Venture Building

Geschäftsmodelle neu erfinden

Gerade in Corona-Zeiten stellen immer mehr Mittelständler fest, ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen zu müssen. Systematisch Ideen zu kreieren und umzusetzen, ist gefragt. Verschiedene Faktoren sind dabei für eine erfolgreiche Venture-Building-Strategie entscheidend.

Junge mit Drohne

Um schnell und agil zu bleiben, sollten neue Corporate Ventures möglichst unabhängig von der Kernorganisation aus operieren können.

Neue Technologien und Trends entwickeln sich so rasant wie nie. Viele davon werden unsere Gesellschaft umfassend verändern, darunter Künstliche Intelligenz und Cloud Computing. Diese Entwicklungen sowie die durch die Digitalisierung veränderten Kundenbedürfnisse setzen auch mittelständische Unternehmen zunehmend unter Druck – nochmals beschleunigt durch die Corona-Pandemie. Entscheidend dabei ist es, das eigene Geschäftsmodell auf die Probe zu stellen und sich bei Bedarf neu zu erfinden.

Mit dem sogenannten Venture Building versuchen große Unternehmen, die Handlungsmuster junger Start-ups zu kopieren. Ihr Ziel ist es, innovative Produkte, Services oder Geschäftsmodelle zu entwickeln, zu validieren und zu vermarkten. Im Mittelstand wird dieses Thema häufig auf die lange Bank geschoben, obwohl Venture Building ein vielversprechendes Instrument sein kann. Mittelständler können einen Vorteil gegenüber Start-ups ausspielen, indem sie bestehende Vermögenswerte gezielt einsetzen. Die Pacemakers Digital Ventures GmbH (PMDV) rät zu folgenden verschiedene Erfolgsfaktoren beim Aufbau innovativer Geschäftsmodelle:

Schlankes Governance-Modell

Die klassische Governance-Struktur etablierter Unternehmen hat sich nicht als das beste Umfeld für den Aufbau neuer Geschäftsmodelle erwiesen. Um schnell und agil zu bleiben, sollten neue Corporate Ventures möglichst unabhängig von der Kernorganisation aus operieren können. Schnittstellen zur Kernorganisation sollten nur existieren, wo sie benötigt werden und Wert schaffen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 03/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Um neue Geschäftsmodelle systematisch zu identifizieren, zu validieren und umzusetzen, ist ein proaktives und methodisches Vorgehen ausschlaggebend. Diese Methodik besteht aus der Ideationsphase, in der die vielversprechendsten Ideen für das Unternehmen identifiziert werden, der Validierungsphase, in der ein detailliertes Geschäftsmodell entwickelt und hypothesenbasiert getestet wird, sowie der Überführung des validierten Geschäftsmodells in ein markfähiges Unternehmen.

Ein erfahrenes Team bilden

Der Aufbau neuer Geschäftsmodelle braucht neben der Systematik vor allem Erfahrung in der operativen Umsetzung. Daher sollte ein Gründerteam nicht nur aus internen Mitarbeitern rekrutiert werden. Das Erfolgsrezept liegt in einer Mischung aus internen Mitarbeitern und erfahrenen Experten von außen.

Wichtig ist es, bereits frühzeitig festzulegen, wie der Erfolg des neuen Geschäftsmodells gemessen werden soll. Auf diese Weise können die Fortschritte für das Team und die Unternehmensführung transparent dargelegt werden. Nur anhand der richtigen Kennzahlen (KPIs) kann das Projekt zum Erfolg führen.

Chefsache und ausreichend Ressourcen

Nur eine verbindliche Zusage der Unternehmensführung garantiert nachhaltiges Venture Building. Sowohl ausreichende Finanzmittel als auch personelle Ressourcen müssen zur richtigen Zeit zur Verfügung stehen. Verschiedene Stadien erfordern dabei unterschiedliche Investitionen. So benötigt die Entwicklung und Validierung einer neuen Geschäftsidee recht überschaubare „Pre-Seed“- und „Seed“-Investitionen. Um diese Idee jedoch weiter zu inkubieren, ein Minimum Viable Product (MVP) zu bauen und das Venture wachsen zu lassen, sind weitaus umfangreichere Investitionen nötig.

Bildquelle: Getty Images / iStock

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