Internationale Finanzierungsmodelle

Fürs Ausland braucht es Möglichmacher

Die Herkunftsbezeichnung „made in Germany“ genießt international großes Ansehen. Damit das so bleibt und der Mittelstand weiterhin kräftig zum außenwirtschaftlichen Erfolg der deutschen Ökonomie beitragen kann, ist gerade in Zeiten der Digitalisierung und des Remote-Arbeitens Agilität gefragt. Welchen Beitrag Finanzierungsmodelle mit internationaler Ausrichtung zum Erfolg leisten können, erklärt Matthias Dreizler, Head of International Business der CHG-Meridian AG.

  • Fürs Ausland braucht es Möglichmacher

    Matthias Dreizler, Head of International Business bei CHG-Meridian: „Leasing hat Zukunft, Miete auch – das beißt sich nicht, sondern hängt davon ab, welche Anforderung der Kunde an sein Projekt hat."

  • Fürs Ausland braucht es Möglichmacher

    Matthias Dreizler, Head of International Business bei CHG-Meridian.

ITM: Herr Dreizler, Sie betreuen international agierende Kunden, haben also einen genauen Einblick in die Möglichkeiten und Anforderungen bei der IT-Anschaffung. Wie kann sich ein interessiertes Unternehmen sinnvoll einen Überblick über den Markt von Leasing- und Mietlösungen verschaffen?
Matthias Dreizler: Einen Überblick? Schwierig. Auf den Webseiten der Hersteller, Systemhäuser und Outsourcer finden sich viele „Pay as you x“-
Modelle oder auch eigene Leasing- und Mietmodelle. Der Teufel steckt, wie immer, im Detail. Wenn man vor der Frage steht, welches Modell das richtige ist – Miete oder Leasing –, rate ich dazu, mit einem Partner zu sprechen, der beides kann und auf das Thema spezialisiert ist. So bekommt man einen ganzheitlichen Überblick und findet die passende Struktur für das eigene Projekt. 

ITM: Die derzeitige wirtschaftliche Verun-sicherung spielt für die Investitionsbereitschaft eine große Rolle. Was unterscheidet die Finanzierungsmodelle am Markt von-einander?
Dreizler: Der Unterschied zwischen Leasing und Miete ist gar nicht so groß, wie es häufig dargestellt wird, und eine Diskussion, welches Modell besser ist, ist ohne Wissen über das Kundenprojekt nicht zielführend. Unsere Kunden möchten einen Preis pro Monat inklusive aller Dienstleistungen, einen Ansprechpartner und möglichst viel Flexibilität. All diese Anforderungen kann ich in einem Miet-, aber auch Leasingvertrag umsetzen. Rechtlich gesehen liegt der Unterschied lediglich darin, dass beim Leasing die Gewährleistungsansprüche abgetreten werden. Mietverträge sind oftmals schneller abzuwickeln, da es sich um vordefinierte Leistungspakete handelt. Beim Leasing hingegen wählt der Kunde die Leistungen individuell aus. Er entscheidet, ob er diese selbst erbringen oder einen externen Partner einbinden möchte. Die Flexibilität ist hier also deutlich höher.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Welches Finanzierungsmodell können Sie Unternehmen empfehlen, die an unterschiedlichen Standorten weltweit IT aufsetzen und zugleich Kosten sparen müssen?
Dreizler: Im internationalen Umfeld ist die Diskussion um das richtige Finanzierungsmodell umso schwieriger. Allein die Begrifflichkeiten „Miete“ und „Leasing“ haben selbst im europäischen Ausland eine ganz andere Bedeutung als bei uns. Zu beachten ist zudem, dass Miete stets bedingt, dass der Anbieter in dem jeweiligen Land vertreten sein muss. Das ist bei Leasing nicht notwendig und macht internationale Lösungen so einfacher. Persönlich würde ich im internationalen Umfeld immer einen Leasingvertrag empfehlen, da die Flexibilität viel höher ist – sowohl was den Service in den einzelnen Ländern als auch die Refinanzierung betrifft. 

ITM: Sind nutzungsabhängige Konzepte, wie das im Leasing schon lange übliche „Pay per use“, die Ideallösung?
Dreizler: Das kommt darauf an. „Pay per use“ kann ich im Rahmen eines Miet-, aber auch Leasing-Vertrags abschließen. Der Vorteil steckt bereits in der Bezeichnung. Ich bezahle dann, wenn ich tatsächlich nutze. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist jedoch, dass ich auf die gesamte Vertragslaufzeit kalkuliert nur dann bezahle, wenn ich nutze. Selbstverständlich haben alle seriösen Anbieter eine bestimmte Mindestabnahme über die Laufzeit. „Pay per use“ eignet sich daher z.B. für Kunden, die ein saisonales Geschäft haben oder aufgrund ihrer Organisation eine hohe Anforderung an Kostentransparenz und -verrechnung besitzen.

ITM: Welchen Trends am Markt von Miet- und Leasingmodellen räumen Sie in Zukunft die größten Erfolgschancen ein?
Dreizler: Leasing hat Zukunft, Miete auch – das beißt sich nicht, sondern hängt davon ab, welche Anforderung der Kunde an sein Projekt hat. Wenn es um international agierende Unternehmen geht, setzt sich aus meiner Sicht Leasing durch, da sich dieses Modell deutlich flexibler gestalten lässt. Zudem ist Leasing langfristig betrachtet günstiger. Miete wiederum ist eine gute Alternative für Kunden, die einen vorgefertigten und schnellen Prozess brauchen und wenig Bedarf an einer maßgeschneiderten Lösung haben. 

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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