Stetig veränderte Marktbedingungen und Vorgaben in der Chemie- und Pharmabranche stellen sowohl Firmenlenker als auch IT-Management und Prozessverantwortliche vor immer neue Herausforderungen. Die zunehmende Globalisierung und Klimadebatte sorgt zudem dafür, dass die Unternehmen mit speziellen Vorgaben im Qualitäts- und Umweltmanagement konfrontiert werden.
Der überwiegende Teil der chemischen Industrie besteht aus mittelständischen Unternehmen – dementsprechend schwer wiegen solche Anforderungen im Wettbewerb. Geschäftsprozesse von mittelständischen Chemie- und Pharmaunternehmen effektiv zu gestalten wird infolgedessen immer anspruchsvoller: Der Wettbewerbsdruck steigt, die Lebenszyklen der Produkte werden immer kürzer, neue Dienstleistungen mit attraktivem Zusatznutzen müssen dementsprechend her.
Bestandsaufnahme: Chemiekrise
Es ist nicht lange her, dass Chemiekonzerne in ganz Europa rote Zahlen schrieben. Die globale Rezession sowie die EU-Krise trafen die Industrie hart – Umsatz und Produktion nahmen drastisch ab, der Kostendruck stieg. Unter großem Aufwand versuchten Firmen, ihre Fachkräfte zu halten – Flexibilität wurde in diesem Kontext zu einem zentralen Erfolgsfaktor. Doch auch Transparenz, Zuverlässigkeit und Wandlungsfähigkeit gewannen zunehmend an Bedeutung. Dabei war es wichtig, schnelle Lösungen ohne dogmatische Handhabung zu implementieren.
Einige Unternehmen setzten daher – inmitten dieser Krise – auf die konsequente Optimierung ihrer geschäftsrelevanten Kernprozesse und bereiteten sich so auf zukünftige Konjunkturschwankungen vor, so etwa im Bereich des Packmittelmanagements. Typische Herausforderung war hierbei, dass eine steigende Anzahl an länderspezifischen Verpackungen den Koordinationsaufwand erhöhte. Die Folge sind immer kürzer werdende Umsetzungszeiten. Einheitliche und verlässliche Prozesse sind hierbei ebenso wichtig wie eine einfache Steuerung.
Qualität muss stimmen
Des Weiteren stehen mittelständische Pharmahersteller unter Zugzwang: Sie müssen trotz schrumpfender Budgets einen höheren Output in der Produktion liefern, ohne dabei die Qualität zu gefährden. Qualitätsmanagement ist unabdingbar, denn mangelnde Qualität birgt nicht nur die Gefahr von punktuellen Umsatzeinbußen sondern viel schwerwiegender einen langfristigen Vertrauens- und Reputationsverlust auf Konsumentenseite. Die Qualität stetig zu verbessern, dabei Kosten zu reduzieren und zugleich die Flexibilität zu erhöhen klingt zunächst wie die Quadratur des Kreises – und ist dennoch ein Vorhaben, bei dem intelligente Prozessautomatisierung entscheidend weiterhelfen kann.
Mittelstand noch zögerlich
Diese Ansicht teilen auch Unternehmen, die im Rahmen der Studie „Zukunftsthema Geschäftsprozessmanagements“ (BPM) von Pricewaterhouse Coopers befragt wurden. Demnach sehen 58 Prozent der Befragten Chemie- und Pharmaunternehmen das Thema Geschäftsprozessmanagement im eigenen Unternehmen als sehr wichtig an. Für 54 Prozent aller Unternehmen leistet Prozessmanagement einen hohen Beitrag zum Unternehmenserfolg – die Hälfte der Befragten geht von einer Steigerung des Beitrages in den nächsten fünf Jahren aus.
Die Ist-Situation zeigt jedoch, dass sich viele mittelständische Unternehmen noch nicht mit BPM beschäftigt haben. Gründe hierfür könnten Wissenslücken bei der Umsetzung, eine mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsleitung oder Zeitmangel sein.
Doch warum ist Prozessautomatisierung gerade in dieser Branche so wichtig? Der Pharma- oder Chemieindustrie obliegen strikte Vorgaben in Bezug auf die Effizienz der Arbeitsprozesse oder die Transparenz der Wertschöpfungskette. Eine BPM-Lösung, etwa von Inspire Technologies, verknüpft in diesem Kontext die Unternehmensanwendungen, in denen diese Informationen ablesbar sind, und ermöglicht die Automatisierung und Kontrolle komplexer Dokumentations- und Kontrollprozesse, wie sie in der chemischen Industrie häufig zu finden sind.
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