Umfrage

Gefahr durch Quiet Quitting nimmt zu

37 Prozent der Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) geben an, in ihrem Job unglücklich zu sein – aber es gibt auch eine gute Nachricht.

Umfrage

Für die Umfrage hat Censuswide im Auftrag von Personio 1.000 Arbeitnehmer und 503 Personaler aus dem deutschen Mittelstand befragt.

Die Unzufriedenheit unter den Beschäftigten in deutschen KMU nimmt zu: 37 Prozent geben an, in ihrem Job unglücklich zu sein, und 46 Prozent stellen fest, dass ineffiziente Prozesse sie in ihrer Arbeit blockieren. Weitere 49 Prozent der Befragten müssen sogar eingestehen, dass sich ihre Unzufriedenheit unmittelbar auf ihre Beziehung zu Kunden und Kollegen auswirkt. Die Folge ist, dass gut jeder Dritte plant, sich in den kommenden sechs bis zwölf Monaten nach einem neuen Job umzusehen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des HR-Software-Anbieters Personio.

Der Druck auf die Arbeitnehmer wächst

Quiet Quitting – das stille Kündigen – bedeutet, dass Arbeitnehmer nur noch das Nötigste in ihrem Job tun, jedoch keine zusätzliche Zeit oder Energie mehr für weitere Aufgaben aufwenden. Das Problem: Während einige ihren Unmut deutlich zum Ausdruck bringen, brodelt es bei vielen Unzufriedenen im Stillen. Hinzu kommt, dass in der aktuellen Situation der Druck auf die deutschen Arbeitnehmer wächst: Zwischen Preisexplosionen, einem erhöhten Arbeitsaufkommen und der Ungewissheit, wie es ihr Unternehmen durch die drohende Rezession schafft, ist gerade jetzt die Unterstützung der Arbeitgeber gefragt. 67 Prozent der Befragten haben Sorge, schon bald ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten zu können, während hingegen nur 54 Prozent darauf vertrauen, dass ihr Unternehmen auch während einer Rezession noch in die Mitarbeitenden investiert.

Wenn Engagement, Einsatzbereitschaft und Motivation gleichermaßen innerhalb der Belegschaft abnehmen, müssen Arbeitgeber – auch wegen der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt – aktiv werden. Die gute Nachricht: Unternehmen können dem Trend hin zum Quiet Quitting entgegensteuern. Verbesserungsbedarf sehen die Beschäftigten insbesondere bei der internen Mitarbeiterkommunikation (32 Prozent), gefolgt von Work-Life-Balance (30 Prozent). 23 Prozent wünschen sich mehr Zeit und Ressourcen zur Erledigung ihrer Aufgaben. Ein weiterer belastender Faktor für die Befragten ist die mangelnde Prozesseffizienz – hier sehen 46 Prozent der Mitarbeiter und 55 Prozent der HR-Verantwortlichen deutlichen Verbesserungsbedarf. Beide Gruppen geben an, dass sie dieser Umstand in ihrer Produktivität einschränkt, was wiederum Auswirkungen auf Motivation und Mitarbeiterzufriedenheit hat.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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