Nachhaltigkeit ist ein Zahlenthema und die wichtigsten Zahlen auf dem Weg zum klimafreundlichen Unternehmen heißen 1 und 0.
Die Klimakrise steht in der Tür. Die Zeit für Veränderung ist knapp. Wie kann es der Mittelstand schaffen, schnellstmöglich grüner zu handeln, ohne wirtschaftlich auf der Strecke zu bleiben? Digitalisierung bildet dafür einen Haupttreiber. Was als größte Herausforderung in den letzten Jahren durch den Mittelstand kreist, setzt den Startpunkt für echte Nachhaltigkeitstransformation – eine große Chance. Denn der Ist-Zustand, welche CO₂-Emissionen überhaupt im Unternehmen entstehen, bleibt oft ein blinder Fleck. Die Übersicht aller Emittenten kann aufgrund von fehlenden oder qualitativ unzureichenden Daten nicht erfasst, geschweige denn unterschieden werden: Produktionen, Transportwege, Gebäude, Müllentsorgung, Geschäftsreisen – alles gehört zum Unternehmens-CO₂-Footprint.
Das Greenhouse Gas Protocol unterteilt die CO₂-Emissionen in Scope 1, 2 und 3 – direkte Emissionen, energiebezogene indirekte Emissionen und andere indirekte Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette entstehen. Dazu gehören auch Produkte oder Dienstleistungen, die Unternehmen von ihren Lieferanten beziehen – und Emissionen, die in der Kundennutzung der Produkte selbst entstehen. Ohne echte Daten ein Rätselraten, um Optimierungspotenziale zu identifizieren und nachhaltig die eigene CO₂-Bilanz zu verbessern.
Nur wer das eigene Unternehmen kennt, kann es auch nachhaltig verändern. Eine Verzahnung von IT und Controlling ist ein sinnvoller Schritt in diese Richtung, um wichtige Synergien im Datenaustausch zu erreichen. So entsteht Kontrolle über genaue Investitionen, Zerstückelung in kleinste Datensätze und somit Klarheit über jede Bewegung im wirtschaftlichen Rahmen. Hier verstecken sich ganz wichtige Hebel für die CO₂-Reduktion.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Das Ziel: die wichtigsten Prozesse genau beleuchten. Als eine der ersten Stationen geht der Weg über den IT-Sektor. Wer bei der Digitalisierung von Anfang an konsequent auf saubere Daten setzt, der setzt als Unternehmen auch ein Ausrufezeichen in der nachhaltigen Transformation. Das Climate-Tech-Start-up Cozero setzt z.B. dort an, wo der Prozess der Datensuche und -pflege aufhört. Es befähigt Firmen mit einem Software-gestützten Ansatz, sich zu dekarbonisieren und damit wirtschaftlich erfolgreicher zu werden. Der Mittelstand bekommt technologische Werkzeuge sowie Tools für die Verzahnung von Controlling und IT für eine effektive Planung der Klimatransformation an die Hand.
Der Climate-Tech-Sektor boomt und liefert einen bunten Strauß an Innovationen, der der gesamten Wirtschaft hilft, den CO₂-Fußabdruck zu minimieren – eine echte Chance, die ambitionierten Klimaziele des Pariser Abkommens wirklich zu erreichen. Die Effekte verpuffen aber schnell, wenn die Integration des CO₂-Managements nicht mit der Digitalisierung des Mittelstands zusammen gedacht wird.
Ohne die Synergie der beiden fehlt die Grundlage einer echten Analyse für eine nachhaltige Veränderung. Mit hochwertigen Datenpunkten, wie u.a. Aktivitäts- und Verbrauchsdaten, über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg schaffen Unternehmen eine Basis, um richtige Entscheidungen überhaupt treffen zu können. So helfen sich Unternehmen wirtschaftlich und nachhaltig selbst. Die Frage, wo die großen Mengen an Daten verwaltet werden, spielt in der CO₂-Bilanz eine untergeordnete Rolle. Neue ressourcenschonende Rechenzentren, die Big Data, Analytics, Cloud Computing und vieles mehr mit eigener Infrastruktur anbieten, sind für die Zukunft unabdingbar. Aber die besten Daten schlagen immer die beste Dateninfrastruktur in Bezug auf die CO₂-Reduktion.
Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus