Botnets gibt es auf der ganzen Welt
Die Zombies kommen: Cyberkriminelle verbreiten Schadsoftware, die Computer kapern und zum Teil eines Botnets machen. Solche Netze bestehen aus einer großen Zahl an infizierten Computern, die "Bots" oder "Zombies" genannt werden. Cyberkriminelle nutzen sie zum Senden von Spammails, Verbreiten von Viren, für Angriffe auf Rechenzentren oder einzelne Server sowie für Betrügereien und andere Arten der Cyberkriminalität.
In den letzten Monaten sind eine ganze Reihe dieser Botnets entdeckt und abgeschaltet worden, zuletzt vor wenigen Tagen das Sefnit-Botnet aus mehr als zwei Millionen Rechnern. Trotzdem entstehen immer wieder neue kriminelle Netze, da die Methoden der Angreifer ausgefeilter werden und teilweise sogar Sicherungsmaßnahmen überwinden.
Die Angriffe der Bots und anderer Cracker-Techniken sind sogar in Kartenform sichtbar. Die "Global Botnet Threat Activity Map" von TrendMicro und die "Übersicht über die aktuellen Cyberangriffe" der Telekom sind ausgesprochen instruktive Informationsangebote. Wer die Websites aufruft und sich die mehr oder weniger in Echtzeit einlaufenden Angriffe anschaut, versteht die Bedeutung des Wortes "Cyberwar".
Das tückische an den Schadprogrammen, die einen Rechner in einen Zombie verwandeln: Die Anwender merken in vielen Fällen nicht, das ihr Computer Teil eines Botnets geworden ist. Sie stellen oft bloß eine auffällige Verminderung der Leistung des Rechners fest, denn ein mit solchen Schadprogrammen infizierter Computer führt ohne ihr Wissen automatisierte Aufgaben über das Internet aus.
Auch in Unternehmen machen sich Zombies breit
Viele Zombies in Botnets sind unzureichend geschützte Desktop-PC von Privatanwendern. Aber auch in Unternehmen kann sich Botnet-Software breitmachen. Gefährdet sind vor allem kleinere Firmen, die ähnliche Internetzugänge wie Privatleute nutzen. Doch auch in die gesicherten Netze eines Unternehmens mit eigener IT kann Malware durch Unachtsamkeit von Anwendern oder aber als absichtlicher Angriff eindringen.
Eine zusätzliche Gefahr geht von Mobilgeräten aus: Nach dem Bericht "Threat Landscape" der ENISA (European Network and Information Security Agency) sind die aktuell größten Gefahren Botnets, die vor allen Dingen Android-Geräte infizieren und zu mobilen Zombies machen. Smartphones und Tablets sind in der Mehrzahl nicht ausreichend vor Schadprogrammen geschützt und deshalb ein leichtes Angriffsziel.
Betroffene Unternehmen finden auf der Website des "Anti-Botnet Beratungszentrums" Unterstützung bei der Beseitigung der Malware, unter anderem Hilfsprogrammen und Anleitungen für die Mitarbeiter. Sie sollten sich außerdem an das "Advanced Cyber Defense Center (ACDC)" der EU wenden. Es sammelt zentral Meldungen zu Botnet-Attacken und gibt weitere Unterstützung.
Das beste Mittel gegen Schadsoftware ist eine entsprechende Security-Suite, die alle Gefahren abwendet. Größere Unternehmen sollten unbedingt den IT-Grundschutz des „Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik“ (BSI) umsetzen. Kleinere Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern finden in dem unten verlinkten Artikel wichtige Hinweise für grundlegende Maßnahmen.
Bildquelle: Ilco / sxc.hu
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