Verträge mit fünf Forschungspartnern aus der Wirtschaft geschlossen. Der Name des Programms: "Ökosystem vertrauenswürdige IT“ (ÖvIT).

IT-Sicherheit auf unerreichtem Niveau 

Mit ÖvIT verfolgt die Cyberagentur das Ziel, durch mathematisch-logische Verfahren IT-Sicherheit auf ein bisher unerreichtes Niveau zu heben. Die Abwesenheit von maßgeblichen Sicherheitslücken soll nachweisbar gemacht werden – ein entscheidender Schritt, um sowohl hochkomplexe IT-Systeme als auch kritische Infrastrukturen sicherer zu gestalten. Der Fokus des Forschungsprogramms ist international ausgerichtet und wendet sich nicht nur an Interessenten in Deutschland und der Europäischen Union, sondern auch aus NATO-Staaten und darüber hinaus.

„Das Thema der IT-Sicherheit, wie wir es betrachten lassen wollen, macht aufgrund der Globalisierung von Lieferketten nicht an physischen Grenzen Halt“, erläutert der Abteilungsleiter Sichere Systeme der Cyberagentur, Prof. Dr. Matthias Kranz. „Daher konnten wir bisher schon auf ein großes internationales Echo bei den Angeboten bauen, was sich letztlich auch in der Auswahl der innovativsten Projektpartner mit weltweit führenden Experten niederschlägt. Wir können so mit unseren befreundeten Nationen und Wertepartnern zusammen an der IT-Sicherheit arbeiten.“

Finanzierung mit 42 Millionen Euro

Die Cyberagentur finanziert das Forschungsprogramm über die kommenden 4 Jahre mit rund 42 Millionen Euro. Vorausgegangen waren fünf Vorstudien, mit deren Hilfe die Cyberagentur den Stand der Technik erfasst und Forschungsprioritäten für die jetzt startenden Projekte definiert hat. In diesem Rahmen wurden Aufträge an fünf nationale und internationale Unternehmen vergeben, die mit spezifischen Schwerpunkten das Projekt vorantreiben werden:

  • Barkhausen Institut gGmbH (Dresden) mit Unterauftragnehmern Technische Unversität Berlin, Ferrous Systems GmbH, Technische Universität Dresden, Kernkonzept GmbH, Fraunhofer AISEC (München)
  • Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) Bremen, mit Unterauftragnehmern RWTH Aachen, Cryspen SARL (Paris), Gesellschaft für Informatik e.V. (Berlin/Bonn), Rheinland-Pfälzische Technische Universität (RPTU) Kaiserslautern, LUBIS EDA GmbH (Kaiserslautern), Universität zu Lübeck
  • Kry10 (Wellington, NZ) mit Unterauftragnehmer Proofcraft (Sydney, AU)
  • QBayLogic B. V., (Enschede, NL)
  • Plan-V GmbH (München) mit Unterauftragnehmern University of New South Wales (Sydney) und Universität Göteborg

Bild: Pexels / Pixabay

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