Nachlese zum Zukunftstag Mittelstand

Für mehr Digitalisierung braucht es noch mehr Information

4.000 Gäste, interessante Vorträge und das Angebot einer Transformationsallianz an die Bundesregierung: Das ist die Bilanz des BVMW Zukunftstages Mittelstand 2023 vom 1. März 2023 in Berlin.

Nachlese zum Zukunftstag Mittelstand

Das Team Schubkraft der Telekom, gemeinsam mit Markus Jerger, Vorsitzender der Bundesgeschäftsführung des BVMW, zu Besuch auf dem Telekom-Stand.

Auf der Veranstaltung wurde deutlich, wie groß das Interesse mittelständischer Unternehmen an Förderungen für Digitalisierungsprojekte ist – und wie viel Aufklärungsarbeit hier noch geleistet werden muss. Dass Bundesfinanzminister Christian Lindner in seiner Rede am Zukunftstag erneut bekräftigte, von Steuererhöhungen absehen zu wollen, war für viele Mittelstandsvertreter zweifellos eine gute Nachricht.

Nichtsdestotrotz war die diesjährige Veranstaltung von zahlreichen Appellen an die Regierung geprägt: Der Vorsitzende des BVMW, Markus Jerger, forderte eindringlich eine umfassende Reform-Agenda, da viele mittelständische Unternehmen derzeit um ihr Überleben kämpfen würden. Laut dem BVMW sind auch eine Senkung der höchsten Mindestlöhne und der höchsten Steuerbelastungen sowie eine Förderung der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften nötig. Dafür bot der BVMW der Regierung eine Transformationsallianz an, in deren Rahmen gemeinsam Lösungen zur Unterstützung des Mittelstandes erarbeitet werden können.

Auf der Hauptbühne hielt Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland, einen Impulsvortrag zum Thema „Erfolgsstrategien für den Mittelstand“. Er präsentierte einen Zehn-Punkte-Plan zur digitalen Transformation mittelständischer Betriebe. Darüber hinaus betonte er die Bedeutung des Mittelstandes als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Weiterhin erklärte Rickmann, dass Unternehmer den Mut haben müssen, eigenständig in die Welt der Digitalisierung einzutreten. Er unterstrich auch die Bedeutung von Fördermitteln für Digitalisierungsprojekte, da diese zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes allgemein und somit zur Sicherung von Arbeitsplätzen beitragen würden. Er bemängelte dabei, dass bisher nur 18 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) solche Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen. Rickmann forderte die Politik dazu auf, bessere Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen zu schaffen, damit diese ihre Innovationskraft stärken könnten.

Viele Gespräche rund um Fördermöglichkeiten

Die Telekom-Fachleute für Förderungen waren mit einem eigenen Informationsstand vor Ort. Es zeigte sich, dass das Thema „Förderungen für Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsprojekte“ für den Mittelstand von großem Interesse ist: Es gab ausführliche Gespräche zwischen Standbesuchern und den Experten, und auch das Angebot für eine schnelle Überprüfung der Förderfähigkeit – „QuickCheck“ genannt – wurde gut angenommen.

Allerdings wurde ebenfalls deutlich, dass der Mittelstand noch viel umfassender über Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln informiert werden muss. Die meisten Mittelständler sind sich nicht bewusst, dass es eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten gibt. Viele scheuen generell die Beantragung von Fördermitteln wegen vermeintlich hoher bürokratischer Hürden. Wenn die Digitalisierung in Deutschland schneller voranschreiten soll, muss die Bereitstellung von Informationen verbessert werden.

Das bestätigte auch Rafael Laguna de la Vera von der Agentur für Sprunginnovation im Interview mit dem Wirtschaftsjournalisten Gunnar Sohn: „Wir müssen in der Umsetzung von öffentlichen Mitteln neue Wege gehen. Wir sollten die Verwaltung innovieren und Zuwendungen anders gestalten, damit wir den Mittelstand mitnehmen.“

Bildquelle: Telekom

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