„Hybride Arbeit wird von Verantwortlichen häufig nur deswegen abgelehnt, weil Angestellte im Homeoffice vermeintlich weniger arbeiten“, betont Fabian Schütze. ((Bildquelle: Tresonus))
„Bisher war die gesamte Kultur auf den physischen Raum ausgerichtet“, weiß Ravi Malick. ((Bildquelle: Box))
„Bei der Einrichtung des Homeoffice empfehle ich natürliches und gedämpftes künstliches Licht“, so Keren Reznik. ((Bildquelle: Monday.com))
Cloud-Lösungen für Dateiablagen, Kollaborations-Tools für das Teilen und Austauschen von Informationen in Echtzeit, mobiles Device Management für den geräteübergreifenden Zugriff: Technische Lösungen sind ohne Frage Voraussetzungen, um den Workflow an hybriden Arbeitsplätzen zu gewährleisten. Sie sind allerdings nur das Minimum. Wesentlich entscheidender sind ein agiles Management, klare Nutzungsanweisungen und schließlich, für das Chefgewissen, nachvollziehbare Kontrollmechanismen des Arbeitsfortschritts bzw. -pensums. Denn hybride Arbeit wird von Verantwortlichen häufig nur deswegen abgelehnt, weil Angestellte im Homeoffice vermeintlich weniger arbeiten. In Wirklichkeit fehlt es Führungskräften aber an einem modernen Mindset, respektive an Messgrößen für Erfolg. Dies gilt im Übrigen für das Homeoffice genauso wie für das Büro. Leider scheint: Die fleißigsten Mitarbeiter sind die ersten, die kommen, und die letzten, die gehen. Geglänzt wird mit Anwesenheit. Um hybride Arbeitsplätze also wirklich effektiv zu machen, ist es neben technischen Tools auch notwendig, das Mindset der Führungskräfte zu ändern. Das klappt beispielsweise bereits im Vertrieb: Am Ende zählt der Verkauf.
Vor allem muss sich die Denkweise ändern, wie wir den Arbeitsplatz betrachten. Bisher war die gesamte Kultur auf den physischen Raum ausgerichtet. Wo befinden sich die Büros? Was werden wir dort anbieten? Die Unternehmenskultur und der Arbeitsplatz müssen unabdingbar eine digitale Dimension besitzen. Viele Unternehmen versuchen, ein komplettes Remote-Modell umzusetzen, aber wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Flexibilität geschätzt wird. Bei uns gibt es Boxer, die vollständig aus der Ferne arbeiten, einige, die lieber ganztägig im Büro sind und viele, die das hybride Konzept vorziehen – und alles wird voll unterstützt. Was wichtig ist und häufig unterschätzt wird, ist eine vernünftige Infrastruktur: Mitarbeiter sollten sowohl zu Hause als auch im Büro die notwendige und sichere Software besitzen, um einen unkomplizierten Austausch zu ermöglichen. Die technologische Verknüpfung untereinander sollte immer das zentrale Element sein und nicht etwa, ob man physisch anwesend ist.
In unseren Büros ist es uns besonders wichtig, eine Auswahl an vielfältigen Arbeitsplätzen zu haben, die ein angenehmes Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter und deren Vorlieben bieten. Nichts sollte Zwang sein: Jeder Mensch arbeitet anders, darum integrieren wir verschiedene Optionen. Das betrifft sowohl die Raumausstattung, etwa Sofas oder Stehpulte, als auch die Raumaufteilung, wie kleinere Meeting-Räume oder große, offene Bereiche. Empfangsbereiche gibt es keine, die Menschen sollen sich sofort willkommen fühlen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Wir sind ein agiles Unternehmen und wollen nicht an starren Konzepten festhalten. Auf Grundlage des ständigen Feedbacks der Mitarbeiter lernen wir, entwickeln uns weiter und passen auch unsere Designs entsprechend an. Bei der Einrichtung des Homeoffice empfehle ich natürliches und gedämpftes künstliches Licht für unterschiedliche Einstellungen, eine freie Sicht auf den Bildschirm, um Ablenkungen zu minimieren, und inspirierende Gegenstände um den Arbeitsplatz herum, um die Kreativität zu fördern.