Studien verzeichnen eine Zunahme von Cyberangriffen.
Die Datenschutz-Grundverordnung war in den letzten Monaten das bestimmende Thema, wenn es um die Verarbeitung von Kundendaten ging. Dabei standen regelmäßig die fehlende Einwilligung von Kunden beim Newsletter-Versand, unvollständige Datenschutzerklärungen und die schwindelerregende Höhe der möglichen Geldbußen im Vordergrund. Dies macht jedoch nur einen kleinen Teil der Risiken aus, mit denen Unternehmen sich jetzt auseinandersetzen müssen.
So hat unlängst die AIG, ein Versicherer im Cyberbereich, ihren Hintergrundbericht zu Schäden durch Cyberangriffe veröffentlicht, der ein düsteres Bild zeichnet. Besonders durch die DSGVO, die am 25. Mai dieses Jahres endgültig in Kraft getreten ist, hat sich das Ausmaß der Schäden drastisch verändert. Bei genauerer Betrachtung der Studie wird deutlich, dass besonders die neuen Formen der Cyberattacken zusammen mit den Regelungen der DSGVO zu einem massiven Anstieg von Versicherungsfällen im Bereich der Cyberversicherung führen werden.
Die Zunahme von Angriffen durch sogenannte Ransomware, die auf Erpressung durch die Blockierung von Nutzerdaten basiert, sind eine Bedrohung von zweierlei Ausmaß. Zunächst entsteht ein nicht unbeträchtlicher Schaden durch die Zwangsverschlüsselung von Daten oder durch das Lahmlegen der IT im Falle einer Blockierung des Netzwerks – im schlimmsten Fall steht die Existenz des Unternehmens auf dem Spiel.
Weiter kommt hinzu, dass im Zuge der DSGVO auch noch neue Meldepflichten (innerhalb von 72 Stunden), eine ausführliche Protokollierung des Angriffs und der betroffenen personenbezogenen Daten sowie ein drohender Schaden durch hohe Bußgelder beachtet werden müssen. Kommt es hier zu Versäumnissen kann das nicht nur die Reputation gefährden, sondern auch den Boden für Schadensersatzklagen mit ungewissem Ausgang bereiten. Dass diese Erwartungen keineswegs als Schreckensszenarien abgetan werden sollten, zeigen die Entwicklungen, wie man sie nach der Einführung einer Meldepflicht bei Sicherheitsverletzungen in vielen Staaten der USA 2002 beobachten konnte: Dort ging fast jeder öffentlich gewordene Cyberangriff mit Sammelklagen einher. Zwar sind wir in Deutschland in der Rechtsprechung weit von den amerikanischen Verhältnissen entfernt, jedoch bergen für mittelständische Unternehmen meist auch schon einzelne Klagen ein enormes finanzielles Risiko.
Klar ist: Jedes Unternehmen, dass sich in der digitalisierten Welt bewegt steht dem stetig steigendem Risiko gegenüber, Opfer einer Cyberattacke zu werden. Die Investition in umfassende IT-Sicherheitsmaßnahmen ist daher elementar, auch wenn es nie 100 prozentige Sicherheit geben kann. Fatal: Selbst ungezielte Attacken aus dem Netz führen im Extremfall zum Ausfall der gesamten IT-Infrastruktur mit katastrophalen finanziellen Folgen für die Unternehmen.
Um dieses Risiko einzudämmen, kann der Abschluss einer Versicherung gegen Cyberattacken sinnvoll sein. Kommt es zu einem Angriff und einer einhergehenden Unterbrechung des Geschäftsbetriebs, zahlt die Versicherung nicht nur eine vereinbarte Entschädigung für den Umsatzausfall, sondern bietet auch Notfall-Serviceleistungen an. So können die Auswirkungen von Datenschutzverletzungen und der durch die neue DSGVO verschärfte Haftungssituation begrenzt werden.
Aktuell bieten auf dem deutschen Markt etwa 20 Versicherer Cyberversicherungen an. Der Vergleich der verschiedenen Versicherungen ist dabei nicht immer einfach, denn diese variieren mitunter stark. Zudem sind die Policen häufig in Modulen aufgebaut sind, sodass es umso wichtiger ist, die Angebote der Versicherer auf die individuelle Unternehmensstruktur hin zu prüfen, z.B. bei Cyberdirekt, um so das optimale Angebot zu ermitteln. Folgende Bausteine können Unternehmen über eine Cyberversicherung abdecken lassen:
* Der Autor Hanno Pingsmann ist Geschäftsführer und Gründer von Cyberdirekt.
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