Sascha Krieger, Head of Corporate Communications bei der Eleven GmbH
Die E-Mail ist in den vergangenen Jahren zum geschäftlichen Kommunikationsmittel Nummer Eins geworden. So werden auch Rechnungen, Angebote oder Aufträge zunehmend elektronisch übermittelt. Mit der gestiegenen Bedeutung wachsen auch die Gefahren für die E-Mail-Sicherheit und damit für die Unternehmensnetzwerke, wenn Viren und Spam sich über E-Mails einschleusen. Sowohl die geschäftliche Kommunikation via E-Mail als auch wichtige Daten auf den Unternehmensservern sind dann in Gefahr.
45.000 Unternehmen verschiedener Größe nutzen die Lösungen des E-Mail-Sicherheitsanbieters Eleven, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert. IT-MITTELSTAND befragte den Anbieter, wie sich die Bedrohungen für Unternehmen verändert haben, worauf sie gefasst sein müssen und wie sie sich schützen können.
ITM: Herr Krieger, Ihr Unternehmen bieten Firmen seit zehn Jahren Lösungen für E-Mail-Sicherheit: Wie haben sich die Gefahren für Unternehmen durch Spam und Viren verändert?
Sascha Krieger: Vor allem hat die Bedrohung über das Medium E-Mail deutlich zugenommen. Eine anlässlich unseres zehnjährigen Bestehens unter deutschen IT-Entscheidern durchgeführte Umfrage ergab das starke Spam-Wachstum als die größte Gefahr für die E-Mail-Sicherheit der letzten zehn Jahre. Das rasante Spam-Wachstum hat eine Reihe von Auswirkungen: Die Belastung von E-Mail-Infrastrukturen wächst und mit ihr die Kosten. Starke Spam-Wellen können gar zu einem Zusammenbruch der geschäftlichen E-Mail-Kommunikation führen.
Darüber hinaus steigt die Gefahr, dass wichtige E-Mails verloren gehen – entweder weil sie in der täglichen E-Mail-Flut übersehen oder von einem fehlerhaften Spam-Filter aussortiert werden. Spam ist schon lange nicht mehr nur lästig – er gefährdet tagtäglich die geschäftliche E-Mail-Kommunikation. Hinzu kommen neuere Bedrohungen wie das Phishing, bei dem Nutzer dazu verleitet werden, wichtige Daten wie z. B. Kontoinformationen einzugeben. Dieses ist erst in den letzten ein bis zwei Jahren zu einer wirklichen Gefahr geworden: Die Qualität dieser Kampagnen hat sich so verbessert, dass sie kaum von echten E-Mails zu unterscheiden sind.
ITM: Mit welchen Bedrohungen für die E-Mail Sicherheit müssen die IT-Verantwortlichen künftig rechnen?
Krieger: Es ist damit zu rechnen, dass die Betrugsversuche professioneller werden. Schon heute beobachten wir E-Mails, die auf den ersten Blick nicht von echten Nachrichten seriöser Unternehmen, beispielsweise Banken oder Paketdienste, zunehmend aber auch Behörden, zu unterscheiden sind. Diese locken den Empfänger auf ebenfalls täuschend echt wirkende Seiten, wo er wichtige Daten eingeben soll, oder verleiten ihn zum Öffnen virenverseuchter Anhänge. Diese Art von Angriffen wird immer gezielter eingesetzt: So sind sie immer öfter auf ein bestimmtes Land zugeschnitten, in der Landessprache verfasst und stammen von einer dort tätigen Organisation. Diese Trends werden zweifellos zunehmen, denn auf diese Weise steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer die E-Mails für echt halten. Auch wenn das Spam-Aufkommen seit einiger Zeit stagniert, sinkt die Gefahr nicht: Vielmehr geht der Trend bei Spam, Phishing und Malware hin zu Qualität statt Quantität.
ITM: Wie verändert sich die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander durch das Internet? Welche Auswirkungen haben soziale Netzwerke auf die E-Mail-Sicherheit?
Krieger: Das Internet ermöglicht eine schnellere Kommunikation über Grenzen hinweg und unter mehr als zwei Teilnehmern. Hier spielen soziale Netzwerke eine wesentliche Rolle, weshalb sie auch für Online-Betrüger als Verbreitungsweg an Bedeutung gewinnen. Wichtig für die Spam- und Malware-Versender sind sie aber noch aus anderen Gründen: In sozialen Netzwerken geben die Nutzer viele Informationen über sich preis, die für Online-Kriminelle wertvoll sein können. Hier können sie E-Mail-Adressen verifizieren, geeignete Empfänger für zielgerichtete Mailings suchen oder Freunde finden, in deren Namen sie dann betrügerische E-Mails schreiben. Soziale Netzwerke machen Nutzer angreifbarer, indem sie zusätzliche Angriffswege eröffnen.
Wie können sich Unternehmen schützen?
Krieger: Entscheidend ist ein serverseitiger Schutz gegen die größten Bedrohungen: Spam, Malware und Phishing. Dabei hat die Auslagerung als Managed Service entscheidende Vorteile für kleine und mittelständische Unternehmen. Viele Mittelständler haben keine eigenen IT-Abteilungen bzw. diese haben keine besondere Expertise im Bereich E-Mail-Sicherheit. Diesen bieten Managed Services die Möglichkeit professioneller E-Mail-Sicherheit ohne eigenen Aufwand. Zudem sind die Kosten langfristig planbar und liegen in der Regel unter denen von Inhouse-Lösungen.