Fachkräftelücke

Humanoide Roboter übernehmen schwere Arbeit

58 Prozent der Industrieunternehmen meinen, humanoide Roboter können dem Fachkräftemangel entgegenwirken. 7 von 10 sehen in der Technologie eine Möglichkeit, Arbeitsunfälle zu verringern.

Der Neura Robotics 4NE1, ein humanoider Roboter aus Deutschland

Ein menschlich aussehender Roboter schweißt bei großer Hitze Metallteile, bewegt schwere Werkstücke durch die Produktion oder übernimmt gefährliche Arbeiten mit Schadstoffen – was nach Science-Fiction klingt, ist in einigen Fabriken schon Realität. Humanoide Roboter, menschenähnliche Roboter mit KI, übernehmen bereits heute einige Aufgaben in der industriellen Fertigung.

Die Industrie sieht darin mehrheitlich eine Chance. Mehr als die Hälfte (58 Prozent) der deutschen Industrieunternehmen sind der Auffassung, dass der Einsatz humanoider Roboter dem Fachkräftemangel in der deutschen Industrie entgegenwirken kann. Und auch mit Blick auf die Arbeitssicherheit sehen viele Unternehmen Potenzial. Fast 7 von 10 Industrieunternehmen (68 Prozent) sind z.B. der Auffassung, dass humanoide Roboter Arbeitsunfälle reduzieren können. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, die anlässlich der Hannover Messe unter 555 Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigten in Deutschland durchgeführt wurde.  

Humanoide Roboter machen Unternehmen leistungsfähiger

„Geopolitische Unsicherheiten, die wirtschaftliche Lage und der demografische Wandel setzen die deutsche Industrie unter Druck“, sagt Bitkom-Vizepräsidentin Dr. Tanja Rückert. „Humanoide Roboter können hier Teil der Lösung sein: Sie können die Unternehmen leistungsfähiger machen und Aufgaben dort übernehmen, wo Arbeiten besonders gefährlich und risikobehaftet sind oder Personal fehlt.“

Bisher sind humanoide Roboter in der deutschen Industrie nur vereinzelt im Einsatz: 6 Prozent der Industrieunternehmen arbeiten mit ihnen. Allerdings plant jedes zehnte Unternehmen (10 Prozent) dies und 8 Prozent diskutieren darüber. Und: Insgesamt kann sich fast die gesamte deutsche Industrie (97 Prozent) zumindest langfristig vorstellen, dass humanoide Roboter in der Breite der Produktion eingesetzt werden. In den Belegschaften überwiegt nach Wahrnehmung der Industrieunternehmen derzeit allerdings noch die Skepsis gegenüber dieser Technologie. So geben 62 Prozent an, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stünden dem Einsatz humanoider Roboter skeptisch gegenüber. Ein Grund für diese Zurückhaltung wird mit der Sorge um den eigenen Arbeitsplatz zusammenhängen.  

Rückert: „Richtig eingesetzt, unterstützt die Technologie den Menschen, steigert die Produktivität und sichert so die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie – und erhält damit bestehende Arbeitsplätze oder schafft neue. Damit dies gelingt, müssen Unternehmen ihre Belegschaft frühzeitig einbinden, Sorgen ernst nehmen und Berührungsängste durch gezielte Aus- und Weiterbildung abbauen.“

Bild: Neura Robotics

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