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„Hier besteht definitiv Handlungsbedarf“

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen der verschiedenen IT-Anbieter. Diesmal: Michael vom Sondern, Geschäftsführer Marketing und Business Development bei Onquality Deutschland GmbH.

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„Wichtig ist, die aktuellen Trends aufzuspüren und die Produktlebenszyklen an die schnelllebigen Erwartungen auf Kundenseite anzupassen“, sagt Michael vom Sondern.

Unter Mittelstand verstehe ich ...
… das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Dazu zählen für mich insbesondere mutige Unternehmer, die in der heutigen „wilden“ Zeit oft risikobereiter agieren als so mancher Großkonzern.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
… sich das Top-Management und die Führungskräfte stärker mit dem Unternehmen identifizieren und intensiver in Prozesse involviert sind. Anders als bei einer komplexen Konzernstruktur mit zahlreichen Hierarchien sind dadurch schnellere sowie zielgerichtetere Entscheidungen möglich. Denn es besteht sowohl mehr Flexibilität als auch eine höhere Risikobereitschaft. Das zeigt sich u.a. darin, dass Ergebnisse nicht auf Quartals- und Jahreszahlen optimiert sind, sondern notwendige Projekte zum erforderlichen Zeitpunkt initiiert werden. Zudem ist der Mittelstand meist von einer geringeren Personalpolitik geprägt, das heißt, die Mitarbeiter haben bessere Aufstiegsmöglichkeiten und auch Quereinstiege sind keine Seltenheit.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
… in erster Linie einer starken Kundenfokussierung. Das setzt auch das strukturierte Einholen von Feedback voraus, um genau zu wissen, welche Themen die Kunden beschäftigen und wo hinsichtlich der Produkte und Services Verbesserungspotenzial besteht. Wichtig ist, die aktuellen Trends aufzuspüren und die Produktlebenszyklen an die schnelllebigen Erwartungen auf Kundenseite anzupassen. Gleichzeitig müssen Mittelständler jedoch ein attraktives Umfeld für Talente schaffen und Invest in die eigene Unternehmenskultur betreiben. Schließlich stellen die Mitarbeiter einen maßgeblichen Erfolgsfaktor dar, der sich nur vollkommen ausschöpfen lässt, wenn Silos aufgebrochen und die Zusammenarbeit der Teams gefördert werden.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
… nicht unbedingt schlechter aufgestellt als Großkonzerne, aber in vielen Fällen auch nicht besser. Gerade die letzten Jahre, in denen der Digitalisierungsgrad zu einem noch wichtigeren Wettbewerbsfaktor avanciert ist, haben gezeigt, dass an vielen Stellen weiterhin Nachholbedarf besteht. Es ist höchste Zeit, dass sich die Mittelständler ihre schnellen Entscheidungswege zunutze machen und den digitalen Wandel beschleunigen, um nicht etwa Gefahr zu laufen, in Zukunft von der Konkurrenz oder gar Start-ups überholt zu werden.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
… verschiedenen Einzelsystemen, die zusammen eine stark fragmentierte IT-Landschaft ergeben. Überspitzt ausgedrückt gibt es für nahezu jedes Szenario eine eigene Lösung. Angefangen bei verschiedenen Collaboration-Tools über separate CRM- und Marketing-Automation-Systeme bis hin zu Lösungen für die Finanzbuchhaltung und den HR-Bereich. Hier besteht definitiv Handlungsbedarf. Positiv lässt sich aber hervorheben, dass die Unternehmen bei der Ausstattung zunehmend nutzerzentriert denken und z.B. gerade in letzter Zeit viel in hybride Arbeitsmodelle und „Mobile Work“-Anschaffungen investiert haben.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist ...
… leider oft der fehlende Blick für das große Ganze. Anstatt prozessübergreifend denken viele Unternehmen in Abteilungen und treffen wichtige Entscheidungen, ohne übergeordnete Zielsetzungen zu definieren. Dabei liegt gerade hierin die Krux: Denn nur wenn der gänzliche Optimierungsbedarf bekannt ist und die Anforderungen aller Bereiche homogenisiert werden, ist ein strukturiertes Vorgehen möglich.

Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
… häufig den heterogenen IT-Landschaften geschuldet, die den steigenden Software-Anforderungen schlichtweg nicht mehr gewachsen sind. Demnach liegt die Herausforderung für viele Unternehmen darin, ihre IT zu harmonisieren und die oft vorherrschende Intransparenz durch einen durchgängigen Datenfluss zu beseitigen. Nicht selten ist zu beobachten, dass Fachabteilungen durch SaaS-Angebote auf separate Insellösungen zurückgreifen, ohne dabei auf die Datenintegrität zu achten. Das hat nicht nur Doppelarbeiten zur Folge, sondern treibt auch die Wahrscheinlichkeit für Fehler in die Höhe.

Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
… vor allem darin, das Verständnis aller Mitarbeiter für die unternehmerischen Bedürfnisse zu schärfen, damit jegliche Maßnahmen, die ergriffen werden, das Unternehmen auch tatsächlich weiterbringen. Gleichzeitig gilt es, das Personal im Umgang mit Daten, deren Integrität und Sicherheit zu schulen – schließlich zählen Daten zu den wichtigsten Ressourcen in der digitalen Welt und sind maßgeblicher Innovationstreiber.

Bildquelle: Onquality Deutschland

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