Abgesehen von einer höheren Wirtschaftlichkeit und besseren Umweltbilanz des RZ-Betriebs stellt der „Blaue Engel“ hohe Ansprüche an das Management von Rechenzentren.
Bereits vor einiger Zeit wurde seitens der Verantwortlichen des Bundes die Notwendigkeit einer nationalen ITK-Strategie im Sinne von Umwelt und Wirtschaft erkannt. Mit der konsequenten Umsetzung sogenannter „Green IT“-Ziele könnten laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen in Deutschland um rund 25 Prozent gesenkt werden. Vor diesem Hintergrund wurden daher im Rahmen der Initiative „Deutschland Digital 2015“ eine Senkung des Energieverbrauchs sowie die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz im RZ-Betrieb festgelegt.
Als generelles Problem kristallisierte sich heraus, dass „Green IT“ bislang nur schwer greifbar war. Unterschiedliche Auslegungen des Begriffs erschwerten das Erreichen der gewünschten Ergebnisse – nämlich IT-Umgebungen einheitlich bewerten und vergleichen zu können. Künftig wollte die Initiative jedoch Betreiber von Rechenzentren für ein vorbildliches Energiebewusstsein auszeichnen, wenn diese ihren Energiebedarf im RZ ausreichend messen und dokumentieren. Dafür entwickelte man eigens ein Green-IT-Messkonzept, das mittlerweile erfolgreich im Rahmen der Zertifizierung mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel für energiebewussten Rechenzentrumbetrieb“ umgesetzt wird.
Visualisierung der IT
Fehlte es bislang an Transparenz, kann nun mit dem vorhandenen Fragenkatalog sowie einer einheitlichen Vergabegrundlage die Energieeffizienz bestimmt und bewertet werden. In dem bei der Zertifizierung zum Einsatz kommenden Fragebogen zur Ist-Analyse sind präzise Fragen sowie exakte Messstellen vorgegeben. Wichtig ist hierbei, dass die unterschiedliche Komplexität von Rechenzentren berücksichtigt wird, denn nur so klappt es mit einem aussagekräftigen Ergebnis.
Desweiteren ist im Zuge der Zertifizierung der Einsatz spezieller Hard- und Softwarekomponenten sinnvoll, die eine bedarfsorientierte Visualisierung der IT sowie deren Infrastruktur gewährleisten. Zudem ist entscheidend, dass das gesamte Rechenzentrum inklusive der IT-Performance und der Gebäudetechnik etc. mit einbezogen wird. Dies kann manuell unter Zuhilfenahme konventioneller Monitoringlösungen erfolgen. Sämtliche Daten werden dabei in Excel-Tabellen übertragen, die letztlich vom IT-Verantwortlichen zur Prüfung eingereicht werden. Häufig haben Monitoringsysteme, die aus der Gebäudetechnik kommen, jedoch Probleme, die Messwerte der IT zu integrieren – und umgekehrt.
Besser dafür geeignet sind Konzepte, die sowohl das Energiemonitoring als auch die Inventarisierung aller RZ-Komponenten kombinieren. So ist das Monitoring-Energy.sys der RZ-Products GmbH beispielsweise in der Lage, alle relevanten Daten automatisiert zu erfassen sowie zu visualisieren. Das Tool verfügt zudem über ein „Blauer Engel“-Feature, das die ermittelten Kennzahlen so zusammenfasst und aufbereitet, dass sie den Vorgaben der Vergaberichtlinie entsprechen und antragskonform ausgedruckt werden können. Damit wird der Zertifizierungsprozess vereinfacht sowie der jährliche Energieeffizienzbericht, der zur Verlängerung des Zertifikats vorgelegt werden muss, automatisiert erstellt.
Abgesehen von einer höheren Wirtschaftlichkeit und besseren Umweltbilanz des RZ-Betriebs stellt der „Blaue Engel“ hohe Ansprüche an das Management von Rechenzentren. Für den Erhalt des Zertifikats müssen eine effiziente Nutzung der vorhandenen IT, eine intelligente Stromversorgung sowie strenge Anforderungen an die Auswahl der Technik – speziell der Klimatisierung – nachweisbar sichergestellt werden. Dafür ist ein kontinuierliches Controlling notwendig, das Einblick in die Verbräuche bietet sowie Optimierungspotentiale aufzeigt. RZ-Verantwortliche müssen daher stets eine besonders effizient arbeitende State-of-the-Art-IT betreiben. Dabei werden sich neben der Effizienzsteigerung zusätzliche Effekte einstellen, die den Grundstein für weitere Maßnahmen zur Steigerung von Verfügbarkeit und Sicherheit legen.
Der Blaue Engel
Das Umweltzeichen „Blauer Engel“ wurde im Jahr 1978 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) geschaffen, um Unternehmen für ihr Engagement im Umweltschutz auszuzeichnen. Mit Einführung der RAL-UZ 161 gibt es seit Juli 2012 den„Blauen Engel für energiebewussten Rechenzentrumsbetrieb“. Dieser soll ressourcenbewusste Unternehmen auszeichnen, die sich für die Umsetzung einer langfristigen Strategie zur Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz ihres Rechenzentrums in Bezug auf die zu erbringende IT-Dienstleistung einsetzen sowie ein regelmäßiges Monitoring zur Optimierung des Rechenzentrumsbetriebes durchführen.
www.blauer-engel.de
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