Refurbished Hardware

Gegen Chipmangel und für mehr Nachhaltigkeit

Um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen, ist Refurbished Hardware eine sinnvolle Alternative zu Neuware.

Waldbild

660 Bäume sind notwendig, um die CO2 Emissionen einer einzelnen Server- produktion zu binden.

Bereits 2020 sahen das fast 80 Prozent der Befragten einer Studie der Technogroup IT-Service GmbH so. Diese Zustimmung dürfte zuletzt bei vielen Unternehmen weiter gestiegen sein. Denn Refurbished Hardware hilft, auf zwei große Herausforderungen der Zeit zu reagieren: den Chipmangel mit all seinen Konsequenzen und den Wunsch nach mehr ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit.

Der Chipmangel und die daraus resultierenden Schwierigkeiten sind seit fast einem Jahr in vielen Branchen sehr präsent. Zwar versuchen die großen Halbleiterhersteller, ihre Lieferketten zu diversifizieren und neue Fertigungskapazitäten aufzubauen, aber das braucht Zeit. Währenddessen reißen die Meldungen aus China zu Corona-bedingten Werksschließungen nicht ab. Zudem sorgt der Krieg in der Ukraine dafür, dass beide Kriegsparteien als Produzenten von Neon, Argon und Xenon weitgehend ausfallen. Die Edelgase werden als Lasermedium benötigt, um Halbleiter-Wafer zu belichten. Auch das Edelmetall Palladium, eine weitere Ressource zur Chipherstellung, wird in der Krisenregion abgebaut. Und selbst wenn Chips produziert sind, mangelt es zunehmend an ABF-Folie, die zur Isolierung der Trägerplatten gebraucht wird.


Das reduzierte Angebot erschwert es Unternehmen, neue Hardware für ihre Rechenzentren (RZ) zu beschaffen. Betreiber von Datacentern müssen weiterhin mit Preissteigerungen und verlängerten Lieferzeiten rechnen. Diese Entwicklung gefährdet die Verfügbarkeit ihrer Systeme, insbesondere weil auch Leiterplatten, Widerstände und andere Vorprodukte knapper werden. Refurbished-Komponenten können hier eine Lösung sein, weil sie nicht Teil der gestörten Liefer- und Produktionsketten sind. Sie sind bereits auf dem Markt vorhanden und sofort verfügbar.

Kurze Lebenszyklen schaden der Umwelt

Auch wenn die Überwindung des Chipmangels eine Herausforderung darstellt– ein viel gravierenderes und langfristigeres Ziel ist, den CO2-Ausstoß zu reduzieren sowie die Umwelt und Ressourcen zu schonen. Alle Produktionsschritte von Neugeräten und ihrer Zwischenprodukte, der Transport und die spätere Entsorgung verbrauchen Energie und setzen CO2 frei. Wertvolle Ressourcen wie Gold, Wolfram, Tantal, Aluminium oder das bereits erwähnte Palladium werden unter Einsatz von Chemikalien und viel Wasser gewonnen. In eine vollständige Nachhaltigkeitsbilanz der Unternehmen fließt also auch die Herstellung der IT-Komponenten ein.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.



Noch deutlicher wird dieser Aspekt, wenn man den gesamten Lebenszyklus der Hardware betrachtet. Denn ausgemusterte Geräte werden zu Elektroschrott, wovon weltweit jährlich rund 55 Millionen Tonnen produziert werden. Laut dem aktuellen E-Waste-Monitor der Vereinten Nationen werden davon lediglich 17,4 Prozent ordnungsgemäß recycelt. Der Großteil aller Geräte landet auf Deponien oder wird verbrannt. Hochgiftige Stoffe können dabei ausgewaschen werden oder in die Luft gelangen.

Re-Use als wichtiger Baustein zur Lösung

Sowohl bei den Risiken durch gestörte Lieferketten als auch bei den ökologischen Herausforderungen ist ein verlängerter Lebenszyklus der Hardware eine naheliegende Lösung. Für die Rechenzentren von Unternehmen heißt das: Leistungsstarke Server und Storage-Systeme müssen keine Neuware sein. Gebrauchte und professionell aufbereitete Geräte und Komponenten sind in der Lage, eine komplette Generation neu produzierter Hardware ohne Einbußen zu ersetzen. Sie bieten zeitgemäße Leistungs- und Funktionswerte und sind bis zu 50 Prozent günstiger als vergleichbare Neuware. Der Einsatz von Refurbished Hardware ist für Unternehmen demnach ein praktikabler Weg, die Folgen gestörter Lieferketten abzufedern und gleichermaßen ökologisch wie ökonomisch nachhaltig zu agieren.

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images Plus

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