UMU-Präsident Yorck Otto warnt vor Schnellschüssen bei der rechtlichen Ausgestaltung der Homeofiice-Situation in Deutschland.
Überall vervielfachen sich die Zahlen derer, die von zu Hause arbeiten wollen und gar sollen. Politiker übertrumpften sich mit Forderungen und Gesetzesentwürfen und viele nähmen diese vielleicht komfortablen aber nicht zu Ende gedachten Angebote an, so der Verband. Nach einer aktuellen Umfrage böten rund 60 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause an. Über 64 Prozent der Deutschen sprechen sich demnach für einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice aus.
Ob in behördlichen Verwaltungen, Finanzinstituten, Vermögens- oder Steuerberatungen, Administrationen vieler Industriebetriebe, IT-Unternehmen, ja selbst in den Forschungs- und Entwicklungsbereichen sowie Schulen und Universitäten – die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter nehme die Vorzüge der Heimarbeit gerne an und mit – und erbringe ihre nach bestehendem, hohen deutschen Gehaltsniveau bezahlten Leistungen. Und das gelte auch für diejenigen, die in den noch vielen unterentwickelten digitalen „Funklöchern" und analogen „Netzwerkwüsten" leben und arbeiten wollen.
Eines müsse dem Verband zufolge jedoch doch klar sein: Der globale Wettbewerb wird wegen der Corona-Krise nicht verschwinden. Jedes Land muss und wird durch die individuelle, nationale volkswirtschaftliche Leistung versuchen, die immensen finanziellen Schäden dieser Pandemie wieder zu verdienen. Und da werde laut UMU das Ende der partnerschaftlichen Harmonie, die es nur bei der Schuldenvergemeinschaftung gab, sehr schnell sichtbar werden. Es werde einen Konkurrenzkampf und aktiven Wettbewerb um die Jobs geben, die man auch „zu Hause" – und damit aber auch im zumeist viel billigeren Ausland erledigen kann. Und dem werden sich die Unternehmen nicht entziehen können, wollen sie versäumtes Wachstum wieder hereinholen, so Yorck Otto.
Schlagworte wie „heute Homeofficeing morgen Offshoring" oder „aus dem Sinn, aus dem Job" machen sehr wohl bereits die Runde. Und dies neben der Tatsache, dass Kreativität nicht am Bildschirm oder Telefon entstehe. Zudem werde es in diesem neuen Wettbewerb eine ausgleichende Gerechtigkeit auch in Gehalts- und Einkommenshöhen für diejenigen geben, die eben vor Ort und nicht von zu Hause aus, ohne pendeln zu müssen, in günstigeren Wohngegenden oder vom Ferienhäuschen ihre Arbeit erbringen.
Die politisch Verantwortlichen sollten daher sehr umsichtig mit weiteren gesetzlichen Regelungen umgehen, die Unternehmen in ihrem Handlungsspielraum und der Eigenverantwortung, auch für die langfristige Sicherung der Arbeitsplätze, weiter beschränken, fordert Yorck Otto.
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