„Die direkte Kontointegration reduziert den personellen Aufwand und spart somit Zeit und Geld“, sagt Joris Hensen vom API-Programm der Deutschen Bank.
ITM: Herr Hensen, welche Geschäftsprozesse können Mittelständler mithilfe einer API-Anbindung konkret verbessern?
Joris Hensen: In vielen mittelständischen Unternehmen gibt es noch immer aufwendige manuelle Prozesse. Wir wollen das mit „Access to Own Account“, einer API, über die Firmen- und Geschäftskunden ihr Bankkonto direkt in die eigene IT-Landschaft integrieren können, verbessern. Auf Basis von Umsatzdaten können Arbeitsabläufe automatisiert und durch Transaktionen ausgelöst werden. So kann das IT-System des Kunden über diesen Zugang z.B. Umsätze automatisch abrufen, eingegangene Zahlungen digital mit bestehenden Aufträgen abgleichen und die Auftragsabwicklung selbstständig in der Logistikanwendung anstoßen. Durch die Verknüpfung des Kontos mit dem ERP- oder Buchhaltungssystem können Zahlungen zudem direkt aus der eigenen Anwendung heraus ausgelöst oder automatisiert Mahnungen erstellt werden.
ITM: Wie lassen sich Ressourcen einsparen?
Hensen: Gerade für den Mittelstand sind das Digitalisieren und das Automatisieren von Geschäftsprozessen wichtige Themen, denn manuelle Abläufe können ein Geschäft stark ausbremsen. Indem Prozesse automatisiert werden, erübrigen sich manuelle Zwischenschritte, die fehleranfällig sind und oft zu Mehrarbeit führen. Die direkte Kontointegration reduziert den personellen Aufwand und spart somit Zeit und Geld. Unternehmer können diese Einsparungen z.B. an ihre Kunden weitergeben und dadurch zufriedene Kunden stärker an sich binden.
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ITM: Welche technischen Voraussetzungen müssen gegeben sein?
Hensen: Unsere Kontointegration eignet sich für alle IT-affinen Firmen, die eine selbst entwickelte Kontoanbindung per API schaffen möchten. Um die Schnittstelle nutzen zu können, müssen Kunden nur zwei Voraussetzungen erfüllen: Erstens muss ihr Konto für das Online-Banking freigeschaltet sein. Und zweitens muss das eigene IT-System Daten abrufen können, die über APIs bereitgestellt werden. Abhängig von der eigenen IT-Struktur und den verfügbaren IT-Ressourcen können Kunden ihr Konto in wenigen Tagen technisch anbinden. Im Anschluss beantragen sie den Zugang zu ihren Live-Daten. Wir setzen das dann innerhalb von 14 Tagen um.
ITM: Worin unterscheidet sich die Kontoanbindung per API von bestehenden Alternativen?
Hensen: Angebote zur Integration von Geschäftskonten per API sind auf dem Markt rar gesät. Vergleichbare Alternativen sind bisher nur über Drittparteien möglich. Firmen, die ihr Bankkonto direkt per API anbinden, machen sich unabhängig von Drittanbietern und müssen beispielsweise nicht auf Updates warten. Darüber
hinaus behält der Kunde jederzeit die volle Kontrolle: Nur er bestimmt, wer auf welche Daten zugreifen darf. Die Anbindung ermöglicht zudem, IT-Anwendungen funktional miteinander zu vernetzen, die bisher nicht zusammenhängen. So lassen sich Geschäftsprozesse nahtlos miteinander verzahnen und das Bankkonto wird zu einem weiteren Baustein in der eigenen Microservice-Architektur.
ITM: Welche Vereinfachungen und Vorteile bietet das API-Banking?
Hensen: Kunden müssen sich zum ersten Mal nicht mehr an die IT-Prozesse einer Bank anpassen. Stattdessen können sie ihren Zugang zur Bank individuell auf die eigenen technischen Gegebenheiten ausrichten und ihre Bankgeschäfte flexibel gestalten. Unser Zugang bietet den weit verbreiteten REST-Standard für die Schnittstellen. Wenn der Kunde es möchte, kann er den Funktionsumfang modular erweitern und so mehr und mehr Funktionalitäten auf die einheitliche API-Schnittstelle umstellen. Wichtig dabei ist: Kunden können etwa ihre Buchhaltungsprozesse über EBICS- oder FinTS-Zugänge zunächst unverändert beibehalten und ihre Warenlogistikkomponente um eine API-Anbindung ergänzen.
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